Ein deutscher Diplomat in Brasilien wird verdächtigt, seinen belgischen Ehemann ermordet zu haben. Er wurde am Samstagabend in Rio de Janeiro festgenommen.
Der Diplomat Uwe Herbert H. selbst informierte die Behörden: Sein Ehemann Walter Henri Maximilien B. (52) erkrankte am Freitagabend und brach zusammen. Er erlitt tödliche Kopfverletzungen. Das teilte die Polizei in Rio de Janeiro am Samstag (Ortszeit) mit. Als die Ermittler den Fall aufgriffen, kamen schnell Zweifel an der Geschichte auf.
Die Untersuchungen der Leiche und der Wohnung widersprachen der Darstellung des Diplomaten, sagte Camila Lourenco von der Polizei in Rio in den sozialen Medien. Am Körper, auch am Oberkörper, wurden Blutergüsse festgestellt, die möglicherweise von Tritten stammten. Es gebe auch Verletzungen, die auf „Angriff mit einem zylindrischen Gegenstand“ hindeuten.
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„Die Leiche schreit die Umstände ihres Todes heraus“, schrieb Lourenco. Die Polizei veröffentlichte Fotos auf Instagram, die offenbar Blutflecken auf dem Boden und den Möbeln im Haus des Paares zeigten.
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Vor dem Eintreffen der Polizei habe Uwe Herbert H. versucht, die Spuren zu entfernen, berichteten brasilianische Medien wie Globo. Der Diplomat sagte auch aus, dass sein Mann in letzter Zeit viel getrunken und Schlaftabletten genommen habe. Das Paar ist Berichten zufolge seit 23 Jahren zusammen und lebt seit vier Jahren in Rio de Janeiro. Die Wohnung, in der der Belgier starb, liegt im schicken Küstenviertel Ipanema.
Das Auswärtige Amt in Berlin teilte am Sonntag mit, die deutsche Botschaft in Brasilien und das Generalkonsulat in Rio de Janeiro seien “in engem Kontakt” mit den ermittelnden brasilianischen Behörden. Zu Einzelheiten wollte sich das Ministerium nicht äußern.
Laut brasilianischen Medien würde der Verdächtige, der beim Generalkonsulat in Rio arbeitet, wegen eines so schweren Verbrechens keine diplomatische Immunität genießen. Die Polizei reagierte zunächst nicht auf die entsprechende Anfrage.
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