01.09.2022 12:22 (akt. 01.09.2022 13:10)
Die Autopsieergebnisse liegen vor. ©VOL.AT
Im Zusammenhang mit dem Mord an einer 32-jährigen Frau, der am Abend des 30. August 2022 vor ihrem Haus in Bludenz stattfand, wurde am Mittwochnachmittag die forensische Obduktion der Leiche durchgeführt.
Nach dem Mord an einer 32-jährigen Frau durch ihren Ehemann (36) am Dienstagabend in Bludenz hat die Staatsanwaltschaft Feldkirch am Donnerstag Haftantrag gestellt. Das teilte Behördensprecher Heinz Rusch auf Anfrage der APA mit. Der 36-Jährige gestand bei der polizeilichen Vernehmung, seine Frau getötet zu haben. Als Motiv für die Tat gab er wiederholte Beleidigungen durch seine Frau an, die getrennt lebte. Der Angeklagte sitzt derzeit in Feldkirch in Haft.
Mehrere Stich- und Schnittverletzungen
Am Mittwoch wurde eine forensische Obduktion des Opfers durchgeführt. Nach vorläufigen Angaben sei die Frau an massivem Blutverlust gestorben, teilte die Polizei mit. Grund sind mehrere Stich- und Schnittverletzungen an Blutgefäßen und Organen.
Sorgerechtsstreit
Der 36-Jährige sticht am Dienstagabend in der Eingangshalle des Hauses seiner Frau mehrfach mit einem Küchenmesser auf den 32-Jährigen ein. Sie erlitt Verletzungen an Bauch und Oberkörper und starb noch am Tatort, obwohl sie versucht hatte, sie wiederzubeleben. Der Mann flüchtete kurz, meldete sich dann aber bei der Polizei und wurde widerstandslos festgenommen. Zuvor war am Telefon ein Streit um die Betreuung ihrer drei Kinder entbrannt. Wenig später fuhr der Mann mit dem Auto zu dem Haus, in dem seine Frau wohnte. Am Telefon befahl er ihnen, ins Haus zu kommen. Als die 32-Jährige am Eingang ankam, griff ihr Mann sie mit dem Küchenmesser an, das er bei sich trug.
Eine von gewalttätigen Konflikten geprägte Beziehung
Das Paar war seit etwa zehn Jahren in einer Beziehung und hat letztes Jahr geheiratet. Das gemeinsame Leben war jedoch von zahlreichen gewalttätigen Auseinandersetzungen geprägt. Der 36-jährige Türke wurde seit 2015 vier Mal mit einem Betretungs- und Annäherungsverbot belegt und hat ein offizielles Waffenverbot. Laut Philipp Stadler, Leiter des Landeskriminalamts Vorarlberg, hat er seine rumänische Ehefrau wiederholt bedroht und auch Gewalt angewendet. Das brachte dem Mann mehrere Haftstrafen ein, er hat zahlreiche Vorstrafen. Stadler sagte, er sei erst eine Woche vor der Tat aus der Haft entlassen worden.
Der Fall in Bludenz ist laut APA-Zählung der 26. Mord an einer Frau oder einem Mädchen in Österreich in diesem Jahr. Sprecherinnen politischer Parteien zeigten sich in Sendungen schockiert und forderten einen besseren Schutz für Frauen. Vorarlberger Volksparteisprecherin Gabriele Graf wollte die Tat zum Anlass nehmen, die Wirksamkeit bestehender Präventionsmaßnahmen in Vorarlberg zu überprüfen.
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