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Benzinpreise: Diebstahl an Tankstellen? Der Preismonitor schaut genauer hin

Veröffentlicht 10. Juni 2022, 16:14 Uhr

Die Benzinpreise in der Schweiz sind sprunghaft gestiegen. Der Schweizer Preiswächter kann nicht ausschliessen, dass der Endverbraucher von der Mineralölindustrie bestohlen wird.

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Seit Beginn des Krieges in der Ukraine sind die Benzinpreise auf deutlich über zwei Franken pro Liter gestiegen. Das trifft die Schweizer an der Tankstelle hart: Die Preise sind vielen zu hoch.

20 Minuten / Tadeo Cherleti

Dies bringt nun den Schweizer Preiswächter zu Fall. Tankstellenbetreiber nimmt er nun genauer unter die Lupe. „Die Marktbeobachtung läuft“, bestätigte Beat Niederhauser, stellvertretender Preisüberwacher, innert 20 Minuten. Insbesondere: Der Schweizer Preiswächter prüft, ob der Markt aktuell verzerrt ist.

20 Minuten / Simon Glauser

Die Schweiz fordert, etwas gegen die hohen Benzinpreise zu unternehmen. Um für schnelle Abhilfe zu sorgen, liegt der Ball nun bei der Politik. Nächste Woche wird im Parlament über mögliche Erleichterungen für Endverbraucher beraten.

20 Minuten / Simon Glauser

Seit Beginn des Krieges in der Ukraine sind die Benzinpreise auf deutlich über zwei Franken pro Liter gestiegen. Das traf den Schweizer an der Tankstelle hart. Auch andere Länder kämpfen mit hohen Benzinkosten. Deshalb haben Deutschland, Frankreich und Italien die Mineralölsteuer gesenkt.

Auch die Schweiz fordert etwas gegen die hohen Benzinpreise. Eine Studie von 20 Minuten und Tamedia zeigt, dass 64 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer Steuern und Abgaben auf Benzin und andere Treibstoffe senken wollen.

“Aufgelaufene Preise können zu hoch sein”

Der Schweizer Preismonitor liegt nun auf dem Parkett. Tankstellenbetreiber nimmt er nun genauer unter die Lupe. „Die Marktbeobachtung läuft“, bestätigte Beat Niederhauser, stellvertretender Preisüberwacher, innert 20 Minuten. Insbesondere: Der Schweizer Preiswächter prüft, ob der Markt aktuell verzerrt ist.

Es ist davon auszugehen, dass der Markt in der Schweiz hauptsächlich funktioniert. Doch bisher war es schwierig herauszufinden, wo am günstigsten zu tanken ist. „Deshalb können die Preise zu hoch sein“, sagt Niederhauser. Werden wir also gerade von der Ölindustrie gepackt? „Das können wir nicht ausschließen. Daher die Klarstellung“, sagt Niederhauser.

Politiker wollen Entlastung

Um für schnelle Abhilfe zu sorgen, liegt der Ball nun bei der Politik. Nächste Woche wird im Parlament über mögliche Erleichterungen für Endverbraucher beraten. Dabei steht die Senkung der Mineralölsteuer für einen bestimmten Zeitraum im Vordergrund. Unterstützt wird dies von den bürgerlichen Parteien Mitte, FDP und SVP.

Von der „Gießkannen-Lösung“ wollen die Grünen allerdings nichts wissen. Grünen-Präsident Balthazar Glatley sagt: “Der Staat kann nicht Milliarden bereitstellen, während die Ölkonzerne gleichzeitig Milliardengewinne einfahren.” Außerdem ist der Rabatt für den Tank ein Rabatt für die Reichen. «Von der Vergünstigung profitieren Züriberger Traktorbesitzer logischerweise überproportional.»

Anklage gegen Mineralölkonzerne

Für Glättli ist es ein Skandal, dass die Preise bereits gestiegen sind, obwohl noch genügend Billigbenzin auf Lager ist. „Die Verbraucher sind entmutigter, als es der Weltmarkt rechtfertigt.“ Deshalb machen Ölkonzerne laut Gletley noch höhere Gewinne. – Das sind blutige Gewinne.

Greenpeace sieht das ähnlich. Die Umweltgruppe sagt, dass der enorme Anstieg der Tankstellenpreise größtenteils auf die höheren Gewinnspannen der Ölunternehmen zurückzuführen ist. Das geht aus einer im April von Greenpeace veröffentlichten Studie hervor. Die Studie untersucht die Rohölpreise in den EU-Ländern im Januar und in den ersten Märzwochen – dh. vor und nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine. „Von Avenergy selbst veröffentlichte Zahlen zeigen, dass sie den Endverbraucher ausrauben“, sagt Roland Gissin von Greenpeace Schweiz. Gemäss Avenergi stieg der Rohölpreis in der Schweiz zwischen Februar und April um acht Prozent. Bleifreies 95er-Benzin dagegen mit knapp zehn Prozent und Diesel mit knapp 16 Prozent, sagt Roland Gisin von Greenpeace Schweiz. „Es gibt eine klare Lücke. Das ist ein Beweis dafür, dass die Gewinne ausgehen.“