Veröffentlicht 10. Juni 2022, 16:19 Uhr
Man wundert sich in Basel: Vier beliebte Trinkwasserbrunnen haben kein Wasser, sondern Salat. Die Aktion wird in den sozialen Netzwerken zerrissen. Das liegt hinter ihm.
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Am Barfüsserplatz, aber auch am Münsterplatz, Spalenberg und auch am Rümelinsplatz fließt kein Wasser mehr in den Brunnen. Stattdessen wachsen darin Kräuter, Salat und Blumen.
CityConceptBasel
In Basler Facebook-Gruppen gehen die Fontänen von Blumentöpfen buchstäblich kaputt.
Das vom Stadtkonzept Basel lancierte Stadtraumfestival Flaneur hat die Brunnen geleert.
Er wundert sich in Basel. Am Barfüsserplatz, aber auch am Münsterplatz, Spalenberg und auch am Rümelinsplatz fließt kein Wasser mehr in den Brunnen. Stattdessen wachsen darin Kräuter, Salat und Blumen. Nicht jeder scheint die Aktion zu genießen. In den Facebook-Gruppen in Basel werden die Brunnen für Blumentöpfe förmlich zerrissen (siehe Fotostrecke).
„Ich denke, das ist wirklich dumm. Es ist besser, mehr Bäume zu pflanzen, aber die Brunnen Brunnen sein zu lassen», moniert ein Nutzer. Ein anderer beklagt, dass der Bevölkerung im Sommer eine beliebte Bademöglichkeit genommen werde. „Ein Bösewicht, der Böses denkt, gerade in dieser Zeit werden Springbrunnen immer beliebter zum Abkühlen. Das wird jetzt verhindert und wofür genau“, empört sich der Basler. Ein anderer beklagt, dass „diese Furche“ den Vögeln der Stadt in der heißesten Zeit des Jahres das Trinkwasser entzieht. „Es wird heiß und du machst so ein Chaos. Weiß die Regierung wirklich, was sie da machen?“, fragt der wütende Städter.
Nur: Die Regierung hat damit nichts zu tun. Das vom Stadtkonzept Basel lancierte Stadtraumfestival Flaneur hat die Brunnen geleert. „Wir wollen den Basler Blickwinkel verändern und allen Baslerinnen und Baslern zeigen, wie vielfältig und schön unser Basel ist“, erklärt Geschäftsführer Matthias F. Böhm. Die Inszenierung des Brunnens ist Teil des Festivals, das von Juni bis September stattfindet. Ziel des Festivals ist es, den Menschen ein positives Lebensgefühl zu vermitteln.
“Es ist nicht normal, überall Trinkwasser zu haben”
Matthias F. Böhm, das Konzept der Stadt Basel
Vier Basler Trinkwasserbrunnen werden während des Festivals jeden Monat in Blumenbeete verwandelt. Böhm nimmt die Kritik in den sozialen Medien zur Kenntnis. Er betont: „Es ist nicht normal, immer und überall Trinkwasser zu haben, es ist eine tolle Qualität unserer Stadt und manchmal braucht es eine kreative Transformation, um das zu realisieren“, sagt Böhm.
Hinter der Instandhaltung eines Brunnens steckt viel Arbeit. Der Basler Industriebetrieb kontrolliert die Qualität des Trinkwassers regelmässig mit Wasserproben, und Brunneninspektoren sorgen dafür, dass die Brunnentröge sauber sind. Dies gilt ab Juli wieder für die grünen Brunnen. Vier weitere Brunnen werden dann für die Bepflanzung trockengelegt. Dies soll bis September andauern.
Die Brunnen werden nicht komplett mit Erde gefüllt, sondern mit Füllmaterial und 20 cm Erdschicht für Pflanzen. Nach einem Monat wird das Bett von einem Brunnen zum anderen bewegt. „Wenn der Salat reif ist oder jemand für seine Soltimboka Wurst aus dem Münsterbrunnen verwenden möchte, ist das erlaubt und sogar erwünscht“, macht Böhm Mut.
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