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Corona-Hilfe: Rechnungshof zerlegt Cofag | DiePresse.com

Der Rechnungshof kritisiert Aufbau und Gehälter der Covid19-Förderstelle. „Die Cofag ist innerhalb weniger Tage entstanden, ohne nachvollziehbare Dokumentation des Entscheidungsprozesses und der Entscheidungsfindung im Finanzministerium“, heißt es in Medienberichten.

Ende März 2020 wurde die Cofag, die Förderstelle des Bundes für Covid19 GmbH, gegründet. Sie vergibt Stipendien und Zuschüsse und ist mit 19 Milliarden dotiert. Die Konstruktion wurde von Anfang an kritisiert.

Zu Recht, wie der “Falter” und “Standart” vorliegende Rohbericht des Audit Office (CA) zeigt. Demnach beginnen die Probleme bereits bei der Gründung: Die GmbH wurde rechtmäßig von einer Rechtsanwaltskanzlei (Sozietät Schönherr) gegründet. „Cofag ist in wenigen Tagen entstanden, ohne nachvollziehbare Dokumentation des Willens und der Beschlussfassung im Finanzministerium und minimaler Begründung und Abwägung von Alternativen“, so Falter im RH-Bericht. Teilweise wird auch ohne Leistungsbeschreibung, ohne schriftlichen Auftrag gearbeitet. RH nennt das „unzureichend“ und bemängelt auch, dass das Büro von Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) es versäumt habe, „Expertenwissen“ aus dem Ministerium herauszuholen.

mehrfache Zahlung

Kritik gibt es auch an Cofag-Mitarbeitern. Obwohl die Finanzstaatsanwaltschaft davor warnte, leitende Angestellte von Abbag (ein Bankabwicklungsunternehmen) oder Öbag (Austrian Holdings AG) einzustellen – weil: Achtung, Interessenkonflikt – ist genau das passiert. Bernhard Perner, ein enger Mitarbeiter von Thomas Schmidt, arbeitet bei Abbag und Öbag wurde Geschäftsführer. Auch er steht im Fokus der Kritik. RH kritisiert (nicht nur in seinem Fall) Mehrfachzahlungen und empfiehlt Teilerstattungen.

Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats, dem Unternehmer aus der Bankenbranche und der Immobilienbranche angehören, bereitet RH Sorgen: „Es bestand die Gefahr, dass die Mitglieder des Aufsichtsrats von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen und potenziell wettbewerbsrelevanten Informationen profitieren würden antragstellendes Unternehmen.”

Schnell etwas auf die Beine stellen

Im “Standard” erklärt Perner das “Sphärenmischen”, d.h. Immer wieder dieselben Personen einbeziehen, z.B. B. bei Abbag oder Öbag oder bestimmten Anwälten: Da musste man schnell etwas anfangen. Er wandte sich an jene Menschen, mit denen er während der Finanzkrise gute Erfahrungen gemacht hatte.

Auch RH kritisierte die Berechnung der Subventionen: Er sah ein “erhebliches Risiko einer Überfinanzierung”. „Dadurch könnten teilweise – für den Förderzeitraum – höhere Gewinne eintreten“, als wenn die Pandemie nicht existiert hätte, zitierte Falter den Rohbericht.