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Die Künstlerin Isolde Maria Joham wird 90

Kultur

Die in Heinfeld (Kreis Lilienfeld) lebende Isolde-Künstlerin Maria Joham wird am heutigen Samstag 90 Jahre alt. Sie ist vor allem für ihre monumentalen, hyperrealistischen Arbeiten aus den 1980er Jahren bekannt, die der Pop-Art nahe stehen.

28.05.2022 06.02

Heute online, 6.02 Uhr

Mit der persönlichen „Isolde Maria Joham. Visionär wiederentdeckt“ widmet die Landesgalerie Niederösterreich in Krems dem Künstler und Preisträger 2021 des Landes Niederösterreich die bisher umfassendste Ausstellung, die noch bis 9. Oktober zu sehen ist.

„Wie viele Künstlerinnen und Künstler ihrer Generation steht Isolde Maria Joham im Schatten der österreichischen Kunstgeschichte. Die Ausstellung in der Landesgalerie will den Stellenwert ihrer Arbeit neu definieren“, so Gerda Riedler und Alexandra Chantl, die Kuratorinnen der Ausstellung. Dies ist mit dieser beeindruckenden Retrospektive offensichtlich gelungen, die viele Aspekte dieses reichhaltigen Werkes widerspiegelt.

Von Glaskunst bis hin zu großformatigen Fotos

Die Anfänge von Joham liegen in der Glaskunst, wie Auftragsarbeiten – etwa im Wiener Museum für angewandte Kunst und in einigen Kirchen – belegen. Joham – geboren am 28. Mai 1932 in Mürzzuschlag in der Steiermark und seit 1973 mit ihrem Mann, dem Bildhauer Gottfried Holwart, in Hainfeld lebend – leitete von 1972 bis 1993 die Klasse Glasdesign an der Hochschule für Angewandte Kunst.

Eine Fotoserie mit 7 Fotos

Pop Art, Pikachu und kritische Perspektiven

Seit den frühen 80er Jahren konzentriert er sich auf die Malerei. Ihre großformatigen Fotos thematisieren die Auseinandersetzung mit dem Komplex Mensch-Natur-Technik. Hier kommen oft kritische Perspektiven ins Spiel, wie etwa die Darstellung von drei Laboraffen in einem Atomreaktor. „Mein Ziel ist immer dasselbe“, wurde Joham zitiert: „Menschen einen Anstoß zu geben, sich kritisch mit unserer Umwelt auseinanderzusetzen. Ich will keine Vorwürfe machen, ich will Aufmerksamkeit bekommen.»

Der Betrachter soll nicht nur auf die Kunst blicken, sondern auch auf die Realität, die Joham in Form von Teilexplosionen vorfindet, anstatt wegzusehen. In ihren späteren Bildern beschäftigt sich die Künstlerin mit dem Traum vom künstlichen Menschen. Der Marvin-Roboter aus dem Kinoroman Per Anhalter durch die Galaxis und das urkomische Taschenmonster Pikachu aus dem Videospiel Pokemon sind oft wiederkehrende Motive.

Eine Fotoserie mit 10 Fotos

Ein herausragender Künstler der Kunstszene

„Isolde Joham ist eine der herausragenden Künstlerinnen der österreichischen Kunstszene, als Künstlerin hat sie eine internationale, insbesondere amerikanische und ostasiatische Ausrichtung“, schrieb Bridget Borchhard-Birbaumer im vergangenen Jahr anlässlich der Verleihung des Niederösterreichischen Kulturpreises in Bildender Kunst von Izo Joham. Ihre großformatige Malerei ist geprägt von Darstellungen des modernen Lebens, „besondere Ikonografie sind asiatische Massenware wie Drachen und alltägliche Comicfiguren des Touristenkitschs, verbreitet durch die neuen Medien“, sagt Borchhard-Birbaumer.