Inzwischen ist die Lage unter Kontrolle – ein Waldbrand bei Mülberg droht erneut aufzuflammen
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Audio: Brandenburgische Antenne 27. Juni 2022 | Alin besser | Bild: dpa / Robert Michael
Der Waldbrand bei Mülberg ist noch nicht gelöscht. Wind und Dürre machen den Rettungsdiensten Sorgen. Am Montag spitzte sich die Lage im sächsischen Teil der Brandzone zeitweise zu.
Bei dem Waldbrand im sächsischen Gohrishheide (Kreis Meißen) bei Mülberg (Elbe-Eslter-Kreis) haben Hitze und wechselhafter Wind am Montag kurzzeitig die Lage verschärft.
Eine Sprecherin der Feuerwehr Zeithain sagte der Deutschen Presse-Agentur, das Feuer sei auf einem der Wege, die das Brandgebiet schließen, nach Norden übergesprungen. Durch den Einsatz eines Löschhubschraubers konnte der Brand erneut eingedämmt werden. “Die Helikopter entspannten ihn ein wenig.”
Mörsergranaten gefunden
Nach Angaben der Einsatzleitung kam es am Vormittag vermutlich aufgrund der lodernden Glut zu mehreren kleinen offenen Bränden auf brandenburgischer Seite. Sie wurden gegen Mittag geräumt. Nach Angaben der Betriebsleitung muss die Bahnstrecke zwischen Falkenberg und Riza in Sachsen aus Sicherheitsgründen wieder gesperrt werden. Sie führt durch die Brandzone.
Auch in Sachsen und Brandenburg fanden Einsatzkräfte Munition. Wie die Leitstelle in der Lausitz am Montag mitteilte, handelt es sich nach Angaben der Leitstelle um zwei Mörsergranaten, die nun von den Einsatzkräften versorgt werden müssen.
Gepanzerte Maschine zum Schneiden von Spuren in munitionsgefülltem Gelände
Das betroffene Gebiet im sächsischen Gohrishheide ist mit Munition verseucht, Einsatzkräfte können das Gebiet nicht betreten. Erwartet wird eine Forstverschiebemaschine aus Gießen (Hessen), die gepanzert ist und im Bereich des ehemaligen Militärgeländes Bahnen schlägt. „Einsatzkräfte können dort derzeit nicht rein, sie stehen fünf Meter auf dem Bürgersteig und warten auf den Brandausbruch“, sagte die Sprecherin. Auch die von der Bundeswehr angekündigten Panzer sollen bald da sein.
Einsatzkräfte aus Brandenburg seien am Montag zur Unterstützung nach Sachsen gereist, erklärte Einsatzleiter Matthias Bauer. Durch einen auffrischenden Wind drohte das Feuer auf das Dorf Neska überzugreifen. „Sollte das in Sachsen eskalieren, werden wir auch ein Problem bekommen. Da haben wir gesagt, dass wir mit der Entsendung von großen Panzerlöschfahrzeugen unterstützen werden. Unsere Kollegen in Sachsen haben das sehr gerne angenommen“, sagte Bauer.
Ein Hubschrauber wird auch eingesetzt, um andere mögliche Brände zu orten. Die Bilder werden in beiden Bundesländern verwendet. Feuerwehrleute gehen auch zu Raucherzonen, graben sie aus und bewässern den Boden ausgiebig.
Der Große Waldbrand an der sächsisch-brandenburgischen Grenze
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An der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen ist am Freitag ein Waldbrand ausgebrochen.
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Insgesamt sind 800 Hektar betroffen, davon 350 auf brandenburgischer Seite.
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Die Brandzone auf sächsischer Seite ist teilweise mit Munition verseucht.
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Etwa 75 Feuerwehrleute waren in Sachsen im Einsatz.
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Seitdem wurden die Dörfer Kosilensien und Krobeln bei Bad Liebenwerda evakuiert.
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Etwa 680 Einwohner mussten am Freitagnachmittag ihre Häuser verlassen und konnten gegen 21 Uhr zurückkehren.
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Der Großbrand war am Donnerstag im sächsischen Gohrischheide ausgebrochen und am Freitag auf Mühlberg (Elbe-Elster) in Brandenburg übergesprungen.
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Warum das Feuer ausbrach, ist nicht bekannt.
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Die Polizei empfiehlt, Fenster und Türen geschlossen zu halten und Lüftung und Klimaanlage auszuschalten.
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Der Einsatz von gepanzerten Rettungsfahrzeugen ist geplant
Außerdem müssen sich im Brandgebiet zwei gepanzerte Rettungsfahrzeuge der Bundeswehr befinden. Bereits am Montag wurden zwei Techniktanks angefordert. Sie müssten die Route für die gepanzerten Rettungsfahrzeuge planen, sagte der sächsische Landesfeuerwehrdirektor Dirk Schneider am Montag. Die Panzer müssen Wege in den Wald schlagen, um eine weitere Ausbreitung der Flammen zu verhindern.
Laut Schneider beträgt die Temperatur der Erde bis zu 400 Grad Celsius – trotz der Brände. Wird durch den Wind Sauerstoff zugeführt, können sich die Flammen immer wieder neu entzünden. „Das ist die große Herausforderung“, sagte Schneider.
Zeitweise sind mehr als 800 Hektar betroffen
Seit fünf Tagen brennen Teile von Gorischeide, das sowohl in Brandenburg als auch in Sachsen liegt. Das Feuer war in der Nacht zum Donnerstag auf sächsischer Seite ausgebrochen und hatte sich am Freitag auf einen Teil Brandenburgs ausgebreitet. Mehr als 800 Hektar standen zeitweise in Flammen – 350 Hektar auf brandenburgischer Seite.
Die schwere Schadenslage wurde in der Nacht zum Sonntag aufgeklärt. Die Region Elbe-Elster übergab die Betriebsführung wieder an die Gemeinde Liebenverda.
Als Grund wird Munition vermutet
Der Landesbrandschutzbeauftragte Raimund Engel bestätigte am Montag, dass der Brand eingedämmt, aber noch nicht gelöscht sei. Die Gefahr ist laut Engel noch nicht gebannt. In den nächsten Tagen muss intensiv nach beleuchteten Nestern gesucht werden. „Die Spannung ist immer noch hoch“, sagte Engel.
Am Montagmorgen waren noch mehr als 80 Feuerwehrleute aus Brandenburg im Einsatz, überwiegend aus den Landkreisen Obersprewald-Lausitz und Elbe-Elster. Zusätzliche Unterstützung kam vom Bundesamt für Technische Hilfeleistung und dem Deutschen Roten Kreuz.
Die Waldbrandgefahr ist derzeit in Südbrandenburg besonders hoch. Im betroffenen Elbe-Elster-Gebiet waren es am Montag vier, im benachbarten Obersprewald-Lausitz-Gebiet fünf.
Als Brandursache wird laut Engel ein sächsisches Land vermutet. Dort konnte Munition angezündet werden.
Ausstrahlung: Antenne Brandenburg, 27. Juni 2022, 14:00 Uhr
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