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Bachls Restaurant der Woche: Brasserie Poldie

Huitres, Plats und Spécialités waren in diesem Teil Wiens bisher unbekannt. Das hält ein Quartett lebenslustiger Rentner nicht davon ab, sich für den „Choix du Chef“ zu entscheiden und vier Gänge ohne Kompromisse kochen zu lassen. Genießen Sie auch ein Paar Puligny Montrachet Les Folatières 1er Cru 2014 von Etienne Sauzet für 295 €. Eine neue kulinarische Demokratie à la française im Volkertviertel. Das Konzept erinnert an Tim Raues Brasserie »Colette«, die der Berliner in den besseren Altenheimen betreibt. Tagsüber – wie auch in Zukunft – sind die Bewohner Gäste, abends Menschen von überall her.

„Poldie“ – denken Sie an den mittleren Teil des Wortes in der Leopoldstadt – wird von Christine und Reinhold Styx betrieben, die in der bald zur Pauli-Stadt mutierten „Pol“ bekannt sind. Er ist Gastgeber und Sommelier zugleich. Denn lassen Sie mich eines sagen – es ist auch viel Ort zum Trinken. Die Entfernung zur Stadt wird bei der Berechnung vermerkt. Ein wunderschöner weißer Burgunder der Basisklasse ist für 52 € erhältlich, ein Einzellagen-Meursault für 84 €. Und Apero Champagner Tarlant Zero Brut für 9,50 €. Passend dazu zum Beispiel Fines de Claire No. 2, mit Liebe zart geschmort, Belper Knolle und Speck. Auswendig lesen. Der Geschmack ist sehr gut.

Um all das und alles, was danach kommt, kümmert sich Sebastian Slavicek, einst bei Goldfisch am Herd und jetzt mit seinem Seafood-Know-how hierher versetzt. Ebenfalls erhältlich: Salade niçoise à la Poldie – mit glasierter Makrele. Mules Frites oder Lammbauch mit Linsenragout und Kapern. Und – danke, dass Crêpes Suzette noch irgendwo serviert werden, extravagant hier mit Lavendelsorbet.

Bewertung Alexander Bahl

Essen 45 von 50 Service 17 von 20 Weinkarte 17 von 20 Atmosphäre 8 von 10 GESAMT 87 von 100€€

Falstaff Restaurantführer 2022

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DIE INFO

Brasserie PoldieTaborstraße 811020 WienT: +43 1 356350015poldie.wien