Das Razer Kishi v2 wusste durchaus zu überzeugen, kämpft aber im Vergleich noch mit kleineren Schwächen. Kann der PowerA Moga XP7-X Plus damit umgehen? Und das kann es, denn es setzt genau dort an, wo viele andere teure Produkte versagen: beim Gefühl der Tasten und analogen Gamesticks. Im Test konnten wir den Moga-Controller ordentlich testen.
Die starke Bauweise und das Xbox-Controller-ähnliche Design machen einen langen Weg
Natürlich ist es kein Zufall, dass der Moga XP7-X Plus im Test als vermeintliche Kopie eines Xbox-Controllers auftaucht und die Farbgebung auch als solche auf der Verpackung erhalten bleibt. Hierbei handelt es sich um ein Microsoft-Lizenzprodukt und daher ist auch ein Xbox-Button auf dem guten Stück zu sehen. Die Verarbeitung selbst ist von guter Qualität, auch wenn viel Plastik verwendet wird. Dank integriertem Akku und mechanisch erweiterbarem Gehäuse fühlt sich der Controller zudem schwer an, wodurch er auch in Sachen Wertigkeit punkten kann. Im Gegensatz zum Razer Kishi v2 fühlt sich das Moga XP7 Plus (überspringen wir das zusätzliche X …) innen nicht so leer und hohl an, was einiges ausmacht.
Auch von den Abmessungen her macht der Controller einen guten Eindruck. Denn die fallen aufgrund der eher schmalen Smartphones oft recht klein aus. Zwar sind die Tasten, wie bei vielen dieser Controller, noch etwas dichter beieinander, aber dennoch gut erreichbar, klar getrennt und natürlich steuerbar.
Bilder: PocketPC.ch / Laser
In der Mitte des ausziehbaren Teils ist übrigens ein netter Trick versteckt, der als Smartphone-Ständer genutzt werden kann. Wenn Sie den Controller auseinander ziehen, können Sie das Mittelteil entfernen und öffnen. So fungiert beispielsweise ein Mobiltelefon als kleines Display, das sich einstellen lässt. Das ist besonders nützlich für Geräte, die nicht im Moga XP7-X Plus platziert werden können. Hier wirst du kaum fündig, denn das Modell unterstützt Smartphones bis 7,1 Zoll! Das ist wirklich zu viel Spielraum.
Bluetooth- und kabelgebundene Verbindungen – Integriertes kabelloses Ladegerät
Besonders groß sind die implementierten Anschlussmöglichkeiten. Wir konnten Android-Telefone per Kabel oder Bluetooth-Verbindung verbinden. Apple-Modelle wie das iPhone 13 Pro Max lassen sich nicht verbinden, auch nicht per Bluetooth. Was wir jedoch nicht feststellen können, ist die Beschädigung des Anschlusskabels. Obwohl der USB-Typ-C-Anschluss bei vielen Controllern auch eine Komponente sein kann, die schnell ausfallen kann, ist eine kabelgebundene Lösung keine gute Lösung. Denn das Smartphone muss sich außerhalb des Controllers befinden, damit Sie den microUSB-Anschluss des Kabels mit dem Gamepad und dann den USB-C-Anschluss mit dem Smartphone verbinden können. Das ist sehr umständlich. Hier könnten Smartphones wie das Asus RoG Phone im Vorteil sein, da diese ebenfalls einen Anschluss seitlich am Rahmen bieten und somit auch im angedockten Zustand per Kabel mit dem Controller verbunden werden können.
Die Integration des kabellosen Ladegeräts ist ebenfalls stark. Ja, Sie haben richtig gehört: Der Moga XP7-X Plus kann Ihr Handy drahtlos aufladen. Möglich macht dies die im Gerät verbaute Powerbank mit rund 2000 mAh. Natürlich reicht das nicht aus, um moderne Smartphones voll aufzuladen, aber man kann sich trotzdem etwas Spielzeit verschaffen, wenn es mal eng wird. Besonders nützlich für Online-Spiele und ein großes Plus.
Video: PowerA
Großartiges Tastengefühl, beste Analogsticks und anpassbare Makrotasten
Ich sage es gleich vorweg: Die Tasten des Moga XP7-X Plus sind ein Traum! Der Druckpunkt ist in der Tat sehr gut, die Trigger fühlen sich gut an (die Qualität lässt etwas nach) und die Analog-Sticks sind die besten Sticks, die ich je an einem mobilen Smartphone-Gaming-Controller angefasst habe. Sie sind äußerst präzise, lassen sich sehr gut mit dem Daumen bedienen, haben einen satten Klick und tragen so zu einem starken Spielerlebnis bei. Lediglich die analogen Trigger auf der Rückseite haben einen etwas komischen Widerstand, was immer bedeutet, dass ich sie etwas nach hinten ziehen kann.
Es gibt auch einen Schalter zum Aktivieren der Powerbank, eine Menü- und Überprüfungstaste sowie die bekannte Xbox-Taste. Man merkt schon, dass es sich hier um einen Controller handelt, der in erster Linie Microsoft-Game-Streaming unterstützt und sich somit perfekt für das Game-Skip eignet. Mit dem Schalter auf der Unterseite können Sie zwischen Bluetooth- und Kabelmodus wählen, und die grüne Taste auf der anderen Seite dient zum Programmieren der Tasten.
