BASF-Mitarbeiter im Werk Ludwigshafen bei Nachtkontrolle Bild: dapd
Managern der deutschen Chemieindustrie wird vorgeworfen, Deutschland mit ihrer Gier von Russland abhängig zu machen. Was für eine Karikatur! Die Industrie war nicht naiver als die anderen.
Es brauchte einen Krieg, um die Deutschen daran zu erinnern, wie Wertschöpfungsketten funktionieren. Dass Ethylen und Propylen erst in Chemieanlagen aus Gas und Öl hergestellt werden müssen – diese Grundchemikalien werden dann zu Kunststoffen, Farben, Textilien, Klebstoffen, Dämmstoffen, Waschmitteln, Kosmetika, ja sogar Medikamenten verarbeitet. Auch das beteiligte Personal bemerkte dies alles wieder, da der Stopp der Gasimporte als letztes Mittel galt, um die russische Militärmaschinerie zu stoppen.
Hoffnungen auf Veränderung durch Handel in der Ukraine wurden enttäuscht. Die Naivität geht jedoch weiter. Vor allem die Naivität, die den vermeintlich einzigen Nutznießer der Gasimporte, die chemische Industrie, erobert. Mit Gier und Milliardengewinnen habe die BASF das Land von Russland abhängig gemacht, berichtete das öffentlich-rechtliche Fernsehen dieser Tage. Gott, was für eine Karikatur.
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