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Die Einhörner unter den Smartphones

Samsung Galaxy Z Flip 4 (links) und Z Fold 4 (rechts): Mit seinen faltbaren Smartphones ist Samsung unangefochtener Branchenführer. Foto: t-online

Rezension

Noch sind faltbare Smartphones eine Randerscheinung, doch Samsung bringt nun die 4. Generation seiner faltbaren Geräte auf den Markt. Wie gut sind die Geräte? Unser Test verrät es.

25.09.2022 21:09 25.09.2022 22:36

Alexander Roth-Grigori / t-online

Artikel von

Vor einigen Wochen hat Samsung seine beiden neuen faltbaren Spitzen-Smartphones Galaxy Z Fold4 und Flip4 herausgebracht. Anfang August luden die Südkoreaner Pressevertreter ein, sich die neuen Geräte vorab anzuschauen und auszuprobieren.

Die hochwertigen und hochwertig ausgestatteten Smartphones mit ihrem außergewöhnlichen Design haben bereits im ersten Praxiseinsatz überzeugt. Wir haben einige Wochen mit den Smartphones verbracht und konnten sie ausgiebig auf Alltagstauglichkeit und Mehrwert testen – aber wie haben sich die Foldables geschlagen? Unser Test verrät es.

Fold4 (links) und Flip4 (rechts) im Größenvergleich. Bild: t-online

Funktionen und Akkulaufzeit

Beide Smartphones sind mit den neuesten Technologien ausgestattet. In beiden Geräten läuft ein Qualcomm Snapdragon 8+ Gen 1 mit einem auf 3 GHz getakteten Prozessor. Davon profitiert vor allem das Fold4, da Samsung dort mit schnellem und effizientem Multitasking wirbt. Aber auch das Flip4 profitiert vom besten Prozessor, alle Anwendungen – die Kamera, das Surfen im Web und das Ansehen von Videos – funktionieren verzögerungsfrei und einwandfrei: Hier hat Samsung nicht gespart und auf den aktuellen Top-Standard gesetzt.

Das Fold4 bietet 12 GB RAM, während das Flip4 nur 8 GB hat – aber das reicht aus, um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten; Selbst im Flex-Modus, in dem zwei verschiedene Apps gleichzeitig laufen, stürzt oder friert das Fold4 nicht ein – genau wie das Flip4.

gif: watson

Samsung hat die Akkulaufzeit beider Modelle im Vergleich zu den jeweiligen Vorgängern verbessert. Der Akku des Fold4 hat 4400 mAh und über 9 Stunden Dauernutzung des Bildschirms (ein Video ansehen, Messenger nutzen oder im Internet surfen), der des Flip4 3700 mAh und eine Arbeitszeit von über 8 Stunden – je nach Helligkeit des Displays, die verwendeten Anwendungen und die Nutzungsintensität variieren. Dank integrierter Super Fast Charging bzw. Wireless Fast Charging Funktion sind beide Geräte im Notfall im Handumdrehen wieder aufgeladen.

Darüber hinaus bieten beide 5G, IPX8-Zertifizierung gegen Spritzer und kurzes Eintauchen in Süß- und Salzwasser, einen Fingerabdrucksensor, Gesichtserkennung, einen USB-C-Ladeanschluss und Android 12 – später in diesem Jahr mit einem Upgrade auf das neue Android 13 und das Garantie, auch mit Software-Updates für die nächsten 5 Jahre.

Bildschirm

Galaxy Z-Fold4

Das Fold4 glänzt mit einem riesigen Display im Inneren, das Inhalte klar und farbenfroh wiedergibt. Die Helligkeit kann bei Bedarf auch sehr hoch eingestellt werden (bis zu 1200 Nits), was besonders für Fotos, Videos oder Webseiten praktisch ist.

Damit das ungewöhnliche Bildschirmformat sinnvoll genutzt werden kann, hat Samsung das faltbare Telefon mit einer speziell angepassten Android-Software ausgestattet. Das Fold4 verfügt über eine sonst von Windows-PCs bekannte Taskleiste, die Schnellzugriffs-Apps enthält. Dies kann auch individuell angepasst werden, beispielsweise durch Änderung der Ausrichtung oder Anzeige.

Die t-online-Seite auf dem Fold4-Bildschirm. Bild: t-online

Ein weiterer großer Vorteil für Vielnutzer: die Integration des Samsung S Pen. Die Eingabe mit dem Stift funktioniert reibungslos, auch Notizen lassen sich schnell und einfach per Hand schreiben.

Ein weiterer Vorteil ist der sogenannte Flex-Modus, mit dem sich beide Bildschirmhälften mit eigenen Inhalten füllen lassen – YouTube oben, WhatsApp unten zum Beispiel. So können Sie mehrere Dinge gleichzeitig erledigen und Multitasking ist auf dem großen Display kein Problem.

Auch beim externen Display hat Samsung ganze Arbeit geleistet und in vielen Fällen, wenn man beispielsweise schnell auf eine Nachricht antworten oder etwas im Internet suchen möchte, reicht das völlig aus – das Handy muss es nicht sein durchgehend geöffnet.

Das Außendisplay des Fold4 Foto: t-online

Auch im zusammengeklappten Zustand kann man auf dem externen Bildschirm viel machen – genau wie bei einem normalen Smartphone. Lediglich der relativ schmale Bildschirm ist beim Tippen etwas gewöhnungsbedürftig, da die Tastatur besonders schmal ist.

Galaxy ZFlip4

Das Flip4 glänzt zudem mit einem kontrastreichen und hellen Display, das sich aufgrund seiner länglichen Form besonders zum Scrollen durch soziale Medien oder Websites eignet.

