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Atomenergie: EU-Kommissar rät Deutschland zur Verlängerung des Atomkraftwerksbetriebs

Ökonomie „Lassen Sie die Ideologie hinter sich“

Der EU-Kommissar rät Deutschland, die Laufzeit des Atomkraftwerks zu verlängern

Stand: 25.06.2022 | Lesezeit: 2 Minuten

“Ich sehe nicht, dass die Krise in zwei oder drei Jahren zu Ende sein wird.”

„Monatliche Raten können verdoppelt oder verdreifacht werden“, sagt WELT-Wirtschaftsredakteur Daniel Wetzel. In einem Interview analysierte er die aktuelle Situation mit steigenden Energiepreisen und prognostizierte: „Uns droht eine schwere Wirtschaftskrise.“

EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton forderte Deutschland auf, die anderen Atomkraftwerke länger am Netz zu lassen. Dies kann ein wichtiger Schritt gegen die drohende Energieknappheit sein.

EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton forderte die Bundesregierung auf, “die Ideologie hinter sich zu lassen” und die Laufzeit der drei verbleibenden Atomkraftwerke zu verlängern. Die drei Kernkraftwerke sollen noch “ein oder zwei Jahre” am Netz bleiben, sagte der Franzose am Samstag gegenüber dem Radiosender France Inter. Nach geltendem Atomgesetz müssen alle deutschen Kernkraftwerke bis Ende des Jahres abgeschaltet werden.

Laut Breton wird die Verlängerung dazu beitragen, das Problem der Energieknappheit aufgrund reduzierter russischer Gaslieferungen zu lösen. Angesichts der Pläne Deutschlands, immer mehr Kohlekraftwerke zur Stromerzeugung einzusetzen, halte er Kernenergie für die bessere Option, sagte Breton.

Das Thema ist in Deutschland höchst umstritten: SPD und Grüne lehnen eine Laufzeitverlängerung des Atomkraftwerks ab – die FDP stimmt dagegen ebenfalls zu. Bis Ende März 2024 sollen laut Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) verstärkt Kohlekraftwerke zum Einsatz kommen. Auch Finanzminister Christian Lindner (FDP) will den Atomstillstand überdenken und fordert einen „offenen und ideologiefreien Debatte” darüber. .

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In der Krise mit Gaslieferungen

Der Vorstandsvorsitzende von Deutschlands größtem Energiekonzern RWE, Marcus Krebber, sagte kürzlich, er halte Gespräche über eine mögliche Verlängerung für zu „zu spät“. Es sei schwierig, rechtzeitig geeignete Brennstäbe zu beschaffen und die notwendigen Sicherheitsfragen zu klären, sagte er.

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CDU-Chef Friedrich Merz sagte dem Deutschlandfunk, wenn Frankreich 53 oder 56 Atomkraftwerke betreibe, “dann müsste Deutschland nach Jahresende eigentlich drei Atomkraftwerke betreiben können”.

Ihm zufolge können technische und rechtliche Fragen gelöst werden. Zehn Millionen Haushalte können zuverlässig mit Kernenergie versorgt werden, er plädiert für längere Laufzeiten.

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