Pamela Randy-Wagner sieht im Hilfspaket der Regierung vier konkrete Schwachstellen. Sie ist besonders wütend über die Ungerechtigkeit.
Auf die Frage, welche Partei die besten Konzepte gegen die Inflation habe, nannten nur sieben Prozent der Befragten die ÖVP, fünf Prozent die Grünen. NEOS (sechs Prozent) und FPÖ (14 Prozent) können kaum überzeugen. Anders die SPÖ: Sie liegt laut einer Studie von Unique Research im Auftrag von Profil mit 20 Prozent auf Platz eins.
Mittlerweile gibt es ein riesiges Paket an Leistungen – aber je höher das Einkommen, desto mehr profitieren Sie davon. Die SPÖ fordert deshalb eine “echte Inflationsbremse”. Parteichefin Pamela Randy-Wagner wurde von Martin Tour in ZiB 2 interviewt.
Betroffene vom Hilfspaket: „Das Problem ist vorbei“ >>
4 Schwächen
„Es geht nicht darum, ob es zu wenig oder zu viel ist, sondern wie es ausgegeben wird“, fasst Randy-Wagner das Volumen des Geländes zusammen. Sie sieht im aktuellen Regierungspaket vier konkrete Schwachstellen: Am auffälligsten seien in den nächsten Jahren die Spitzenverdiener stärker davon profitieren. Auch der Wegfall der Kaltprogression ist ein „Nullsummenspiel“, weil die Menschen diese Raten bereits im Voraus bezahlt haben.
Drittens ist der Zeitpunkt im Herbst offensichtlich zu spät und außerdem bleibt alles teurer, weil die Preise weiter steigen dürften. Eine Senkung der Mehrwertsteuer hingegen würde Geringverdiener angemessen entlasten, da sie mehr von ihrem Haushaltsbudget für Lebensmittel aufwenden müssen.
“Nicht fair”
Pamela Randy-Wagner hat ausgerechnet, dass Bestverdiener wie sie oder Bundeskanzler Karl Nechamer durch dieses Leistungspaket viele tausend Euro – „fast 6.000 Euro“ – erhalten. Ein Rentner mit einem monatlichen Einkommen von 1.200 Euro erhält dagegen für den gleichen Zeitraum nur etwa ein Viertel davon. “Das ist nicht sozial wahr, das ist nicht fair, das ist keine Preissenkung”, sagte der Sozialdemokrat.
“Diejenige, die es wirklich braucht, die Rentnerin, bekommt nicht, was sie wirklich braucht.”
Sie verstehe das Argument für eine Gießkanne zur Senkung der Mehrwertsteuer nicht, weil das effektiv die Preise senken würde. Energiekonzerne, die jetzt hohe Gewinne machen, brauchen auch ein befristetes Gesetz, um diese Mehreinnahmen besteuern zu können. Diese Mittel müssen dann in den Ausbau erneuerbarer Energien und andere inflationshemmende Maßnahmen investiert werden.
Nav Account Leo Zeit17.06.2022, 22:32 | Akt: 17.06.2022, 22:54
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