Panoramacamping statt Kampen
Punker werden mit einem 9-Euro-Ticket nach Sylt gelockt – Regionalzüge sind “stark gefragt”
Bis: 20:47 Lesezeit: 3 Minuten
Mit dem Ticket ab 9 Euro nach Sylt – „Ich will ein bisschen Remmi Demmi machen“
Bis zu 1.000 Fahrgäste finden im Regionalexpress nach Sylt Platz, im Halbstundentakt kommt ein Zug am Bahnhof Westerland an. Die Insel bereitete sich bereits auf Tage des Chaos vor. WELT-Reporterin Farina Fichtner-Zenker ist vor Ort und berichtet.
Das 9-Euro-Ticket lockte am Pfingstwochenende viele Touristen an Nord- und Ostsee. Aufgrund der überfüllten Züge mussten einige Fahrgäste auf dem Bahnsteig bleiben. Die Punks trafen sich auf Sylt – um friedlich zusammenzusitzen.
In Nord- und Ostsee begann das Pfingstwochenende mit vollen Zügen und vollen Straßen. Vor allem Regionalzüge, mit denen Fahrgäste mit einem 9-Euro-Ticket den Strand besuchen konnten, waren am Samstag gut ausgelastet – teilweise überfüllt.
Am Karsamstag kamen zahlreiche Touristen, Tagesgäste und Punks mit dem Zug auf der Insel Sylt an, die in den sozialen Netzwerken für 9 Euro zum Traumziel für Passagiere erklärt wurde. Punks und linke Gruppierungen sprachen in der Debatte um das 9-Euro-Ticket viel über Sylt; Auch Forderungen nach einem „Board“ auf der Insel kursierten.
Sylts Bürgermeister Nicholas Haeckel (parteilos) sagte der Deutschen Presse-Agentur am Samstagnachmittag, die Insel sei nur punktuell voll, die Lage sei ruhig. Die Polizei patrouilliert in den jeweiligen Bereichen. Fotos und Videos zeigen Punks, die sich friedlich in Westerland versammeln.
In der Innenstadt von Westerland auf Sylt sitzen Punks zusammen und trinken Bier
Quelle: REUTERS
Ein Polizeisprecher hatte zuvor betont, Silts Lage sei ruhig. Auch in der Nacht gab es keine größeren Operationen. Eine Gruppe von 50 bis 80 Punks, die sich seit mehreren Tagen auf der Insel aufhalten, sei “ein bisschen laut”, aber das sei nicht viel.
Auch an der Ostsee in der Lübecker Bucht entspannte sich die Lage am Pfingstsamstag. Viele Urlauber und Tagesgäste genossen die Sonne und den Strand. Ein Mitarbeiter der Tourist-Information Niendorfer Hafen resümierte am Mittag, es sei voll, aber nicht überfüllt.
„Wie erwartet besteht eine große Nachfrage nach Regionalzügen“
Bei der Anreise aus den Hauptstadtregionen der Nord- und Ostsee oder anderen touristischen Zielen gab es jedoch einen großen Zuzug. „Wie erwartet sind Regionalzüge, insbesondere zu touristischen Zielen, heute stark nachgefragt“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Fahrgäste müssen sich kurz vor Fahrtantritt bei den Verkehrsverbünden oder über den DB Navigator informieren. Angesichts der hohen Beschäftigungsquote könne nicht garantiert werden, dass Fahrgäste ihr Fahrrad mitnehmen können: “Deshalb sollte jeder, der kann, auf ein Fahrrad verzichten.”
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In Hamburg teilte die Metronom Eisenbahngesellschaft mit, dass die Mitnahme von Fahrrädern bis zum Weißen Montag nicht möglich sei. In Niedersachsen und Schleswig-Holstein warnte die Deutsche Bahn, dass der Einstieg in Regionalzüge nicht gewährleistet werden könne.
Am Berliner Hauptbahnhof sprachen Fahrgäste von „überfüllten Zügen“. Die Fahrgäste mussten wieder aussteigen. Die Bundespolizei hat Eisenbahner dabei unterstützt, überfüllte Züge nach Rostock und Stralsund teilweise zu räumen.
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Auch in Baden-Württemberg war die Nutzung von Regionalzügen, insbesondere zu touristischen Zielen, hoch. Wie der Betreiber Go-Ahead Baden-Württemberg am Samstag mitteilte, war die Beförderung von Fahrgästen auf dem eigenen Streckennetz nirgendwo möglich. Die Deutsche Bahn hat angekündigt, ihre Kapazitäten in Richtung Südwesten zu erweitern.
An Pfingsten ist normalerweise immer viel los auf den Bahnen. In diesem Jahr kommt ein 9-Euro-Ticket hinzu, mit dem die Inhaber im Juni, Juli und August mit dem öffentlichen Nahverkehr quer durch Deutschland reisen können. Das Pfingstwochenende gilt als erster Test der Rabattaktion.
Volle Züge, leere Straßen? Nein, sagt der ADAC
Das 9-Euro-Ticket am Pfingstwochenende entlastete die Straßen jedoch nicht: Auf den Autobahnen kam es am Samstag zu Staus. Vor allem im Norden sei viel los, sagte ein ADAC-Sprecher.
Das gesamte Verkehrsaufkommen wird jedoch für das Feiertagswochenende erwartet. “Es läuft nicht gut, aber wir haben kein absolutes Chaos”, sagte der Sprecher. Der ADAC rechnet vor allem für Montag mit vielen Rückkehrern. Dann ist vor allem von den Inseln mit Staus und zähem Verkehr zu rechnen.
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