Bis: 30.06.2022 21:59
Zwei Drittel der Corona-Infektionen gehen mittlerweile auf die Subvariante omicron BA.5 zurück. Sie ist laut RKI auch für die jüngste Zunahme von Morbidität und Krankenhauseinweisungen verantwortlich. WHO warnt vor Sommerwelle.
Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) hat die Verbreitung der in Deutschland seit einiger Zeit dominierenden Subvariante omicron BA.5 wieder zugenommen. Nach neuen Erkenntnissen – einer Stichprobe aus der Vorwoche – liegt ihr Anteil bei knapp 66 Prozent, wie das RKI im aktuellen Wochenbericht mitteilt. In der Vorwoche lag der Anteil von BA.5 bei rund 52 Prozent.
Wie die RKI-Experten in dem Bericht schreiben, ist die BA.4-Option zuletzt weiter gestiegen, allerdings weniger stark als in den Wochen zuvor. Es waren also etwa sieben Prozent. In Deutschland wird das Genom jedoch nur bei einem geringen Anteil positiver Proben vollständig untersucht.
Anstieg der Morbidität, mehr Krankenhausaufenthalte
Auch bei der Sieben-Tage-Morbidität gab es laut RKI zuletzt bundesweit einen deutlichen Anstieg: Der Wert stieg um 38 Prozent. Dem Bericht zufolge ist auch die Zahl der Ausbrüche in Pflegeheimen und Pflegeheimen sowie die Zahl der Menschen, die wegen Covid-19 auf Intensivstationen behandelt werden, deutlich gestiegen.
Vor dem Hintergrund der steigenden Morbidität durch die immer häufiger auftretenden Sublinien BA.4 und BA.5 warnt das RKI, dass die Infektionsschutzmaßnahmen weiterhin eingehalten werden müssen. Die Experten twitterten, dass insbesondere für Personen mit Auffrischimpfungen „weiterhin von einem sehr guten Impfschutz gegen schwere Erkrankungen ausgegangen werden kann“.
Lauterbach: Corona-Tests machen jetzt mehr Sinn
Nach dem Ende der kostenlosen Tests für Corona-Bürger regt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach an, dass die Neuregelung zu aussagekräftigeren Tests führen wird. „Wenn sich jeder ohne Grund einfach so oft testen lassen kann, wie er will, dann sind zu viele Tests negativ, oder wenn sie positiv sind, dann oft falsch positiv“, sagte der SPD-Politiker gegenüber RTL. “Wir haben es eingegrenzt, damit die Tests mehr Sinn machen.”
Lauterbach werde auch konsequenter gegen Betrug vorgehen. Er verteidigte auch die Kostenbeteiligung der Bürger: „Wenn ich für drei Euro viele Menschen in einer größeren Gruppe vor einer Ansteckung schützen kann, dann ist das gut investiertes Geld.“
Der Chef der WHO für Europa warnt vor einer Corona-Welle im Sommer
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erwartet derweil für diesen Sommer eine weitere Corona-Welle in Europa. Es wird erwartet, dass sich das Coronavirus schnell ausbreitet, da die Länder in der Region ihre bisherigen Schutzmaßnahmen aufgehoben haben, sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, gegenüber AFP. “Das Virus wird nicht verschwinden, nur weil die Länder es nicht mehr überwachen.”
Laut WHO hat sich die Zahl der Infektionsfälle auf dem europäischen Kontinent durch die Ausbreitung der hoch ansteckenden Subvariante omicron BA.5 innerhalb weniger Wochen mehr als verdreifacht. Während Ende Mai in den 53 Ländern der WHO-Region Europa rund 150.000 Infektionsfälle pro Tag verzeichnet wurden, nähert sich die Zahl der täglichen Infektionen inzwischen der 500.000-Marke.
Hohe Infektionszahlen auch aus Deutschland
Die höchsten Infektionsraten wurden in Österreich, Zypern, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Luxemburg und Portugal gemeldet. Er hoffe, dass durch Impfungen und Mehrfachinfektionen die Folgen einer Infektion generell weniger schwer seien als zu Beginn der Pandemie, sagte Kluge.
Aber es gibt immer noch Todesfälle und schwere Erkrankungen zu beklagen, so Kluge. „Deshalb halten wir an unseren Empfehlungen fest“, um sich vor dem Virus zu schützen. Die Menschen sollten sich weiterhin selbst isolieren, wenn sie Atemwegssymptome haben, ihre Impfungen auf dem neuesten Stand halten und an überfüllten Orten Gesichtsmasken tragen.
Wichtig sei auch, das Virus weiter zu verfolgen, sonst würden neue Übertragungsmuster und Mutationen zu lange unentdeckt bleiben, sagte Kluge. Er forderte die Länder auch auf, ihre Impfraten weiter zu erhöhen.
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