Insgesamt lässt sich das Modell mehr als hervorragend spielen, auch wenn das Gewicht anfangs sehr hoch ist. Durch den breiten Stand, da sich ein großes Display in der Mitte befindet, mag das zunächst etwas ermüdend wirken. Ähnlich wie bei der Nintendo Switch. Daran gewöhnt man sich aber recht schnell, sodass man durchaus ein paar Runden auf der Couch, im Hotelzimmer oder im eigenen Bett genießen kann. Dank hervorragendem Tastendruckgefühl und wirklich exzellenten Analogsticks machen Diablo Immortal, Genshin Impact oder auch PUBG Mobile deutlich mehr Spaß.
Wirklich gute analoge Sticks und Tasten. So sollte es sein, und leider sind sie auf dem Markt für Handy-Controller immer noch schwer zu finden. Bild: PocketPC / Laser
Kein Screenshot oder Streaming-Button – microUSB ist absolut verboten!
Allerdings gibt es neben dem sehr hohen Gewicht noch andere, viel wichtigere Kritikpunkte. Ich vermisse eine separate Schaltfläche zum Aufnehmen von Videos oder Screenshots. Das Razer Kishi v2 hat sowas integriert, man kann dort zum Beispiel auch direkt Streams laufen lassen. So etwas würde auf dem Moga XP7-X Plus gut aussehen, aber das ist wirklich eine Beschwerde auf sehr hohem Niveau. Hier reichen in der Regel eingebaute Ressourcen aus, oder man programmiert unnötige Tasten einfach mit Software von Drittanbietern um.
Der microUSB-Anschluss ist jedoch absolut verboten. Warum ist das noch installiert?! Fast alle Smartphones werden mit einem USB-C-zu-USB-C-Kabel für ihre Ladegeräte geliefert, und das wäre einfach perfekt. Stattdessen wird ein Anschluss verbaut, der seit Jahren nicht mehr als Standard gilt, was das Gesamterlebnis erschreckend unangenehm macht. Denn unterwegs muss man immer ein weiteres microUSB-Kabel dabei haben. Entweder zum Aufladen oder zum Verbinden mit dem Smartphone. Immerhin ist ein microUSB-auf-USB-C-Kabel im Lieferumfang enthalten. Aber auch das Moga XP7-X Plus kann nicht sehr schnell laden.
Als ich 2020 den BlackShark v2 Pro getestet habe, habe ich bereits gesagt, dass der microUSB-Anschluss für mich ein absolutes Killerkriterium ist und dies in meine Kaufentscheidung mit einfloss. Dieser Link sollte einfach nicht mehr verwendet werden. USB-C wäre hier die deutlich bessere Wahl.
Das geht gar nicht… Der Moga Controller wird per microUSB geladen oder alternativ mit dem Smartphone verbunden. Bild: PocketPC.ch / Laser
Fazit: Der Moga XP7-X Plus ist derzeit einer der besten Android-Controller auf dem Markt
Für mich ist der Moga XP7-X Plus derzeit der beste Controller, den man für Android-Handys kaufen kann. Er bietet nicht nur jede Menge Features, wie eine integrierte Powerbank, die wir so noch bei keinem Controller gesehen haben, sondern auch einen praktischen (aber etwas instabilen) Smartphone-Ständer. Warum nicht? Darüber hinaus gehören die Tasten zu den besten, die ich in einem Android-Smartphone-Controller verwendet habe. Das soll was heißen, denn die Tasten habe ich bereits (wenn auch eingeschränkt) im Razer Kishi v2 Test gelobt. Die Analog-Sticks des Moga XP7-X Plus liegen deutlich vor den Kishi-Sticks! Und das macht sich beim Glücksspiel mehr als positiv bemerkbar.
Allerdings hat der microUSB-Anschluss einen großen Nachteil und ist für mich persönlich – und ich spreche wirklich für mich – ein Grund, das Gerät nicht zu kaufen. Ich möchte nicht schon wieder ein neues Kabel mitschleppen, fast alles im Haushalt mit microUSB ist schon weggeschmissen, und ich glaube nicht, dass ich 2022 auf einen so veralteten Standard zurückgreifen muss. Vielleicht das ein oder andere Andere können sich auch über das etwas große Gewicht aufgrund der integrierten Powerbank ärgern. Aber nach kurzer Eingewöhnungszeit war es für mich kein Problem.
Wie bereits erwähnt, denke ich, dass der Moga XP7-X Plus einer der besten Controller ist, die Sie für ein Android-Telefon kaufen können. Besser geht es nicht. Mit einem UVP von rund 100 Euro bzw. Schweizer Franken liegt es in der Preisklasse des Razer Kishi v2, allerdings ist das Moga besser ausgestattet und bietet ein besseres Spielerlebnis inklusive interessanterer Features. Ich stecke jedoch immer noch am microUSB-Anschluss fest. Das muss in Zukunft wirklich aufhören. Ich kann den Controller trotzdem empfehlen.
Add Comment