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CDU-Parteitag: Merz begrüßt “stolze Zahl” von 58 ÖRR-Redakteuren

Vorsitzender der deutschen CDU

Mertz begrüßt „eine beeindruckende Zahl von 58 Redakteuren öffentlich-rechtlicher Sender“ zum Parteitag

Bis: 17:53 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

„Wir sind wieder auf Platz 1 der deutschen Parteien“

Auf dem Parteitag in Hannover untersucht CDU-Chef Friedrich Merz aktuelle Umfragedaten. Hier sieht Mertz seine Partei ein Jahr nach einer schweren Niederlage bei der Bundestagswahl wieder auf Kurs. „Wir haben die Querelen zwischen CDU und CSU beigelegt“, sagte Mertz.

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CDU-Chef Friedrich Merz eröffnete den Bundesparteitag der Christdemokraten in Hannover und äußerte in seiner Rede eine subtile Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk. ARD, ZDF und Co. insgesamt reichten 58 redakteure ein. “Wir werden sie besonders freundlich behandeln”, sagte Mertz.

Mit diesem Gruß war der Applaus auf seiner Seite: In seiner Eröffnungsrede auf dem Bundesparteitag hob CDU-Chef Friedrich Merz die große Zahl akkreditierter Journalisten in den öffentlich-rechtlichen Medien mit subtiler Kritik hervor.

„Ein besonderer Gruß an die zahlreichen Medienvertreter. Ich hoffe sehr, dass wir ihnen einen Anlass für eine positive und gute Berichterstattung geben“, sagte Mertz. „Ein besonderer Gruß an die stolze Zahl von 58 Redakteuren im öffentlich-rechtlichen Hörfunk und Fernsehen. Wir werden Sie im Zuge dieses Parteitags mit besonderer Liebe behandeln.“ Die Delegierten reagierten mit Applaus.

Ein Sprecher bestätigte auf Nachfrage die Zahl von 58 akkreditierten Journalisten von ARD, ZDF und Co. Der öffentlich-rechtliche Sender steht seit Jahren wegen der Doppelstrukturen zwischen ARD und ZDF, aber auch den verschiedenen Landesrundfunkanstalten in der Kritik. Die CDU will auf dem Parteitag über mögliche Reformen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks beraten.

ÖRR in der Krise

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk Öffentlich-rechtlicher Rundfunk Deutsche Medienlandschaft

Der Antragsausschuss empfiehlt beispielsweise die Annahme eines Antrags, in dem sich die Partei gegen „geschlechtsspezifischen Zwang“ wendet. „In allen Behörden, Schulen, Universitäten und anderen öffentlichen Einrichtungen sowie im öffentlich-rechtlichen Rundfunk“ soll keine „grammatikalisch unkorrekte Gattungssprache“ verwendet werden, so der Entwurf.

Merkel entschuldigt sich

Mehrere Kandidaten fordern auch eine größere Distanz zum Staat, eine Reformfinanzierung oder eine bessere Vertretung unterschiedlicher sozialer Schichten. Trotz der Kritik befürworten sie den Erhalt des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Mertz begrüßte Medienvertreter als jüngste in einer langen Liste von Parteitaggästen. In der Messehalle Hannover waren übrigens die ehemaligen CDU-Vorsitzenden Wolfgang Schäuble, Annegret Kramp-Karrenbauer und Armin Lachette zugegen. Angela Merkel könne nicht teilnehmen, sie könne entschuldigt und beglückwünscht werden, sagte Merz. Auch Altbundespräsident Christian Wulff und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (beide CDU) wurden von dem 66-Jährigen namentlich begrüßt.

Laut Mertz sollte auch der Bürgermeister von Kiew, Vitaliy Klitschko, nach Hannover kommen. Umstände in der Ukraine verhinderten jedoch seine Ankunft, sagte der Oppositionsführer im Bundestag. Mertz traf Anfang Mai in Kiew mit Klitschko und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammen.

„Eine der schwächsten Bundesregierungen aller Zeiten“

„Wir kommen mit diesem Parteitag in einer wirklich schwierigen und herausfordernden Zeit zusammen“, sagte Mertz mit Blick auf hohe Energiekosten und die drohende Rezession. „Gerade in einer Zeit wie dieser, in der Führung, klarer Kurs und Handeln gefragt sind, lässt unser Land eine der vielleicht schwächsten Bundesregierungen aller Zeiten zu.“

Er forderte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auf, „dieses rot-gelb-grüne Narrenschiff zu stoppen“. Außerdem forderte er die Kanzlerin auf: „Korrigieren Sie diesen Kurs, damit unser Land nicht in eine schwere Wirtschaftskrise gerät.“

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Mertz und die Führungsfrage

Mertz räumte in seiner Rede auch ein, dass die Union in seiner Amtszeit gravierende Fehler in ihrer Energiepolitik gemacht habe. „Wir sind in diesem Land zu abhängig von russischem Gas geworden“, sagte er. “Das war ein großer Fehler. Das war vielleicht auch eine große Portion Naivität.“ Als langjähriger Koalitionspartner trägt die GSVP aber auch Verantwortung.

Am Freitag unterstützten die Delegierten einen Antrag des Bundesvorstands, der fordert, die von der Ampelregierung beschlossene Gassteuer abzuschaffen und die drei deutschen Atomkraftwerke über das Jahresende hinaus weiter zu betreiben.

Besonders kritisch sieht Merz die Russland-Verbindungen des ehemaligen Bundeskanzlers der Deutschen Demokratischen Partei, Gerhard Schröder, der lange als Lobbyist für russische Energiekonzerne tätig war. Der CDU-Chef sprach in diesem Zusammenhang von einer „abgrundtiefen Korruption“ in der GSVP.

Mertz kritisierte auch die Zurückhaltung der GSDP bei Waffenlieferungen an die Ukraine. “Gemeinsam mit der FDP und den Grünen würde ich eine Exportgenehmigung für 100 Marder-Panzer in die Ukraine erteilen”, sagte er. Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine sei auch “ein Angriff auf unsere Freiheit”, sagte er – und forderte: “Wir müssen Antworten geben, die vielleicht unbequem sind.”

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Auf dem zweitägigen Parteitag will die CDU die Weichen für die inhaltliche Positionierung und die eigene Parteistruktur stellen. Das am meisten diskutierte Thema unter bis zu 1.001 Delegierten ist der Vorschlag, eine Frauenquote in der Partei einzuführen. Der Bundesrat schlug dafür ein stufenweises Vorgehen vor. Ab dem kommenden Jahr muss ein Drittel der Vorstandsposten auf Kreisebene mit Frauen besetzt werden, ab 2024 sind es 40 Prozent, ab Mitte 2025 50 Prozent.

Doch der Widerstand in der Partei ist groß. So ist ungewiss, ob die Pflichtquote auf dem Parteitag verabschiedet wird. Mertz unterstützt die Quote, hat aber mehrfach deutlich gemacht, dass er sie nur für eine „zweitbeste Lösung“ hält.

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Shifting Powers ist der WELT-Podcast mit Dagmar Rosenfeld und Robin Alexander. Jeder Mittwoch. Sie können Apple Podcasts, Spotify, Amazon Music, Deezer oder über einen RSS-Feed abonnieren.