Deutschland ist besorgt über den Energieschock.
Die Gaskrise spitzt sich zu. Denn die Befürchtung ist groß, dass Lieferungen aus Russland auch nach der am Montag begonnenen Reparatur der Gaspipeline Nord Stream 1 komplett ausfallen könnten.
Außerdem explodieren die Strom- und Gaspreise wegen Putins Krieg in der Ukraine, und die Inflation macht den Bürgern zu schaffen. CDU-Wirtschaftsratsexperte Jens Spahn (42) fordert nun Entlastungen für deutsche Privathaushalte.
„Im Jahr 2022 sollen die ersten 2.000 kWh Strom und die ersten 5.000 kWh Gas für jeden Privathaushalt in Deutschland nicht mehr kosten als im Vorjahr. Menschen mit geringerem Einkommen haben in der Regel auch einen geringeren Konsum und werden dadurch überproportional entlastet“, sagte der frühere Gesundheitsminister zu BILD.
Spahns Idee: Daher wird der Unterschied beim Bundesland liegen oder bei denen, die einen besonders hohen Verbrauch haben.
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“Dann stoppt die Produktion”
Unterdessen drängt auch die deutsche Wirtschaft auf eine Rettungsaktion, falls Deutschland das Benzin ausgeht. Letztlich sollen die Unternehmen das Erdgas ganz oder teilweise nicht mehr beziehen können.
„Dann wird die Produktion in diesen Betrieben eingestellt“, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) Peter Adrian (65) am Montag dem WELT-Fernsehen.
Und weiter: „Es ist daher notwendig, nicht nur die Notstandszahlungen für Betriebe mit extrem hohen Energiepreisen zügig auszuweiten, sondern auch ein Konzept der Übergangshilfe für den Fall tatsächlicher Betriebsschließungen zu haben.“
Söder warnt vor Stromausfällen
Foto: Fabian Sommer/dpa
Dobrind pocht auf die Fortführung des Betriebs der Kernkraftwerke
CSU-Chef Markus Söder, 55, warnte am Wochenende deutlich vor Deutschlands drohender Energiekrise und sprach von einem „Gasnotstand“ und einem „Blackout“. “Dunkle Wolken ziehen über Deutschland auf”, sagte der bayerische Ministerpräsident grimmig.
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Söders Schreckensszenario: Deutschland sei weniger auf die kommende Krise vorbereitet als andere europäische Länder – die etwa die Atomkraft weiter nutzen oder sogar ausbauen. Deutschland hingegen habe „keine wirklich gesicherte Versorgungslage“, sagte der bayerische Ministerpräsident im Gespräch mit WELT am SONNTAG.
Auch der CSU-Politiker Alexander Dobrind (52) zeigt sich besorgt über BILD und fordert eine Fortsetzung der Atomstromproduktion: „Putin stoppt Deutschland das Gas und die Grünen schalten uns die Atomenergie ab. Dies hätte fast einen Winter-Blackout provoziert. Jetzt brauchen wir die Entscheidung, die Kernkraftwerke in Deutschland weiter zu betreiben.
Preisausgleich: Die Grünen erwarten Ampelmaßnahmen
Die Grünen erwarten derweil weitere Maßnahmen der Bundesregierung, um die hohen Energiepreise auszugleichen.
„Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir weitere Entlastungen bekommen werden. Die werden auch gebraucht“, sagte Co-Parteichefin Ricarda Lang (28) am Montag in Berlin. Der starke Preisanstieg dürfte im Herbst und Winter kommen. Dann braucht es mehr Hilfe, vor allem für die Bedürftigen.
„Wir lassen diese Menschen nicht allein.“ Deshalb sei es richtig, sich dafür einzusetzen, dass Gas und Strom nicht einfach wegen Nichtzahlung von Rechnungen abgeschaltet werden. Jeder sollte jetzt Energie sparen. „Auch die Industrie muss jetzt sparen, wo es geht“, sagt Lang.
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