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Der Stuhl von CS-Chef Thomas Gotstein wackelt so sehr

Bereut CS-Präsident Axel Lehmann (63) seinen Wechsel schon, wenn er jeden Tag im UBS-Hauptgebäude am Paradeplatz vorbeikommt? Während sein ehemaliger Arbeitgeber am Dienstag mit einem Gewinnsprung von 17 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar erneut das höchste Ergebnis zeigte, steckt die Credit Suisse noch tief in der Krise.

Nach dem Skandal 2021 ging die Serie der Pleiten und Zusammenbrüche der zweitgrössten Schweizer Bank im neuen Jahr weiter. Die Berichte reichen von Verlusten und Kopien bis hin zu ungelösten Gerichtsverfahren – Lehmann hat seit seinem Amtsantritt Anfang dieses Jahres nichts verschont.

Spätestens aus der Gewinnwarnung der vergangenen Woche war klar, dass die CS am Mittwoch einen empfindlichen Verlust für die ersten drei Monate des Jahres verkünden würde. Doch Gerüchte kursieren schon länger: CEO Thomas Gotstein, 58, der vor zwei Jahren das Ruder von Tijan Thiam, 59, übernahm, soll rocken.

Wird Gotstein ersetzt?

Seit Amtsantritt hat sich der Marktwert der CS auf 6,69 Franken halbiert. Kein Wunder, dass in der Finanzbranche darüber spekuliert wird, wer die Grossbank in ruhigeres Fahrwasser steuern könnte. Die Handelszeitung hat in dieser Woche bereits vier mögliche Nachfolger für Gotstein gewonnen.

Aus anderen Quellen ist jedoch zu hören, dass sich Lehmann nach wie vor nicht von der netten Zürcherin trennen und stattdessen andere Positionen wechseln möchte.

CS gibt personelle Veränderungen bekannt

Dass es knallen wird, verhehlt CS aber nicht mehr. Mit der Kommunikation, die derzeit aktiv ist, stimmen sich Investoren bereits darauf ein. Die Bank gab bekannt, dass die Umsetzung der neuen Strategie und Organisationsstruktur in den letzten Monaten fortgesetzt wurde.

Im Rahmen dieser Arbeit befassen sie sich „regelmäßig mit der Frage der Nachfolgeplanung und der Besetzung bestimmter Führungspositionen, auch für bestimmte Rechtseinheiten, Regionen und potenzielle Führungspositionen“.

Generalstaatsanwaltswechsel

Das sind klare Worte für eine Grossbank. Erste Personalentscheidungen können bereits am Mittwoch bekannt gegeben werden, wenn die Quartalsergebnisse veröffentlicht werden. Laut Medienberichten muss Chefanwalt Romeo Cerutti, 57, nach 16 Jahren zurücktreten.

Als potenzieller Nachfolger wird der erfahrene Marcus Ditelm (64) gehandelt, der seine Position als Chefjurist der UBS Ende 2021 verlassen hat. Bestätigen sich die Spekulationen, wird Ditelm denselben Weg gehen wie sein ehemaliger Kollege Lehmann.