Das ESC-Finale ist vorbei. Der Mitfavorit ist weiter, der Krieg ist aus
13.05.2022, 00:06
Überraschungen gab es im zweiten Halbfinale der Eurovision nicht: Weder musikalisch noch politisch geschah etwas Unerwartetes. Mitfavoriten und ehemalige Megaseller verstehen sich, Krieg spielt keine Rolle.
Das Finale des Eurovision Song Contest (ESC) ist vorbei: Am Donnerstagabend qualifizierten sich im zweiten Halbfinale zehn weitere Länder für die Show am Samstag, darunter Schweden, einer der Favoriten, mit Sängerin Cornelia Jacobs. Der ebenfalls hoch angesehene polnische Sänger Ochman erreichte das Finale ebenso wie die finnischen Alternative-Rocker The Rasmus, die zahlreiche Medaillen gewannen.
Insgesamt 25 Länder werden am Samstagabend um das Glasmikrofon gegeneinander antreten. Mit mehr als 200 Millionen TV-Zuschauern ist das ESC-Finale das meistgesehene Musikereignis der Welt. Mit Ausnahme der fünf Hauptsponsoren des Wettbewerbs – Deutschland, Großbritannien, Spanien, Italien und Frankreich – müssen sich alle anderen Länder zuerst für das Finale qualifizieren.
Neben Schweden, Polen und Finnland qualifizierten sich auch Belgien, Tschechien, Aserbaidschan, Estland, Serbien, Rumänien und Australien für das Finale. Australien ist seit 2015 als außereuropäisches Land teilnahmeberechtigt, da es Mitglied der European Broadcasting Union ist. Wie viele Punkte die 20 Länder aus den beiden Vorrunden bekommen haben, wird nicht berichtet, um das Finale nicht zu beeinflussen.
Zypern, Georgien, Irland, Israel, Nordmazedonien, Malta, Montenegro und San Marino schieden am Donnerstag aus. Die Top-Ten-Nationen haben sich am Dienstag bereits qualifiziert – darunter auch das Kalush Orchestra of Ukraine, das als Wettfavorit gilt.
Die Ukraine ist der klare Favorit
In der zweiten Halbfinalshow trat auch der deutsche Starter Malik Harris kurz auf, um seinen Song „Rockstars“ vorzustellen. Harris sagte, er sei so aufgeregt – die Präsentation des ESC-Finales am Samstag sei das, wofür er gerade lebe. Harris-Wettpunkte geben keine Chance auf eine Top-Platzierung. Deutschland befindet sich möglicherweise in der gleichen Situation wie in den meisten Vorjahren, als sich die deutschen Starter weit abgeschlagen auf einem der letzten Plätze wiederfanden.
Harris, der aus dem bayerischen Landsberg am Lech stammt, performte vor dem zweiten Halbfinale in Turin seinen Song „Rockstars“ bei einem Empfang in der Deutschen Botschaft in Turin.
Beim Empfang trat auch das ukrainische Kalush-Orchester auf. Mit „Stefania“ geht die Gruppe als klarer Favorit ins Finale. Russland wurde wegen des Angriffs auf die Ukraine vom Rennen ausgeschlossen. In den beiden Halbfinalshows spielte der Krieg jedoch keine Rolle – politische Botschaften dürfen von den Teilnehmern nicht gesendet werden.
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