Die t-online-Seite von Flip4.image: t-online

Twitter-Feeds, Instagram-Grafiken oder News lassen sich perfekt und vor allem sehr umfassend darstellen. Leider erscheinen Videos und andere Medienformate nicht vollständig auf dem Bildschirm – das liegt aber an der Displaygröße, die einfach nicht auf die üblichen Medienformate in Full HD oder 4K ausgelegt ist. Videos haben auch im Vollbildmodus links und rechts schwarze Ränder.

Sehr praktisch ist auch das kleine externe Display, das Uhrzeit, Datum und Batteriestand anzeigt. Auch Widgets lassen sich hier konfigurieren, die dann Musik, Wetter oder anstehende Termine anzeigen.

Das kleine Außendisplay des Flip4.image: watson

Die entzückenden faltbaren Displays haben jedoch auch einen kleinen Nachteil: Lichtbrechung.

Fold4 (links) und Flip4 (rechts) nebeneinander: Die Bildschirmfalte ist gut sichtbar.

Beide faltbaren Displays haben in der Mitte eine sicht- und fühlbare Falte. Wenn der Bildschirm ausgeschaltet ist, ist es viel mehr als wenn das Display aktiv ist. Aber auch dann sieht man, dass der Bildschirm an dieser Stelle eine deutliche Verformung aufweist.

Das macht sich auch beim Ansehen von Videos oder beim Surfen im Internet bemerkbar. Ob man das auf Dauer als störend empfindet oder schnell ignoriert, ist sicher von Nutzer zu Nutzer unterschiedlich. Auch in der Redaktion waren die Tester gespalten.

Kamera

Galaxy Z-Fold4

Fold4 hat drei Kameras: auf der Rückseite die Hauptkamera mit Triple-Sensor (50 Megapixel Weitwinkel, 12 Megapixel Ultraweitwinkel und 10 Megapixel Teleobjektiv) und optischer Bildstabilisierung, innen eine 4- Megapixel-Selfie-Kamera und auf dem externen Display eine zusätzliche 10-Megapixel-Frontkamera.

Sogar Videoaufnahmen mit einer Auflösung von bis zu 8K und 24 Bildern pro Sekunde sind möglich. Fotos sind je nach Lichtverhältnissen von guter bis sehr guter Qualität. Qualitativ können sie allerdings nicht ganz mit aktuellen Topmodellen wie dem Galaxy S22 Ultra oder dem OPPO Find X5 Pro mithalten.

Wolkenkratzer in Berlin fotografiert mit Fold4.

Galaxy ZFlip4

Das Flip4 ist mit einem Dual-Sensor ausgestattet, der aus einer 12-Megapixel-Weitwinkelkamera und einer 12-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera besteht. Im Inneren befindet sich auch eine 10-Megapixel-Frontkamera. Ein optischer Bildstabilisator ist ebenfalls an Bord, Videos können aber anders als bei den Topmodellen Fold4 oder S22 nur in einer maximalen Auflösung von 4K aufgenommen werden.

Foto: watson

Ein großer Vorteil von Flip4 ist die Flexibilität beim Öffnen – das Smartphone lässt sich aufklappen und in verschiedenen Winkeln platzieren, sowie Fotos in den unterschiedlichsten Posen aufnehmen. Die Frontkamera kann auch im „FlexCam-Modus“ genutzt werden, wobei die obere Hälfte des Displays zum Betrachten genutzt wird, während Einstellungen von unten vorgenommen werden können.

Foto: Samsung

Das kleine externe Display lässt sich übrigens auch zur Vorschau bei der Aufnahme eines Selfies mit der Dual-Kamera nutzen.

Die Bildqualität ist gut, aber nicht außergewöhnlich – der Flip4 macht keine erstklassigen Bilder, aber sie sehen bei gutem Licht immer noch hochwertig aus. Die Konkurrenz von Samsung, aber auch von anderen Herstellern, hat hier noch deutlich die Nase vorn.

Flip 4 Beispielfotos: Das kann die Handykamera von Samsung

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Flip 4 Beispielfotos: Das kann die Handykamera von Samsung

Faltbare Smartphones für professionelle Anwender

Insbesondere mit dem Fold4 strebt der südkoreanische Konzern auch den Einsatz im professionellen Kontext an. Das Fold-Modell wurde schon immer als das beste Arbeitsgerät für Geschäftsleute angepriesen, da der große und breite Bildschirm in Kombination mit dem S Pen es sehr nützlich für Präsentationen und andere Geschäftsanwendungen macht.

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Galaxy Z Fold 4 in Bildern

Der Abschluss

Im Vergleich zu ihren Vorgängern bieten beide Geräte eine deutlich längere Akkulaufzeit, verbesserte Displays und fortschrittliche Scharnierdesigns, die für faltbare Geräte so wichtig sind. Übrigens, laut Samsung lassen sie das Smartphone mindestens 200.000 Mal öffnen und schließen.

Zweifellos haben die Geräte einen besonderen Charme – schließlich sind faltbare Geräte noch rar und Samsung ist der Hersteller, der seit Jahren am konsequentesten an der Entwicklung faltbarer Smartphones arbeitet.

Auch für die Fold4 (links) und Flip4 (rechts) sowie die Galaxy Watch 4 (Mitte) gibt es reichlich Zubehör in den jeweiligen Farben.

Das sehr unterschiedliche Design – das eine klappt, das andere seitlich – passt auch zu den Zielgruppen, die Samsung mit dem Fold4 und Flip4 ansprechen möchte:

Samsung möchte mit der Flip-Serie vor allem die jüngere Zielgruppe ansprechen und bietet in seinem Online-Shop zudem besonders viele Individualisierungsmöglichkeiten. Hier profitieren Anwender vor allem vom praktischen Vorteil, dass das gefaltete Flip4 deutlich besser in die Tasche passt als…