Germany

Datum des versuchten Mordes auf Tinder: Dem Arzt drohen 4 Jahre Haft

„Er hat sich plötzlich in ein Monster verwandelt“

Arzt wollte Tinder-Date töten

Im Jahr 2018 versuchte ein Arzt in Gorno Valle, sein Tinder-Date zu töten. Auch ihre Nase hat er entstellt, nun muss er mehrere Jahre hinter Gittern verbringen.

Gepostet: 18:48 Uhr

|

Aktualisiert: 21:51 Uhr

“Doctor Monster” soll für vier Jahre und zwei Monate ins Gefängnis. Das entschied das Bezirksgericht Upper Valle, berichtet das Valle-Nachrichtenportal „Pomona“. Zudem wurde der deutsche Arzt für sieben Jahre des Landes verwiesen und muss seinem Opfer 25’000 Franken Entschädigung zahlen.

Der 40-jährige Arzt soll im Juli 2018 versucht haben, sein Tinder-Date umzubringen. Die beiden lernten sich 2017 kennen, stellten aber schnell fest, dass sie nicht als Paar zusammenarbeiten würden, zitierte das Portal Gerichtsdokumente. Sie beschlossen, ihre Beziehung “auf freundschaftlicher Basis” fortzusetzen.

Er rief die Polizei im Badezimmer an

Bei einem gemeinsamen Wanderwochenende im Oberwallis eskalierte die Situation dann. Nach dem Abendessen zogen sich die beiden laut Akten ins Hotelzimmer zurück. Danach lud der betrunkene Arzt seinen Bekannten zum Oralsex ein.

Als sie sich weigerte, schnaubte der Arzt. Er schlug der Frau ins Gesicht. Sie biss ihm in die Hand. Dann hat der Arzt auch sie gebissen – in die Nase. Der Arzt warf das Opfer dann auf das Bett, würgte es mehrere Minuten lang, beschimpfte es und drohte, es zu töten. Die Frau sagte dem Gericht, er habe sich plötzlich “in ein Monster verwandelt”.

Am Ende gelang es der Bekannten, ihre Finger in die Augen des Arztes zu legen. Er ließ sie los, die Frau rannte ins Badezimmer und rief von dort aus die Polizei. Die Polizei nahm den Arzt fest. Er saß einen Monat in Untersuchungshaft.

„Dauerhafte Beeinträchtigung der Gesundheit“

Dem Test zufolge hatte der Deutsche zum Tatzeitpunkt 2,7 Promille Alkohol im Blut. Er hatte den ganzen Abend stark getrunken. Bei ihm wurde eine Alkoholsucht diagnostiziert. Danach musste er in Therapie.

Die Frau habe “dauerhafte gesundheitliche Schäden” erlitten, zitierte das Portal Gerichtsakten. Ihre Nase war durch den Biss entstellt. Die Strafe war auch viel höher als von der Staatsanwaltschaft gefordert. Dies hatte 36 Monate Haft zur Folge, von denen 18 zur Bewährung ausgesetzt wurden.

Neben der Haftstrafe muss der Arzt dem Opfer auch 25’000 Franken Entschädigung zahlen und die Verfahrenskosten von rund 44’000 Franken übernehmen. Gegen die Entscheidung des Bezirksgerichts kann der Arzt Berufung einlegen. (zis)