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Corona: Gesundheitsministerium kündigt zwei angepasste Impfstoffe für Herbst an

Vierte Impfung in Deutschland

Das Gesundheitsministerium kündigt für den Herbst zwei angepasste Corona-Impfstoffe an

Stand: 15:01 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

“Das ist chaotische Risikokommunikation, du verwirrst die Leute”

In Lauterbachs aktueller Diskussion um eine vierte Corona-Impfung bezieht der Virologe Klaus Stöhr klar Stellung: „Das ist eine unverantwortliche Kommunikationspolitik. Das kann man, wenn man als Hinterbänkler im Bundestag sitzt, aber nicht als Gesundheitsminister.

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Ab Herbst sind in Deutschland zwei neue angepasste Impfstoffe erhältlich. Auch Gesundheitsminister Lauterbach empfiehlt die vierte Impfung für unter 60-Jährige. In einem Interview hat er mit dem FDP-Politiker Wolfgang Kubicki abgerechnet.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums soll es in Deutschland im Herbst mindestens zwei an Varianten des Virus angepasste Impfstoffe geben. „Wir werden im Herbst genügend Impfstoffe zur Verfügung haben“, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Freitag in Berlin.

Dabei werde es sich „im Wesentlichen“ um zwei unterschiedlich angepasste Impfstoffe handeln: Zum einen um den sogenannten bivalenten Impfstoff auf Basis der Virusvariante BA.1. Andererseits ein an die Variante BA.5 angepasster Impfstoff. “Beides wird in ausreichender Menge verfügbar sein.”

Welcher Impfstoff als nächstes zum Einsatz kommt, hängt von der vorherrschenden Variante des Coronavirus ab. Der erste Impfstoff soll Anfang September verfügbar sein, der zweite eher Ende September oder Anfang Oktober. Zwar gibt es jetzt mit BA2.75 eine neue Variante, die aber der BA1-Variante sehr nahe kommt. „Im Moment wissen wir nicht, welche Option sich durchsetzt. Dadurch wird festgelegt, welcher Impfstoff dann verwendet wird“, sagte der Sprecher.

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Die Zukunft der Corona-Regeln

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) empfahl nach Rücksprache mit dem Hausarzt am Donnerstag eine vierte Impfung für Menschen unter 60 Jahren. „Wenn jemand den Sommer genießen und nicht das Risiko eingehen möchte, krank zu werden, dann würde ich jüngeren Menschen nach Rücksprache mit dem Hausarzt eine Impfung empfehlen“, sagte der Minister im Spiegel-Gespräch. Die Ständige Impfkommission (Stico) empfiehlt eine vierte Impfung bisher nur für Bürger über 70 und Personen aus Risikogruppen.

Mit der vierten Impfung haben Sie eine ganz andere Sicherheit. Das Risiko eines verlängerten Covid ist für einige Monate stark reduziert, ebenso wie das Risiko einer Ansteckung.

Lauterbach deutete in dem Aufruf an, dass Stiko ihrer Empfehlung folgen werde. „Die Europäische Kommission hat die Empfehlung umgesetzt, die ich seit zwei Monaten mache“, sagte er und fügte hinzu: „Ich bin mir fast sicher, dass Stiko dasselbe tun wird.“

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Lauterbach übt dann eine allgemeine Kritik an Stikos Werk. Auf die Frage, ob die Kommission einen neuen Chef brauche, sagte Lauterbach: “Ich denke, wir müssen darüber nachdenken, wie die Arbeit von Stiko dynamischer werden kann.”

Stiko-Chef Thomas Mertens widersprach Lauterbach am Freitag. „Ich finde es schlecht, medizinische Empfehlungen nach dem Motto ‚viel hilft viel‘ zu geben“, sagte er WELT AM SONNTAG.

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“Niemand kann sich wundern, dass Kubicki wieder falsch liegt”

Lauterbach kritisierte den SPD-Politiker Wolfgang Kubicki scharf. Er nahm unter anderem Anstoß an Kubickis Aussage, dass im Herbst mit einer flachen Kronenwelle zu rechnen sei. „Das sind epidemiologisch und virologisch falsche Positionen“, sagte er. Auf die Frage, ob das, was Kubicki gesagt habe, Unsinn sei, sagte Lauterbach: “Ja, auf jeden Fall.”

Er kenne sich zwar in anderen Bereichen aus, aber “das ist ja bekanntlich nicht seine Stärke”. Kubickis Position ist für ihn ohne Bedeutung. Auch er hat eine Vorgeschichte von Fehleinschätzungen in der Corona-Politik. „Es sollte niemanden überraschen, dass er diesmal wieder falsch liegt.

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Zu seiner Haltung zu Kubickis Äußerungen sagte er: „Wenn er Dinge sagt, die falsch sind und meine Arbeit direkt betreffen, dann melde ich mich und wir tauschen uns aus.“

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