Tatsächlich startete der Klassiker zwischen Zürich und Basel (2:4) erst um 16:30 Uhr. Doch schon vor dem Spiel war die Aufregung riesig. Anlass waren die beiden Konzerte der Büetzer Buebe in der vergangenen Woche. Die Gruppe, bestehend aus Gölä und Trauffer, feierte im Letzigrund vor rund 46.000 Fans eine riesige Party. Die beiden Konzerte waren auch der Grund, warum Zürich in St. Gallen das erste Spiel der Europa-League-Playoffs gegen Heart of Midlothian (2:1) bestritt.
Aber die Musikkonzerte hatten eine noch größere Wirkung. Das Gras am Letzigrund sah am Sonntag katastrophal aus. Es hatte viele braune Flecken und war uneben. Basler Fans waren wütend. «Die Wiese in Pratteln an der Bundesstrasse ist viel besser in Schuss als in Zürich», sagte ein Twitter-Nutzer. Jemand anderes: “Was für eine Schande!” Auch FCZ-Boss Ansilo Canepa räumte über die Blauen ein: „Der Platz ist wirklich schlecht.“
Zürich wirkt hilflos
Gespielt wurde natürlich trotzdem – trotz des schlechten Rasens. In einem Matchup zwischen der schwächsten Offensive der Liga passierte früh wenig oder gar nichts. Man sieht, warum der FCB vor dem Spiel nur zwei Ligatore erzielte und der FCZ nur eines. In der 23. Minute war es soweit. Zekiri führte mit seinem Kopf. In der Folge wachte Zürich auf und zehn Minuten später glich auch Cresiu per Kopfball nach Satz aus. Basels Torhüter Hitz sah nicht gut aus, er zögerte auf dem Weg ins Aus.
In der zweiten Halbzeit drehte der FC Basel ordentlich auf. Ja, es sah fast so aus, als wäre der Knoten in der Offensivabteilung der Rot-Blauen endgültig geplatzt. Basel baute seine Führung zwischen der 53. und 60. Minute dank Toren von Amdouni, Zekiri und Males auf 4:1 aus. Die Zürcher wurden überfahren. Sie hatten absolut keine Chance und handelten hilflos.
Fodas Mannschaft wachte in der Schlussphase noch einmal kurz auf, doch ein Elfmeter am Ende half nicht. Und so konnte sich Rothblau am Ende über seinen ersten Ligasieg der Saison und vier Tore in einem Spiel freuen. Und FCZ? Trotz seiner Teilnahme an der Europa League steckt er sehr, sehr tief in der Krise.
Winti fällt gegen YB
Während Joel Wicky zum neuen Pratelner Schwinger-König gekürt wird, fahren auch die Jungs von Wickys fast namensgebendem YB-Trainer Raphael Wicky Erfolge ein. Dank einer starken zweiten Halbzeit schlagen die Berner Aufsteiger Winterthur mit 5:1 und bleiben ungeschlagen Tabellenführer.
Winty erwischte auf der ausverkauften Schützenwiese einen Traumstart und bekam nach einem Handspiel, das Bues (3.) souverän verwandelte, nach nur wenigen Sekunden einen Elfmeter zugesprochen. Wenig später verhinderte nur eine hauchdünne Parade von Di Giusto (9.) den zweiten Elfmeter für den Tabellenplatzierten.
YB-Doppelkick nach der Pause
Wie aus dem Nichts glich Elia (17.) plötzlich mit einem wuchtigen Schuss für den Tabellenführer aus, der dann aufstand und Ridder (45.) kurz vor der Pause nur die Latte traf.
Nach dem Seitenwechsel zeigen die Berner so richtig Muskelkraft. Erst unterstützte Ugrinich Teamkollege Nsame (50er) zum 2:1, dann sorgte der ehemalige Luzerner mit einem Traumtor für das 3:1. Ittens Kopfball (69.) zum 4:1 war zwar die Vorentscheidung, aber nicht der letzte Höhepunkt des Spiels.
Augenblicke später tippte der Stürmer einen Querschläger von Fayulu zum 5:1 für die Gelb-Schwarzen und zeigte damit eine starke Reaktion auf das Europapokalspiel gegen Anderlecht und die Reise nach St. Gallen für die höchste Spielklasse am kommenden Sonntag.
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