Pandemie in Deutschland
Der Grüne Gesundheitsexperte fordert eine Beratung zu Regeln zum Schutz vor einer Coronavirus-Infektion
Bedingung: 11:06 Uhr morgens Lesezeit: 3 Minuten
Besonders ansteckende Varianten von Omicron sorgen für stark steigende Fallzahlen
Eine neue Corona-Welle schwappt über Deutschland. Im ganzen Land verdoppelt sich die 7-Tage-Frequenz. Grund sind vor allem ansteckende Varianten von Omicron, die in den meisten Fällen mild verlaufen. Gesundheitsminister Lauterbach mahnte jedoch zur Vorsicht.
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Angesichts der aktuellen Sommerwelle sei laut Grünen-Gesundheitsexperten Janos Dahmen keine Zeit zu verlieren, um ein neues Infektionsschutzgesetz zu bekommen. Unterdessen will Bayern gemeinsam mit Hessen und Baden-Württemberg einen neuen Anlauf für eine Kronen-Pflichtimpfung für Menschen über 60 starten.
Grünen-Gesundheitsexperte Janos Damen forderte die Regierungskoalition auf, die Regierungskoalition im Herbst über Regeln zum Schutz vor einer Coronavirus-Infektion zu beraten. Das Warnsignal dieser Sommerwelle müsse ernst genommen werden, sagte Damen der Funke-Zeitung. „Wenn wir unvorbereitet in den Herbst gehen, ohne ein umfassendes Auffrischungsimpfprogramm und ohne eine gesetzliche Grundlage, die wirksame Maßnahmen wie eine Maskenpflicht für Innenräume ermöglicht, dann müssen wir befürchten, dass es vor allem in sehr alten Altersgruppen noch viele weitere Todesfälle geben wird. “
Die aktuellen Regelungen im Infektionsschutzgesetz sind bis zum 23. September dieses Jahres befristet. Bis dahin wird es nicht mehr lange dauern, warnte Damen. „Deshalb dürfen wir keine Zeit verlieren und vorausschauend noch vor den Sommerferien in die parlamentarische Debatte über ein neues, einheitliches Gesetz zum Schutz vor Infektionen einsteigen“, forderte er.
Zentrale Diskussionsgrundlage soll daher die Herbst-Winter-Stellungnahme des Expertenrates der Koalitionspartner an der Ampel sein. Diese ist seit letzter Woche verfügbar. Die FDP will eine Bewertung der bisherigen Maßnahmen abwarten, die nicht bis Ende des Monats kommen soll.
Der Immunologe rechnet mit einem Anstieg der Morbidität
Der Dortmunder Immunologe Carsten Watzl rechnet nun damit, dass sich eine Sommerwelle von Coronavirus-Infektionen häuft, die erneut zu hohen Hundertern führen könnte. Man sehe derzeit zwei gegenläufige Entwicklungen, sagte Watzl gegenüber Funke. „Einerseits ein saisonaler Effekt, der die Zahlen drückt, und andererseits mit Omikron im Gegensatz zu früheren Sommern eine Option, die deutlich ansteckender ist.“
Er glaubt jedoch nicht, dass die BA.5-Option den saisonalen Effekt vollständig eliminieren wird. „Wir werden wahrscheinlich Fälle in der Größenordnung von 500, 600, 700 behandeln“, prognostiziert der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie.
Watzl rief die Bevölkerung dazu auf, gefährdete Gruppen durch verantwortungsvolles Verhalten zu schützen. „Große Veranstaltungen draußen mit vielen jungen Leuten wie zum Beispiel Festivals sind anfangs kein Problem“, sagt er. Schwierig wird es, wenn sie am kommenden Wochenende alle ihre Großeltern besuchen, ohne vorher getestet zu werden. „Ich fordere die Menschen auf, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.
Bayern und andere Länder starten einen neuen Versuch einer Impfpflicht gegen die Krone im Alter von 60 Jahren
Bayern will gemeinsam mit Hessen und Baden-Württemberg einen neuen Anlauf für eine Kronen-Pflichtimpfung für Menschen über 60 starten. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holeccek (CSU) sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), er wolle sich nächste Woche auf einer Gesundheitsministerkonferenz dafür einsetzen.
„Ich bedauere nach wie vor, dass der Bundestag einer Impfpflicht nicht zustimmen konnte“, sagte Holeccek. Impfanrufe sind wichtig. „Aber am Ende ist die Impfpflicht der schnellste Ausweg aus einer Pandemie.“
„Ich bedauere nach wie vor, dass sich der Bundestag nicht auf eine Impfpflicht einigen konnte“, sagte Klaus Holecek.
Quelle: dpa/Sven Hoppe
Auch ein Impfregister wird dringend benötigt. „Wir brauchen dringend ein Impfregister, um zu wissen, wie viele Menschen tatsächlich geimpft wurden“, sagte Holeccek. Es gibt amtliche Impfstatistiken, wonach fast 76 Prozent aller Menschen in Deutschland überwiegend geimpft sind. “Und dann kommt das RKI rein und sagt: ‘Wir haben da eine Studie gemacht.’ Die Durchimpfungsrate liegt vermutlich um etwa fünf Prozent höher. Es kann nicht sein.”
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Ein parteiübergreifendes Projekt für eine allgemeine Impfverpflichtung, zunächst in den 60er Jahren, ist Anfang April offenbar im Bundestag gescheitert. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) stellte daraufhin klar, dass er keinen Anlass sehe, es noch einmal zu versuchen.
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