Dosto sollte ohne schnelle Kurven fahren
Zitterbremszug der SBB
Seit der FV Dosto auf dem Netz der SBB fährt, gibt es Probleme – und nun verzichtet die SBB darauf, ihn für das einzusetzen, wofür er konzipiert wurde: schnelles Kurvenfahren. Das “Judder-Problem” ist immer noch nicht gelöst.
Gesendet: 10:23 Uhr
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Aktualisiert: vor 7 Minuten
Das war eine der grössten Investitionen der SBB: der Kauf der FV Dosto. Seine spezielle Rollenkombination soll den bis zu 1.300 Fahrgästen fassenden Zug schneller um Kurven fahren lassen. Dies würde eine deutliche Reisezeitverkürzung im Fernverkehr ermöglichen. Allein auf der Strecke Bern–Lausanne sollen Sie sechs Minuten gewinnen.
Aber eine anständige Hündin von Anfang an. Und jetzt haben die SBB entschieden, dass die Funktion „Schnelles Kurvenfahren“ niemals in Kurven verwendet wird. Das teilte der Bahngigant am Freitag auf einer Medienkonferenz mit. Der Grund dafür ist, dass der Zug dann nicht stabil genug ist – der Komfortverlust für Fahrgäste und Personal wäre zu groß.
Ab 2027 soll sie mit hohen Geschwindigkeiten fahren, ein Versäumen hat Auswirkungen auf den Fahrplan 2035. Die SBB versuchen diese Reduktion aber auf anderem Wege zu erreichen. Laut SBB-Chef Vincent Ducrot laufen derzeit zwei Projekte.
Das Schütteln geht weiter
Das Flimmerproblem ist immer noch nicht behoben. Man wird mancherorts von Dosto so erschüttert, dass man mit dem Laptop nicht mehr arbeiten kann und Handys vom Tisch fliegen. Auch das Personal, insbesondere in den Speisewagen, kann ein „Zugrüttellied“ singen.
Das liegt laut Ducrot an Störungen in der Kombination mit den Walzen. Die Schnittstelle zwischen den Rädern und der Karosserie funktioniert nicht richtig.
Diese wollen die SBB noch weiter verbessern. Konkret soll der Zugbauer Alstom hier eine 10-prozentige Verbesserung erreichen. Aber das geht nicht von heute auf morgen, sagt Linus Lüser, Leiter der Personenbeförderungsfertigung. Er rechnet mit zwei, drei Jahren. Wir werden also noch so lange erschüttert sein.
Keine Experimente mehr
Da Dosto die dafür gestellten Anforderungen nicht erfüllt, verzichtet die SBB zudem auf die Möglichkeit, weitere 100 dieser Züge von Alstom zu beziehen. Das hängt laut Ducrot auch damit zusammen, dass der Bundesrat in den kommenden Jahren nicht den Fernverkehr, sondern den Regionalverkehr ausbauen will. Dafür braucht es den teuren Dosto nicht – die Anschaffung der 62 Züge kostet 1,9 Milliarden Franken.
Ducrot kündigte zudem einen weiteren Disclaimer an: Im Fernverkehr muss die Neigetechnik künftig entfernt werden. Denn dort kommen Doppelstockwagen zum Einsatz – und hier hat Dosto gezeigt, dass das mit ausreichend Komfort und Stabilität nicht geht.
Dosto war für Sie SBB ein Abenteuer. Es wurde speziell für die Schweiz entwickelt. Die Bahngesellschaft will ein solches Experiment nicht mehr wiederholen. Zukünftig sollen nur noch am Markt und auf der Schiene bewährte Fahrzeuge angeschafft werden. So kaufen Sie sich bei Stadler Rail von Peter Spuhler ein.
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