5. September 2022 um 13:03 Uhr
Ostsee-Katastrophe: Kölner Faschingspilot steuerte „Geisterflugzeug“, das abstürzte
Ein Mann zeigt mit einem Stift auf die letzte bekannte Position einer Cessna mit der Kennung OE-FGR.
Foto: dpa/Helmut Föhringer
Köln Nach dem Absturz eines Kleinflugzeugs in der Ostsee mit vier Toten steht nun fest, wer in der Cessna saß. Viele Fragen rund um den Vorfall sind noch offen. Das Privatflugzeug stürzte am Sonntag vor der lettischen Küste ins Meer.
Nach dem mysteriösen Flugzeugabsturz in der Ostsee fehlt von den vier Passagieren immer noch jede Spur. Doch inzwischen ist bekannt, dass der Kölner Unternehmer und Karnevalsteilnehmer Peter Griesemann mit seiner Familie an Bord des Privatjets war. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.
Christoph Kuckelkorn, Präsident des Kölner Festspielkomitees, sagte am Montag auf Anfrage unserer Redaktion: „Ich bin erschüttert über den plötzlichen Tod von Peter Griesemann, seiner Frau und seiner Tochter, mein tiefstes Mitgefühl gilt der Familie. Als Unternehmer und als Karnevalist ist Peter im Laufe der Jahrzehnte viel in der Stadt unterwegs.“ Als langjähriger Präsident führte Griesemann die Blauen Funken in eine neue Ära. Der 72-Jährige ist seit fünf Jahren Aufsichtsratsvorsitzender der Festspielkommission. „Peter hatte nicht nur Erfahrung und Unternehmergeist, sondern auch viel Herz für Menschen und Fastelovend“, sagte Kuckelkorn. „Karneval und ich persönlich verlieren mit ihm einen geschätzten Ratgeber und treuen Freund.“ Griesemann soll das Flugzeug geflogen haben. Auch der Freund der Tochter soll an Bord gewesen sein.
Das Wrack und die Trümmer des Flugzeugs wurden nach Angaben des lettischen Maritime Rescue Coordination Centre über Nacht im Meer gefunden. Bis Montagmorgen seien jedoch keine Passagiere gefunden worden, sagte Agenturchef Peteris Subota im lettischen Fernsehen. Nun müssen die Überreste in die Hafenstadt Ventspils gebracht werden.
Die Privatmaschine war am Sonntag auf dem Weg von Spanien nach Köln über die Ostsee geflogen und am Abend vor der lettischen Küste ins Meer gestürzt. Die Kommunikation mit dem Flugzeug war vor dem Unfall lange unterbrochen.
Nach Angaben des Leiters des lettischen Seenotrettungsdienstes findet die Suchaktion derzeit in einem Gebiet von sechs mal sechs Kilometern statt. An dieser Stelle ist die Ostsee etwa 60 Meter tief. Dass Ort und Zeit des Vorfalls genau bekannt sind, erleichtert die Suche. Wie das schwedische See- und Luftrettungszentrum mitteilt, haben die lettischen Behörden die Leitung der Suche übernommen. Daher werden sie von Rettungsdiensten aus Estland und Litauen unterstützt.
Viele Fragen zu dem Vorfall und seiner Ursache blieben am Montag unbeantwortet. Laut dem schwedischen Sender SVT vermutet der Flugsicherheitsexperte Hans Kjäll, dass es in der Kabine des Flugzeugs zu einem Druckabfall gekommen sein könnte, woraufhin die Passagiere bewusstlos wurden. Das Flugzeug flog in einer Höhe von etwa 11.000 Metern, wo der atmosphärische Druck niedrig ist. Wenn es in dieser Höhe einen Druckabfall gibt, können Sie damit rechnen, ohnmächtig zu werden, sagte er.
(hsr/dpa)
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