Stand: 08.07.2022 19:46
Die Genauigkeit des Zuges nimmt weiter ab. Selbst sechs von zehn Fernzügen fuhren nicht planmäßig. Auch die Verspätungen in Regionalzügen nahmen zu. Grund dafür sind laut DB die vielen Baustellen und der Ansturm auf das 9-Euro-Ticket.
Im Juni war der Zug weniger pünktlich als in den letzten zehn Jahren. Nur 58 Prozent aller Fernzüge erreichten ihr Ziel pünktlich, teilte die Deutsche Bahn mit, gegenüber 62,7 Prozent im Vormonat. Im Regionalverkehr waren es im Juni 88,5 Prozent. Beides sind die schwächsten Monatszahlen seit Ende 2010, als Schnee und Eisregen über Weihnachten den Verkehr stellenweise lahmlegten.
Baustellen und Hektik für 9 € Tickets
Heute seien dagegen Baustellen und zu viel Verkehr die Probleme, so die Deutsche Bahn: „Die intensive Bautätigkeit im gesamten DB-Netz und die sehr hohe Auslastung zentraler Schienenstrecken durch Personen- und Güterzüge wirken sich weiterhin negativ aus auf Pünktlichkeit“, sagte ein Sprecher.
Zum Regionalverkehr kommt noch das Gedränge um das 9-Euro-Ticket hinzu: Es sorgt dafür, dass viele Regionalzüge nicht pünktlich abfahren können. Im Mai – vor der Einführung des 9-Euro-Tickets – waren noch mehr als 98 Prozent der Regionalzüge pünktlich.
Laut Bahnstatistik gelten alle Züge als pünktlich, die sich nicht mehr als sechs Minuten verspäten.
Viele wollen Geld zurück
Viele Fahrgäste wollen eine Entschädigung für ihre verspäteten Züge. Bei einer Verspätung von mindestens einer Stunde kann ein Viertel des Fahrpreises erstattet werden, bei einer Verspätung von mehr als zwei Stunden die Hälfte.
Konkrete Schadenszahlen wollte die Deutsche Bahn nicht nennen, das zuständige Servicecenter erklärt auf seiner Website, dass es aufgrund der hohen Schadenszahlen zu Verzögerungen kommen kann.
CEO Richard Lutz hat sich vor wenigen Wochen zum Ziel gesetzt, in diesem Jahr eine Genauigkeit von 80 Prozent im Fernverkehr zu erreichen. Die Schiene hingegen liegt deutlich unter dem Vorjahreswert von 75 Prozent.
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