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Busse müssen helfen – SWR Aktuell

Fast die Hälfte der S-Bahn-Züge müssen laut Bahn dringend zum Rasthof. Sie organisierte einen Ersatz für die reguläre Route. Auf anderen Strecken entlastet sie den Bahnverkehr.

Der Ausfall vieler S-Bahn-Züge und Verspätungen dürften die Nerven der S-Bahn-Kunden im Raum Stuttgart noch einige Zeit strapazieren. Als Ersatz setzt die Deutsche Bahn Busse auf der Hauptstrecke zwischen Hauptbahnhof und Vaihingen ein. Der Bahnverkehr in andere Richtungen wird reduziert

Fast 100 Züge dürfen nicht mehr fahren

Betroffen sind die Linien S1, S12, S2, S23 und S15. Derzeit gibt es nur ein sehr begrenztes Angebot. Die Züge der Linien S4, S5, S6/S60 verkehren planmäßig. Hintergrund ist, dass die Bahn wegen technischer Probleme fast 100 Züge in die Werkstatt schickte. Da im Raum Stuttgart 97 Züge dieser Baureihe eingesetzt wurden, fiel etwa die Hälfte der rund 200 S-Bahn-Fahrzeuge aus.

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Informieren Sie sich vor der Fahrt über die Verbindungen

So verkehrt die S1 beispielsweise nur zwischen Kirchheim/Teck (Kreis Esslingen) und Stuttgart Hauptbahnhof sowie zwischen Herrenberg (Kreis Böblingen) und Stuttgart-Vaihingen. Sie verkehrt nicht zwischen den Bahnhöfen Hauptbahnhof und Vaihingen. Andere Linien enden vorzeitig oder fahren mit kürzeren Zügen.

Die Bahn will eine Inspektion der Züge der Baureihe 430. IMAGO IMAGO / Ralph Peters

Reisende sollten sich vor Reiseantritt im Internet informieren

Die S2 hingegen verkehrt nur zwischen Schorndorf (Rems-Murr-Kreis) und Stuttgart Hauptbahnhof, die S30 zwischen Stuttgart-Vaihingen und Filderstadt (Kreis Esslingen). Die Linie S23 verkehrt im 30-Minuten-Takt zwischen Hauptbahnhof und Waiblingen/Backnang.

Es bleibt unklar, wie lange es dauern wird, bis sich Reisende an die zusätzlichen Einschränkungen gewöhnt haben. Kunden sollen sich online oder über eine App über Verbindungen und mögliche Alternativen informieren. Der Verkehrsverbund VVS hat dem SWR mitgeteilt, dass zumindest die betroffenen Linien aus der elektronischen Fahrplanauskunft genommen wurden.

Probleme mit der S-Bahn in Stuttgart

Nun müssen die Techniker Stahlringe untersuchen, die die Schnittstelle zwischen Rad und Schiene darstellen. Der Stahl dieses sogenannten Radreifens muss in gewissen Abständen ausgetauscht werden. Durch Beschleunigung, Bremsen und Kurvenreibung unterliegen Teile einem starken Verschleiß. Bei den regelmäßigen Tests der Züge der Baureihe 430 sei festgestellt worden, dass die Räder stärker abgenutzt seien als erwartet, teilte die Bahn mit.

Möglicher Grund: landschaftlich schöne Strecke

Am Donnerstag vermutete die Bahn die kurvenreiche Strecke zwischen Vaihingen und dem Hauptbahnhof, die sogenannte Panoramastrecke, als mögliche Ursache. In den Sommerferien im vergangenen Jahr gab es bereits Probleme mit den Zügen der Baureihe 430. Dann verschlissen die Räder wegen der engen Kurven auf der Strecke der Panoramabahn schnell.

Die Eisenbahn führte dann drei Schmiersysteme ein, um die Reibung zwischen den Rädern und den Schienen in den engen Kurven zu verringern. „Die durchgeführten Tests und Messungen sind positiv“, sagte ein Bahnsprecher. Nach den neuen Erkenntnissen, so der Sprecher, hätten Experten „unverzüglich die Untersuchungen zum komplexen Zusammenspiel von Rad und Schiene wieder aufgenommen“.

Erhöhter Verschleiß auch bei der Schwarzwaldbahn

Auf der kurvenreichen Schwarzwaldbahn von Offenburg (Landkreis Ortenau) nach Zingen (Landkreis Konstanz) zog der Zug nach einer Radkontrolle zum letzten Mal die Notbremse. Dort wurde bei regelmäßigen Kontrollen auch ein erhöhter Radverschleiß festgestellt, Doppelstockwagen waren betroffen. Ab Ende Juni können Fahrgäste zwischen Hausach (Ortenaukreis) und St. Georgen (Schwarzwald-Baar-Kreis) musste umsteigen. Dadurch verlängert sich die Fahrzeit erheblich.