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Der Bürgermeister von Bludenz weist die Vorwürfe zurück

Am Mittwoch wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Chan eingeleitet hat. Dem Stadtdirektor wird vorgeworfen, trotz des negativen Gutachtens des Sachverständigen die Baugenehmigung für ein Bauvorhaben einer Baufirma in der Voenburgstraße erteilt und der Stadt als Eigentümerin der Nachbarstraße Geduld mit der Distanz gelassen zu haben. Das Unternehmen wiederum wird von der Kanzlei eines langjährigen Politikers der ÖVP in Bludenz vertreten.

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Ermittlungen gegen den Bürgermeister von Bludenz

Die Ermittlungen wurden nach einem Hinweis eines Mitarbeiters von Mario Leiter (SPÖ Bludenz) eingeleitet. Die geplanten Mehrfamilienhäuser hatten laut Kritikern eine deutlich höhere Bebauungsdichte als konventionelle Bebauung in der Umgebung. Laut der Neuen Vorarlberger Tageszeitung hat das Landesverwaltungsgericht jedoch die Beschwerde eines Anwohners gegen das Bauvorhaben abgewiesen. Auch das Bezirksamt Bludenz bemängelte Verfahrensfehler, widerrief die Baugenehmigung aber nicht.

ORF-Redakteur Andreas Holiday hat Chan zu den Hintergründen der Ermittlungen befragt und was ihn nun erwartet.

ORF: Wie geht es Ihnen mit den Ermittlungen gegen Sie?

Tschann: Hier in der Stadt Bludenz werden Baugenehmigungen nach den Bestimmungen des Vorarlberger Baugesetzes bearbeitet. Darüber hinaus haben sich bereits drei Instanzen mit diesem Bauvorhaben befasst, einerseits der Landesvolksanwalt, andererseits die Kreisverwaltung und zu einem großen Teil das Landesverwaltungsgericht. Und alle haben dieses Bauvorhaben bestätigt, da bin ich eigentlich ganz gelassen.

ORF: Obwohl sich bereits drei Instanzen mit diesem Bauvorhaben befasst haben, ermittelt die Staatsanwaltschaft. Warum oder wie kann das sein?

Tschann: Im Grunde kann ich das auch nicht schnell erklären, aber am Ende des Tages finde ich es auf jeden Fall richtig und gut, wenn die Staatsanwaltschaft das nochmal prüft und dann am Ende des Tages nochmal bestätigen kann, was ich mache eingangs erwähnt, dass wir rechtmäßig gehandelt haben. Natürlich – das ist auch meine Aufgabe als Bürgermeister – habe ich auch etwas Empathie. Ich kann nachvollziehen, dass es für die beteiligten Nachbarn vielleicht nicht sehr angenehm ist oder dass es von Wettbewerbern politisch motiviert ist, wo seit Jahren bzw. Jahrzehnten eine grüne Wiese in der Nachbarschaft steht, bzw. ein Bauvorhaben stattfindet. Ich kann das verstehen. Aber grundsätzlich bin ich als Körperschaft verpflichtet, das Baurecht auszuüben. Und in diesem Fall tue ich es innerhalb des spezifischen gesetzlichen Rahmens.

ORF: Auch die enge Beziehung zwischen dem Anwalt, dem bestehenden Bauunternehmen und der ÖVP Bludenz wurde kritisiert. Die Freundlichkeit steht also im Raum. Ist es wahr?

Chan: Nein, überhaupt nicht. Ich hatte keinen direkten Kontakt zum Thema, geschweige denn zum Bauvorhaben. Der Bauträger hat sich noch vor meiner Zeit an die Stadt Bludenz gewandt – das möchte ich ganz klar sagen – und das Bauvorhaben entsprechend eingereicht. Es wurde viel diskutiert und das Bauprojekt wurde stetig verbessert. Ich möchte es ganz deutlich machen. Am Ende des Tages wurde eine rechtskräftige Baugenehmigung erteilt.