Kupplungsarm und Schalter gehen leer: Wie schnell gewöhnt man sich daran, dass das Doppelkupplungsgetriebe bei Hondas neuem Tourer NT1100 die Schaltarbeit übernimmt? Und willst du das überhaupt?
Wien. Im Auto gehört das Selbstschalten der Vergangenheit an. In den höheren Klassen ist die Automatik längst Standard und das aus gutem Grund; Im nächsten Jahr wird Mercedes alle manuellen Schalter entfernen. Wir werden sehen, dass viele Autohersteller diesem Beispiel folgen werden.
Aber warum greifen und klicken die Leute immer wieder nach Fahrrädern? Dadurch kamen auch die Scooter zum Stehen. Und Supersportler haben Werkzeuge, um schnell hoch und runter zu schalten, ohne die Kupplung zu benutzen. Warum schaltest du selbst? Vermutung: Auch hier fokussieren wir uns auf ein Auslaufmodell.
Aber klassische Ausrüstung ist immer noch Standard und viele Fahrer wollen es sich nicht anders vorstellen. Doch wie stark hängt der Fahrspaß vom Kupplungshebel ab? Wir haben die Honda DCT-Technologie (Doppelkupplungsgetriebe) an einer Reihe von Modellen getestet, vom mächtigen Gold Wing über den intensiven X-ADV bis hin zum universellen Africa Twin. An dieser Front also nichts Neues: Das Ding ist technisch wasserdicht und verursacht keine Phantomschmerzen.
Anfangs vielleicht ungewohnt, lernt man bald den Komfort zu schätzen, auf Handarbeit verzichten zu können – nicht nur in den Hindernissen des Stadtverkehrs, wo dies offensichtlich ist, sondern auch bei einer schönen, genussvollen Fahrt über Land.
Die Prämisse ist natürlich, dass die Übertragung das tut, was Sie wollen. Wer es sehr sportlich anlegt, dem empfehlen wir den Tour-Modus, der beim Bremsen in einer Kurve schnell die Gänge herunterschaltet und beim Ziehen die Geschwindigkeit ausreizt, sofern der entsprechende Wille am Gas drückt. Angstmomente entstehen auch, wenn man zum Beispiel vor einer Ampel schnell beschleunigt, um vor startenden Autos zu sitzen; dies kann die automatische Umschaltung verwirren. Oder wenn die hohe Geschwindigkeit länger als nötig beibehalten wird. Aber insgesamt: Daumen hoch für DCT. Dies ist keine Einrichtung, die das Vergnügen am Radfahren verdirbt.
Allerdings kostet der Komfort extra, beim NT1100, der 15.590 Euro kostet, sind es 1.200 Euro. Wer trotzdem knapp kalkuliert, investiert das Geld besser in Ausrüstung. Der 238 kg schwere NT1100 (mit DCT: plus 10 kg) ist schnell erklärt: Tourer mit 1084-cm³-Zweizylinder Africa Twin (102 PS), nur mit straßentauglichem Fahrwerk; Effizientes, fünffach (manuell) verstellbares Windschild, Heizgriffe und Tempomat serienmäßig. Am besten nimmt man sich die Zeit, die vielen Funktionen des Bordsystems über den Touchscreen zu lernen, dafür sind die Ampelphasen definitiv zu kurz.
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