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Die Ukraine fürchtet den russischen Fortschritt seit dem Fall von Mariupol

Auf . – 21.05.2022, 17:24 (akt am 21.05.2022, 19:24)

Im Bild: Russische Soldaten in Mariupol in der Südukraine. © AP (Symbolbild)

Die Ukraine befürchtet eine weitere Offensive russischer Truppen, nachdem sie Mariupol und das Stahlwerk Asow vollständig eingenommen haben.

Der ukrainische Militärgouverneur der Region Luhansk, Sergei Haidai, kündigte am Samstag Massenkämpfe im Donbass an. So steht die ostukrainische Stadt Sewerodonezk seit Tagen mit Toten und Verletzten unter Beschuss.

Die Russen zerstören Severodonetsk als Mariupol

„Die Russen zerstören Sewerodonezk wie Mariupol. Die Kämpfe finden in den Vororten der Stadt statt“, sagte Haidai dem Nachrichtensender Telegram. Der Gouverneur beschwerte sich über Luftangriffe in der Region und dass Russland die Region in Schutt und Asche legen wolle. Gleichzeitig wies er Äußerungen des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu, die Region Luhansk stehe kurz vor der vollständigen Übernahme, als “Unsinn” zurück. Schoigu hat keine einheitliche Sichtweise mehr auf die Lage seiner eigenen Streitkräfte.

Registrierte russische Angriffe in der Ukraine

Der ukrainische Generalstab registrierte eine große Zahl russischer Angriffe im Land und wies auf die Gefahr von Luftangriffen aus dem benachbarten Weißrussland hin. Laut einem Lagebericht vom Samstag liegt der Schwerpunkt der Kämpfe weiter östlich in der Ukraine. Dort wurden elf feindliche Angriffe abgewehrt und unter anderem acht Panzer zerstört. Der Artilleriebeschuss ukrainischer Stellungen werde ebenfalls fortgesetzt, heißt es in der Erklärung. Die Ukraine gilt auch als Bedrohung durch Russlands Verbündeten Weißrussland, das offiziell nicht am Krieg teilnimmt.

Ukraine: Schiffe im Schwarzen Meer

Darüber hinaus seien Schiffe der russischen Marine im Schwarzen und im Asowschen Meer für Kampfeinsätze und Geheimdienste unterwegs, teilte das Hauptquartier in Kiew mit. Das Militär beklagte, dass die russischen Besatzer auch Bodenterror gegen die ukrainische Zivilbevölkerung anwendeten. Beispielsweise hinderten sie Menschen daran, aus dem von Cherson besetzten Gebiet des von der Ukraine kontrollierten Territoriums zu fliehen. Auch die Öffnung humanitärer Korridore wird blockiert, damit keine Lebensmittel und Medikamente in das Gebiet importiert werden können. Alte, Kranke und Kinder seien dort eingeschlossen, hieß es in der Erklärung.

Anklage gegen die Ukraine

Unterdessen hat die russische Grenzregion Kursk die Ukraine des täglichen Beschusses beschuldigt. Die Region Glushkovo sei am Samstag angegriffen worden, schrieb Gouverneur Roman Starovoit im Nachrichtendienst Telegram. Zu möglichen Opfern äußerte er sich zunächst nicht. In den letzten Tagen hat Starovoit bereits Ukrainer für die Zerstörung von Städten in der Nähe der Grenze verantwortlich gemacht. Im Dorf Tyotkino soll am Donnerstag ein Mann gestorben sein. Die Ukraine hat sich zu den Vorwürfen nicht geäußert.

Russland hat Beschuss gemeldet

Das russische Verteidigungsministerium hat nach eigenen Angaben von Schiffen im Schwarzen Meer Raketen auf ukrainische Ziele abgefeuert. In der Region Zhytomyr beispielsweise wurden Waffen, die aus Europa und den Vereinigten Staaten geliefert wurden, von Kaliber-Marschflugkörpern zerstört, sagten Moskauer Quellen. Außerdem griffen Raketen und Artillerie ein militärisches Ausbildungslager in der Nähe der Hafenstadt Odessa an.

Russland: Kämpfer der Asowschen Stahlfabrik ergeben sich

Russlands Verteidigungsministerium teilte am Freitag mit, die letzten ukrainischen Kämpfer im Asowschen Stahlwerk in Mariupol hätten sich ergeben – insgesamt mehr als 2000. Damit sei die Stadt vollständig unter russischer Kontrolle. Der ukrainische Generalstab in Kiew sagte, der Feind habe begonnen, das Gebiet um den Hafen herum zu entminen, um ihn wieder in Betrieb zu nehmen.

Nach Angaben des Generalstabs versuchen die russischen Streitkräfte immer noch, die volle Kontrolle über die Regionen Luhansk und Donezk zu erlangen, um einen Landkorridor zur Schwarzmeerhalbinsel Krim zu sichern, die Russland 2014 annektierte Mariupol gilt als wichtiger Teilerfolg.

Es wurden russische Angriffe auf Charkiw gemeldet

Ukrainische Behörden kündigten auch neue russische Angriffe in der ostukrainischen Stadt Charkiw an. Im Kiewer Stadtteil der Metropole wurde in der Nacht zum Freitag der Markt beschossen. Mehrere Handelspavillons brannten nieder. Veröffentlichte Fotos der schweren Schäden waren zunächst nicht überprüfbar.