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Das Impfpflaster ist mit der Omicron-Variante 11 mal wirksamer als die Spritze

SARS-CoV-2-Coronavirus

31. Juli 2022 19:41 Uhr Robert Klatt

  • Ein neues Impfpflaster kann Impfstoffe in Hautschichten mit einer hohen Dichte an Immunzellen injizieren
  • Für die Omicron-Variante des Coronavirus war diese Impfmethode etwa 11-mal wirksamer als herkömmliche Nadelimpfungen
  • Alternative Impfstoffe haben auch eine stärkere Immunantwort mit anderen Impfstoffen hervorgerufen

Ein neues Impfpflaster ist elfmal wirksamer gegen die Omicron-Variante des Coronavirus als derselbe Impfstoff, der mit einer Nadel verabreicht wird.

St. Lucia (Australien). Aufgrund der Covid-19-Pandemie wurde in den letzten Jahren nicht nur an neuen Impfstoffen, sondern auch an alternativen Impfmethoden geforscht. Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben einen inhalierbaren Covid-19-Impfstoff entwickelt, und an der University of North Carolina (UNC) wurde ein Pflaster erstellt, das Impfungen ohne Spritze ermöglicht.

Jetzt haben Forscher der University of Queensland zusammen mit dem Biotech-Unternehmen Vaxxas eine weitere Studie mit einem Impfpflaster durchgeführt. Laut der Veröffentlichung in der Zeitschrift Vaccine wurde der Hexapro-Impfstoff mit der HD-MAP-Technologie (High-Density-Microarray-Patch) verabreicht. Einfach ausgedrückt ist dieses Vaxxas-System ein Pflaster, das Impfungen ohne eine einfache Spritze ermöglicht.

Hautschichten mit einer hohen Dichte an Immunzellen

Laut Christopher McMillan von der University of Queensland gelangt der Impfstoff durch das Pflaster direkt in einen Bereich des Körpers mit einer hohen Anzahl von Immunzellen. Damit bekämpft sie die Omicron-Variante des Coronavirus SARS-CoV-2 deutlich wirksamer als herkömmliche Nadelimpfungen.

„Das High-Density-Microarray-Patch ist eine Plattform zur Impfstoffabgabe, die den Impfstoff präzise an die Hautschichten abgibt, die reich an Immunzellen sind. Wir fanden heraus, dass die Impfung mit Pflaster bei der Kontrolle der Omicron-Variante etwa 11-mal wirksamer war als derselbe Impfstoff, der mit einer Nadel verabreicht wurde“, sagte McMillan

Hohe Wirksamkeit aller Impfstoffe

Neben dem Hexapro-Impfstoff untersuchten die Forscher auch andere Impfstoffe, die sie mit dem Pflaster verabreichten. Die Ergebnisse waren ähnlich. „Bisher hat jede Art von Impfstoff, die wir mit dem Pflaster getestet haben, einschließlich Untereinheiten, DNA, inaktivierte Viren und Konjugate, eine überlegene Immunantwort im Vergleich zu herkömmlichen Nadelimpfmethoden hervorgerufen“, sagte McMillan.

Bessere Immunantwort durch Impfpflaster

Laut David Muller von der Fakultät für Chemie und Molekulare Biowissenschaften der Universität Queensland zeigt die Studie, dass alternative Impfmethoden wie das Impfpflaster die Immunantwort erheblich beeinflussen. Angesichts aktuell zugelassener Impfstoffe und neuer Virusvarianten seien sie eine Chance im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie.

„Diese reduzierte Effizienz wurde durch die Omicron-Variante nachgewiesen, die über 30 Mutationen im Spike-Protein enthält. Die große Zahl an Mutationen hat dem Virus die Fähigkeit gegeben, sich den Immunantworten zu entziehen, die durch aktuelle Impfstoffe ausgelöst werden“, erklärt Müller.

Die getestete Bonding-Technologie hat laut Mueller das Potenzial, „eine neue – und effektivere – Waffe in unserem Arsenal bereitzustellen, wenn neue Varianten in rasantem Tempo mutieren“. Neben der besseren Effizienz lobt der Wissenschaftler auch die vereinfachte Anwendung, die es auch Laien ermöglicht, den Impfstoff zu verabreichen.

Eine Produktionsstätte ist bereits im Bau

Laut David Howey, CEO von Vaxxas, hat das Impfpflaster seines Unternehmens „das Potenzial, ein Wendepunkt zu sein, um Nationen dabei zu helfen, besser auf globale Gesundheitsnotfälle wie aktuelle und zukünftige Pandemien zu reagieren.“ Derzeit baut das Unternehmen seine erste Impfpflaster-Produktion auf Einrichtung in Brisbane. Weitere klinische Studien mit deutlich mehr Probanden sollen ebenfalls in naher Zukunft beginnen.

Impfstoff, doi: 10.1016/j.vaccine.2022.07.013