Kaum ein großes Krankenhaus oder eine Universitätsklinik in Deutschland hat konkrete Maßnahmenpläne zum Hitzeschutz. Mathies-Wiesler sieht darin „eine ganz große Lücke“. „Es geht um den Schutz der Patienten und der dort arbeitenden Menschen“, sagte der Biologe und Epidemiologe. Empfehlungen allein reichen nicht aus.
Nur wenige Kommunen wie Erfurt, Dresden oder Mannheim haben bisher Hitzeaktionspläne umgesetzt. Daher war es in den meisten Fällen nicht möglich, Akteure aus dem Gesundheitssektor wie Ärzte, Pflegekräfte, Krankenhäuser und Rettungsdienste einzubeziehen.
Linke fordern Kühlschränke und Klimaanlagen in Pflegeheimen
Bund und Länder müssten die Fakten schaffen – “per Gesetz und mit Finanzierungsmodellen”, sagte Kathryn Vogler, gesundheitspolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, dem Tagesspiegel (Dienstagausgabe). Sie forderte öffentlich zugängliche klimatisierte Kühlschränke und Klimaanlagen in Pflegeheimen und anderen Pflegeeinrichtungen.
Länder und Kommunen müssen Frühwarnsysteme und verbindliche Aktionspläne für Hitzewellen schaffen, insbesondere für Bildungseinrichtungen, Verkehrsunternehmen und das Gesundheitssystem. „Menschen, die im Freien oder in nicht klimatisierten Räumen arbeiten müssen, benötigen eine angemessene Vergütung, einschließlich einer ‚Unannehmlichkeit‘“, sagte Vogler.
Lauterbach befürchtet Todesfälle
Stefan Pilsinger, gesundheitspolitischer Sprecher der CSU-Landesgruppe im Bundestag, sieht das Bundesgesundheitsministerium in der Pflicht, die Bevölkerung vor einer außergewöhnlichen Hitzewelle über Präventionsmaßnahmen zu informieren.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach twitterte am Wochenende, dass ältere und kranke Menschen vor der Hitzewelle geschützt werden müssen: „Flüssigkeitsversorgung, Beatmungsgeräte, sprechen Sie über die Bedeutung von Flüssigkeiten. Seien Sie verfügbar.“ Er befürchtet auch Todesfälle.
Add Comment