Stand: 27.07.2022 14:17 Uhr
Überlebende des Bombenanschlags auf Olympia 1972 in München haben ein neues Entschädigungsangebot der Bundesregierung abgelehnt. Die vorgeschlagene Summe sei “unerhört”, sagte eine Sprecherin der Angehörigen der Opfer.
Der Streit um Entschädigungszahlungen an Überlebende des Bombenanschlags auf die Olympischen Spiele von 1972 geht weiter. Angehörige der Opfer haben das Entschädigungsangebot der Bundesregierung abgelehnt.
„Die Summe, die uns geboten wurde, ist beleidigend“, sagte die Sprecherin der Angehörigen der Opfer, Anki Spitzer, gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Wir sind sauer und enttäuscht. Wenn der Vorschlag steht, werden die Angehörigen Anfang September nicht nach München kommen, um den 50. Jahrestag des Anschlags auf die israelische Olympiamannschaft zu begehen.
Der Bund hat die Aussicht auf eine zusätzliche Entschädigung
Die Bundesregierung hat angekündigt, dass zusätzliche Gedenkfeiern für Überlebende des Anschlags geplant sind. Es sei beschlossen worden, “die schwerwiegenden Folgen für die Angehörigen der Opfer in ideeller und materieller Hinsicht noch einmal zu artikulieren”, sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums der Süddeutschen Zeitung.
Am vergangenen Freitag stellte der neue deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, den Vorschlag den Angehörigen der Opfer in der Botschaft in Tel Aviv vor. Es sieht nach Angaben des Bundesinnenministeriums neben den zusätzlichen Entschädigungszahlungen eine umfassende historische Aufarbeitung und Öffnung der Archive vor.
Die finanziellen Leistungen müssen daher vom Bund, dem Freistaat Bayern und der Landeshauptstadt München kommen. Über die Höhe der Entschädigung wurden jedoch keine Angaben gemacht.
Das Angebot entspricht nicht internationalen Standards
Nach Angaben der Familien der Opfer sieht der Vorschlag eine Gesamtzahlung von zehn Millionen Euro für alle Überlebenden vor. Frühere Zahlungen aus den Jahren 1972 und 2002 in Höhe von insgesamt rund viereinhalb Millionen Euro sind zu berücksichtigen.
Dies entspricht jedoch in solchen Fällen nicht den internationalen Standards. „Wir wollten nie öffentlich über Geld reden“, kritisierte Spitzer. „Aber jetzt sind wir dazu gezwungen.
Auch Israels Präsident Yitzhak Herzog wollte mit den Familien zum 50. Jahrestag nach Deutschland reisen. Anfang September wird eine Gedenkfeier zum Gedenken an den Angriff stattfinden. Bei dem Angriff eines palästinensischen Terrorkommandos am 5. September 1972 wurden elf israelische Sportler und Trainer sowie ein deutscher Polizist getötet.
Bis zum 15. August sollen Regierungsgespräche zwischen Deutschland und Israel fortgesetzt werden, um eine Lösung in der Entschädigungsfrage zu finden.
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