Germany

Davos GR plant einen grossen Umbau am Bahnhof Dorf

Bis Freitag danach gehört Davos GR wieder den Davosern – zumindest einige Wochen vor der Sommersaison, um weniger Anzugträger, dafür mehr Wanderschuhträger in die Alpenstadt zu bringen.

Die Stadt selbst – immer noch die höchste in Europa – zieht kaum Touristen an, es sei denn, es ist WEF. Das sind die Berge, die Pisten, die Wander- und Radwege, die malerischen Alpen, die Outdoor-Fans ins Landwassertal locken.

Kaviar allein existiert nicht: Food Waste Management des WEF in Davos (02:28)

Die Stadt ist kein Juwel

Davos selbst ist eine Streusiedlung am Landwasser, “bestehend aus Gründerzeitpalästen, Kisten mit Flachdächern und fußballfeldgroßen Parkplätzen”, so die deutsche Zeitung “Welt”. Auch wenn ein Auge des Unterlandes alles zu negativ sieht (und vielleicht nicht weiss, dass die immer noch vorgeschriebenen Flachdächer im Zentrum von Davos in Zentren mit viel Schnee noch ihren Platz haben – Schlüssellawinen), geben selbst Davoser zu: Stein ist nicht ihre Heimatstadt. Und Hotels, die wie das “goldene Ei” getötet wurden, machen es nicht besser.

Architekturkritiker Graubünden und Herausgeber des Hochparterre Kobe Gantenbein, 66, schrieb: «Der Ort kann erfolgreich und lebendig sein, seine Sozial- und Wirtschaftsgeschichte ist beeindruckend – aber das Image des Ortes ist gescheitert, miserabel und chaotisch.»

Nun wird die Station verlegt

Das will der neue Landammann Philipp Wilhelm (33) ändern. Und die startet am Bahnhof Davos Dorf. Dieser muss 400 Höhenmeter talaufwärts zum Seehofzeeli versetzt werden. Denn die RhB muss den Bahnhof ohnehin behindertengerecht umbauen, die Gemeinde plant bereits eine Tiefgarage und Begegnungszone beim Seehofseeli und die aktuelle Verkehrslage am Bahnhof ist «Chrüsimüsi», wie die Zeitung schreibt schrieb die „Südostschweiz“ vor Jahren. Ein weiteres Plus: Sie gelangen dann ohne Umsteigen in den Bus zur Talstation Parsenn.

Außerdem soll rund um den Bahnhof und die Promenade (die dann nur noch für Fußgänger zugänglich sein soll) so etwas wie ein neues Zentrum entstehen – mit Busbahnhof, Park, Begegnungszone, Wohnungen, „Perle“, wie die Projektpartner nennen es.

Vermutlich wird es teurer als gedacht

Das „Generationen-Projekt“ wird seit Jahren verfolgt – Wilhelms Vorgänger Tarcisius Cavizel (67) war noch im Amt. Dennoch wird es noch Jahre dauern: Baubeginn dürfte nicht vor 2024 sein – falls die Wähler bis Ende 2023 überhaupt Ja sagen. Der Finanzierungsbedarf dürfte laut einer Januar-Veranstaltung größer sein als bisher angenommen.

Wie der Architekturkritiker Guntenbein schreibt: „Seit 150 Jahren zieht und lockt der rasante Kapitalumschlag nach Davos. Dazu gehören spektakuläre Durchbrüche und bankrotte Architektur und Müll, gute Renten für glückliche Schürfer und etwas Unzufriedenheit mit Geschenken. »Nun, dann muss doch wenigstens genug Geld da sein, um eine neue Perle zu setzen.

Weitere interessante Dinge vom WEF