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Auch der Medizintourismus ist in Wien angekommen. Immer mehr Männer reisen für eine Haartransplantation in die Türkei. In Wien eröffnete sogar eine türkische Privatklinik ein Informationsbüro. Kritik kommt von einheimischen Ärzten.
12.08.2022 00.01
Ab heute, 00:01 Uhr online
Seit März hat die türkische Privatklinik Acibadem ein Büro in der Zieglergasse, wo medizinische Eingriffe für Wienerinnen und Wiener vereinbart und Reisen organisiert werden. „Die meisten Patienten aus Österreich reisen für Schönheitsoperationen wie Haartransplantationen in die Türkei. Aber auch Augenlasern und zahnärztliche Behandlungen werden angeboten“, so Cem Jüstündag von Acibadem Vienna.
In Wien wird Kontakt zu den Chirurgen aufgenommen und der Eingriff geplant. Das Büro betreut etwa 50 Kunden pro Monat. Einer ist Florian Huber, der seine Augen mit einem Laser gemacht hat und keine Brille mehr braucht. „Das hat zwei Gründe: Das Preis-Leistungs-Verhältnis und ein befreundeter Augenarzt hat mir auch die Türkei empfohlen, weil er meinte, wenn ich irgendwo außerhalb Österreichs eine Augenlaser-OP machen lassen möchte, soll ich das in der Türkei machen“, sagt Huber. Vergleich “Wien heute”.
Eine türkische Privatklinik wirbt in Wien um Kunden
Die Türkei gilt als das Mekka der Haartransplantation. Ästhetische Eingriffe boomen ebenso wie der Medizin- und Gesundheitstourismus. Auch Wien neigt dazu, weshalb eine türkische Privatklinik im März ein Informationsbüro eröffnete, um Patienten zu beraten und zu überweisen.
Komplikationen landen in örtlichen Krankenhäusern
In Wien kostet die Operation etwa 5.000 Euro. In der Türkei liegt das Verfahren zwischen 1000 und 2000 Euro. Der ortsansässige Schönheitschirurg Rupert Kohler vom Klinikum Otakring hat keine Zweifel an der medizinischen Kompetenz der Ärzte im Ausland. Er kritisiert immer noch.
„Wir haben das Gefühl, dass wir in den letzten Wochen und Monaten einen Zustrom von Patienten gesehen haben, die in der Türkei oder Aserbaidschan oder in nicht benachbarten Ländern operiert werden und dann mit Komplikationen zurückkommen. Und die müssen dann in staatlichen Krankenhäusern behandelt werden“, sagt der Leiter der Abteilung Plastische Chirurgie am Klinikum Ottakring. Als Beispiel nennt er zunehmende Probleme nach Brustoperationen.
“Es gibt auch strengere Auflagen”
„Wir haben auch strengere Auflagen, und jetzt müssen wir strenge Kriterien für die Ausstattung eines Operationssaals erfüllen, die in anderen Ländern vielleicht nicht so streng und billiger sind“, erklärt Kohler weiter die Preisunterschiede bei Eingriffen. Nachtrag: “Außerdem kostet ein Steak in Österreich mehr als in der Türkei.”
In Sachen Haartransplantation will Acibadem für Ruhe sorgen. Der Eingriff ist harmlos, die Expertise ist laut dem türkischen Anbieter aber noch größer: „Schon allein wegen der Fallzahlen, die durchgeführt werden. Die Ärzte dort machen das wirklich seit mehr als 20 Jahren und aktualisieren die Technik dafür ständig“, sagt Cem Üstündag von Acibadem Wien.
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