Stand: 11.06.2022 05:42 Uhr
Das RKI meldete an einem Tag 65.337 neue Coronavirus-Infektionen, die Häufigkeit stieg auf 348,9. Die neue Untereinheit omicron BA.5 wird vertrieben. Bayerns Gesundheitsminister Holecek warnt vor einem Anstieg der Zahlen.
Die Sieben-Tage-Inzidenz der Kronen-Neuinfektionen ist landesweit erneut gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab einen Wert von 348,9 an. Am Vortag lag die Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen bei 318,7 (Vorwoche: 270,3; Vormonat: 507,1).
Unklare Datenlage
Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI 65.337 Coronavirus-Neuinfektionen (Vorwoche: 41.087) und 77 Todesfälle (Vorwoche: 73). Aufgrund von Testverhalten, verspäteten Anmeldungen oder Übertragungsproblemen sind Datenabgleiche jedoch nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen und Todesfälle von Wochentag zu Wochentag erheblich, da immer mehr Bundesländer vor allem am Wochenende nicht an das RKI übermitteln und ihre Fälle später in der Woche melden.
Auch die Häufigkeit gibt kein vollständiges Bild der Infektionssituation wieder. Experten spekulieren schon länger, dass es eine Vielzahl von Fällen geben wird, die vom RKI nicht registriert werden – vor allem, weil nicht alle Infizierten einen PCR-Test gemacht haben. In der Statistik werden aber nur positive PCR-Tests gezählt. Zudem können verspätete Anmeldungen oder Übertragungsprobleme zu Verfälschungen einzelner Tageswerte führen.
Seit Beginn der Pandemie hat das RKI 26.803.867 nachgewiesene Sars-CoV-2-Infektionen gezählt. Die tatsächliche Summe dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen unentdeckt bleiben.
Holechek warnt vor einer Infektionswelle durch eine neue Variante
Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holeccek hat vor einer wachsenden Zahl von Infektionen durch die neue omicron-Subvariante BA.5 gewarnt. Nach Wellen in anderen Ländern sei damit zu rechnen, dass BA.5 auch in Deutschland bald dominant werde, sagte der HSS-Politiker. “Der Infektionsdruck kann wieder zunehmen.”
Holecek sieht jedoch keinen Anlass, die Regeln für die Krone zu verschärfen. BA.5 scheint keine schwerere Krankheit zu verursachen als frühere Arten von Omicron-Coronaviren. Dies ist jedoch kein Grund, nachlässig zu sein. Im Herbst ist mit neuen Varianten von Viren zu rechnen, die ansteckender und möglicherweise gefährlicher sein könnten.
Die Bundesregierung müsse “schnell und angemessen” reagieren.
Holecek kritisiert den Kurs der Bundesregierung. Sie haben das Infektionsschutzgesetz noch nicht an mögliche Entwicklungen angepasst. „Die Berliner Ampeln, die mit der Kronenproblematik kollidiert waren, laufen nun Gefahr, den Zug zu verpassen, um rechtzeitig für die Sommerferien des Bundestags die notwendigen Umschaltungen vornehmen zu können“, erklärte Holeccek.
Die Bundesregierung müsse es den Staaten ermöglichen, “schnell und angemessen” auf neue Infektionswellen zu reagieren.
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