Stand: 02.08.2022 17:47
Sie hatte ein bewegtes politisches Leben, Trude Unruh kämpfte leidenschaftlich für die Rechte der alten Menschen. Erst jetzt wurde bekannt, dass der Gründer der Grey Panthers im vergangenen November verstorben ist.
Die Gründerin des Altenschutzbundes und der Partei Grauer Panther, Trude Unruh, ist tot. Sie starb im November letzten Jahres, aber ihr Tod wurde erst jetzt bekannt. Unruh wurde 96 Jahre alt.
Sie wurde als kämpferische, manchmal polarisierende Person mit Überzeugungen im Kampf für die Rechte älterer Menschen wahrgenommen. Politisch hatte sie viele Heimaten: 1968 trat sie wegen Gustav Heinemanns und seines Engagements gegen die Aufrüstung der GSDP bei, setzte sich für Gesamtschulen und bessere Bildungschancen für Frauen ein und gründete 1969 ihre erste Bürgerinitiative, um die Fristen zu regeln Abtreibungen.
Ein paar Jahre später verließ sie die SPD wieder, ging zur FDP, dann zur rechtsökologischen Grünen Aktion Zukunft, zur Rentnerpartei und zur Bürgerpartei. Mitglied der Grünen wurde sie nie, aber 1987 zog sie für die Partei in den Bundestag ein – als Vertreterin des von ihr 1975 mitgegründeten Seniorenschutzbundes. Der Verein gab sich später den Spitznamen Grauer Panther .
Kampf gegen skandalöse Zustände in Häusern
1989 gründete sie schließlich die Partei Die Grauen, nachdem ihr Mitglieder des Grauen Panther vorgeworfen hatten, den Altenschutzverein zu politisieren. „Es ist schrecklich, unpolitische Menschen um sich zu haben“, sagte Unruh damals. „Wenn du morgens die Flamme anmachst, ist das Energiepolitik. So muss man das sehen.“ Die Grünen schlossen sie wegen der Einrichtung des Parteienwettbewerbs aus der Fraktion aus.
Der Gründer der Grey Panthers starb im vergangenen November. Bild: imago images/teutopress
Anlass, sich für die Rechte der Alten einzusetzen, war eine Freundin ihrer Schwiegermutter, die in einem Altersheim in einem Zimmer mit 20 Betten untergebracht war. Unter dem Motto „Wir geben uns mit nichts zufrieden“ kritisierte Unruh offensiv die skandalösen Zustände in Pflegeheimen, organisierte betreute Wohnungen und Senioren-WGs und setzte sich für ein Gesetz zum Schutz älterer Menschen ein.
Partei- und Vereinsspendenskandale
Später hatte der Verein Grauer Panther mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen: 1998 häufte er 20 Millionen Mark Schulden an, konnte aber mit neuer Rechtsform weitermachen. 2011 dann Ermittlungen wegen eines Spendenbetrugsskandals – weitere Vorstandsmitglieder wurden verurteilt, Unruh musste nicht aussagen. Die Ermittlungen gegen den damals 86-jährigen Mann wurden wegen schwerer Demenz eingestellt.
Die Partei Die Grauen, die sie bis 2007 leitete, zerbrach 2008 an einem Spendenskandal. Heute gibt es eine gleichnamige Nachfolgepartei.
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