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Der Künstler Gottfried Kumpf ist tot

Berühmt wurde der Künstler, Zeichner und Bildhauer durch seine naiven Skulpturen und Figuren. Wie der Elefant vor dem Kunsthistorischen Museum.

Der Künstler Gottfried Kumpf, dessen naiv wirkende Figuren und Skulpturen, die er liebevoll „asozial“ nannte, bekannt wurden, ist am Montag überraschend nach einem Herzstillstand gestorben. Das berichtete seine Frau Guni. Kumpf, der die Elefantenskulptur vor dem Naturhistorischen Museum in Wien schuf und im Tiergarten Schönbrunn einen eigenen Skulpturenpark betreibt, wurde 91 Jahre alt.

Er wurde 1930 in Annaberg-Lungötz, Salzburg, geboren. Nicht nur, dass 2005 ein Wanderweg nach ihm benannt und im Jahr darauf der „Eulenbrunnen“ gebaut wurde, Kumpf entwarf 2019 die „Kumpfgondel“ für die Donnerkogelbahn. Inzwischen machte die Gemeinde ihren ältesten Sohn zum Ehrenbürger, obwohl Kumpf seinen antrat künstlerische Karriere anderswo.

Nach seinem Medizinstudium widmete sich der Sohn eines Dorfarztes ganz der Malerei. Ab 1965 war Kumpf als freischaffender Künstler tätig. Nach mehreren Jahren in Wien zog Gottfried Kumpf 1968 mit seiner ersten Frau, der akademischen Künstlerin und Gobelinweberin Maria Plachki, nach Breitenbrunn im Burgenland.

Das erste “asozial” – bedeutet nicht negativ

In den frühen 1970er Jahren fertigte er seine ersten skulpturalen Arbeiten an, darunter einen Sandsteinbrunnen. Dies ist auch die Zeit, in der die ersten „asozialen Menschen“ geboren wurden, was auch in vielen seiner Gemälde zu sehen ist. Auf Kumpfs Website heißt es über sie: “In diesem Sinne bedeutet asozial nicht negativ und bedeutet, dass er als Einzelgänger neben der Gesellschaft existiert.” Gleichzeitig entstanden die ersten Lithographien und Radierungen. Außerdem gibt es immer wieder Kinderbücher, die Kumpf illustriert hat: zum Beispiel „Ruzzitu“ von Dietmar Schönherr oder Werke von Thomas Brezina (u. a. „Dicke Freunde“ oder „Abu“).

Zahlreiche Kooperationen und gemeinsame Projekte folgten: Gemeinsam mit Gerhard Tötschinger entstand das Rätselbuch Der Ring des letzten Kaisers. Seine charakteristische rote Sonne findet sich auch auf dem Cover von Tony Strickers Platte „Erdverbunden“. Für die ORF-Produktion „Wir waren zwölf – Die Babenberger“ zeichnete er die Zeichentrickfiguren. Eines seiner erfolgreichsten Kunstbücher war 1988 „Der Maler Kumpf“ mit Texten von Alfred Komarek. In den Folgejahren erschienen die Bücher „Hommage an Österreich“ und „Sternbilder“, ebenfalls mit Texten des Autors.

Hippo, Panda, Froschkönig

Kumpf begann sich 1989 in das Wiener Stadtbild einzufügen, als er beauftragt wurde, Stahlskulpturen für den Wiener „Adventszauber“ zu entwerfen, der 16 Jahre lang Teil des Konzepts blieb. Die erste von vielen großen Bronzeskulpturen im Tiergarten Schönbrunn in Wien war 1990 ein Nilpferd, gefolgt von Pandas und einem „Froschkönig“. 2004 wurde vor dem Naturhistorischen Museum in Wien ein bronzener Elefant aufgestellt.

c) Bild

In den 1990er Jahren wandte sich Kumpf der Architektur zu. So gestaltete er beispielsweise den Fernbahnhof Göttlesbrunn samt Restaurant und Hotel und für die Wiener Wasserversorgung gestaltete er den Vorplatz der Bisamberger Wasserstraße als Skulpturenpark. 1993 schuf er für die Seefestspiele Mörbisch die Szenografie „Der Zigeunerbaron“. Mit der Therme in Stegersbach realisierte er einen weiteren Großauftrag.

1990 wurde Gottfried zum Professor berufen. 2003 wurde ihm anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des WWF in Österreich die „Living Planet“-Medaille von Tiergartendirektor Helmut Pecklaner verliehen. 2005 erhielt er das „Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse“.

(APA/red.)