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Der GPK-Bericht zeigt: Dieses Mal haben sich alle Bundesräte verirrt

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Technisch gesehen hat mit der Entscheidung für den Kampfjet F-35 alles gepasst.

Eigentlich lief alles gut. Die technische Bewertung des neuen Kampfflugzeugs ist nachvollziehbar und transparent. Das hat die Prüfungskommission des Nationalrates (GPK-N) am Freitag festgestellt. Daher spricht seitens GPK-N nichts gegen den Kauf des Tarnkappenbombers F-35.

Aber…

Im grossen Konferenzsaal des Medienzentrums in Bern kam jedoch kein «Top Gun»-Feeling auf. Wenn ein Filmtitel den Eindruck beschreiben würde, den der GPK-N-Bericht und die GPK-Mitglieder hinterlassen haben, wäre es “… weil sie nicht wissen, was sie tun”.

Dem Bericht zufolge war sich der Bundesrat von Anfang an nicht bewusst über die Auswirkungen seines Vorgehens auf das Kampfjetgeschäft. Es war von Anfang an falsch – so, dass es nie möglich war, sich aus politischen Gründen für ein Flugzeug zu entscheiden. Sie können das richtig machen, aber verschiedene Bundesberater haben es falsch gemacht – aber sie haben nicht gesehen, dass die Regierung es falsch gemacht hat, so der Bericht.

… Amherd bemerkte nichts

Vor allem die zuständige Bundesrätin Viola Amherd (60) dürfte sich ihres Tuns bewusst gewesen sein. In seiner Ankündigung des Deals, dem sogenannten Planungsbeschluss, heißt es: „Bei gleichwertigen Angeboten können außenpolitische Aspekte eine Rolle spielen.“ So war es zumindest in der italienischen und deutschen Version. Nicht auf Französisch.

Gemäss GPK-N, die sich auf das Beschlussprotokoll beruft, hat der Bundesrat am 26. Juni 2019 ohne Diskussion den Planbeschluss und die Bekanntmachung genehmigt. Dasselbe tat das Parlament im Dezember 2019.

Spätestens jetzt sollte allen klar sein: Nur wenn die betreffenden Kampfjets in der Bewertung auf Augenhöhe sind, können politische Aspekte – etwa Entschädigungstransaktionen in der EU-Akte oder Steuerfragen – noch eine Rolle spielen Typauswahl.

teures Papier

Trotzdem erklärte das Verteidigungsministerium von Amherd (VBS) Mitte Oktober 2020 noch, dass die Ergebnisse der technischen Evaluation eine wichtige Grundlage für den Typenentscheid seien, der Bundesrat aber grundsätzlich frei und nicht an den Evaluationsbericht gebunden sei. Sie sahen also noch die Möglichkeit der politischen Entscheidungsfindung.

Gemäss Bericht hat das VBS im April 2021 die Anwaltskanzlei Homburger mit einer Plausibilitätsprüfung beauftragt. Rechtsanwälte müssen klären, ob das technisch und preislich Beste gekauft werden soll oder ob Spielräume bestehen. Das Ergebnis: Ein Flugzeug schnitt technisch und kostentechnisch eindeutig am besten ab. Sie müssen es kaufen. Es war eine F-35.

Das Dokument ist inklusive Nachbestellungen 875’000 Franken wert, obwohl es laut GPK-Präsidentin Prisca Birer-Haimo (63, SP) sehr knapp war. Im Bundesrat spielte sie laut GPK kaum eine Rolle. Ausschlaggebend war laut Bundesrat Weli Maurer (71) und Ignazio Cassis (61) erst ein späterer Bericht des Bundesamtes für Justiz, der zum selben Schluss kam. GPK-Mitglieder fragen sich, was das teure Homburger-Papier dort nützt.

Zu spät informiert

Schwer nachvollziehbar ist auch, dass Amherd zwar ab Mitte März 2021 wusste, dass die F-35 bisher am besten abgeschnitten hatte, sie aber erst Mitte Mai ihre Kollegen vom Justiz- und Äusseren Departement und die anderen Bundesräte informierte die erste Junihälfte.

Infolgedessen verhandelten andere Bundesberater noch kurz vor der endgültigen F-35-Entscheidung am 30. Juni 2021 über politische Gegengeschäfte mit verschiedenen Herstellerländern und forderten schriftliche Zugeständnisse von Frankreich – obwohl der Franzose Rafale längst aus dem Rennen war. Was in Paris für anhaltende Unruhe sorgte.

Es gibt kein Sprachproblem

Sowohl Cassis als auch Maurer kritisieren, dass der Bundesrat seinen Handlungsspielraum unnötig eingeschränkt habe. Finanzminister Maurer wünschte sich sogar, der Bundesrat hätte am Ende politische Entscheide treffen können. Nur: In der Muttersprache von Cassis und Maurer hieß es in dem von ihnen genehmigten Planungsbeschluss, dass nur bei gleichen Ergebnissen eine Chance auf eine politische Lösung bestehe.

Sie hätten im Juni 2019 durch einen gemeinsamen Bericht intervenieren können. Wenn Sie beide, alle anderen Bundesräte, deren Mitarbeiter und auch das Parlament – ​​eben alle – die entscheidende Passage gelesen haben, dann denkt niemand an den Kämpferstreifen mit Tom Cruise (60), sondern eher an „ … weil sie nicht wissen, was sie tun“ – obwohl damals niemand so gute Fallen gebaut hat wie James Dean (1931-1955).