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Der Druck auf die russischen Truppen in Cherson nimmt zu

An der Südfront in der ukrainischen Provinz Cherson stehen laut britischen Geheimdiensten russische Truppen unter Druck. Ukrainische Streitkräfte sollen ihren Vormarsch fortsetzen. Laut Kiew waren in dem Gebiet mehr als 1.000 russische Soldaten umzingelt.

Ab heute, 8.14 Uhr online

Jürgen Klatzer (Text), Lucas Krumholz (Bild), Birgit Samer (Video), Harald Lenzer (Schnitt), alle ORF.at/Agenten

Die ukrainische Armee startete zuletzt mehrere Gegenoffensiven in der Region Cherson, die russische Truppen seit Beginn des Krieges gegen das Nachbarland Ende Februar weitgehend unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Auch die Ukraine will mit Hilfe westlicher Waffen verlorene Gebiete zurückerobern.

Nach Angaben britischer Geheimdienste versucht Russland, den Vormarsch am Ingulets, einem Nebenfluss des Dnjepr, mit Artilleriefeuer zu stoppen. Der Ukraine hingegen gelang ein neuer Angriff auf die Antoniw-Brücke über den Dnjepr. Die Brücke ist zentral für die Versorgung der russischen Truppen westlich des Flusses. In der Region finden seit 48 Stunden schwere Kämpfe statt.

HRW: „Abgrund der Angst“

Human Rights Watch (HRW) hat kürzlich das russische Militär beschuldigt, Zivilisten in der Südukraine gefoltert, rechtswidrig festgenommen und inhaftiert zu haben. „Russische Truppen haben ihre besetzten Gebiete in der Südukraine in einen Abgrund der Angst und wilder Anarchie verwandelt“, sagte Yulia Gorbunova, Vertreterin von HRW Ukraine.

Neben Folter erwähnte Gorbunova „unmenschliche Behandlung“, „willkürliche Verhaftungen“ und „Freiheitsentzug“ in den Regionen Cherson und Zaporozhye. Die russischen Behörden müssen sicherstellen, dass dieser Missbrauch unverzüglich beendet wird. Laut HRW haben sie mehr als 70 Ukrainer befragt, die über 40 Fälle von Gewalt und Folter beschrieben haben.

Daher bezeugen sie, dass sie gefoltert wurden oder Folter miterlebt haben. Die Opfer wurden geschlagen oder durch Stromschläge getötet, mit Verletzungen an Rippen oder Zähnen, Verbrennungen oder Gehirnerschütterungen.

Angriffe auf Besatzer

Mehr als eine Million Menschen lebten vor der russischen Invasion im Oblast Cherson. Seit Beginn der Invasion am 24. Februar ist die Region fast vollständig von Russen besetzt. In den vergangenen Monaten hat die Bevölkerung gegen die russischen Besatzer protestiert. Es gab auch Angriffe auf von Moskau installierte pro-russische Administratoren.

Wohin führt der Krieg in der Ukraine?

Ganze Städte wurden dem Erdboden gleichgemacht und auch Zivilisten sterben fernab der erbitterten Front in der Ostukraine durch russische Raketen: Auch Monate nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine ist kein Ende des Krieges in der Mitte Europas in Sicht. Was kann Russland zum Frieden bringen? Inwieweit hat die Diplomatie derzeit eine Chance? Wohin führt der Krieg in der Ukraine?

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