US-Gesundheitsexperten vermuten ein Adenovirus hinter der Häufung ungeklärter Hepatitis bei Kindern. In neun solcher Fälle im Bundesstaat Alabama seien alle betroffenen Kinder positiv auf das Adenovirus 41 getestet worden, teilte die US-Gesundheitsbehörde (CDC) gestern mit. „Wir glauben derzeit, dass das Adenovirus die Ursache der gemeldeten Fälle sein könnte, aber andere mögliche Umweltfaktoren und die Situation werden noch untersucht.
Es gibt über 50 bekannte Adenoviren, die meist nur leichte Erkrankungen, meist Erkältungen, verursachen. Adenovirus 41 kann bei Kindern Gastroenteritis verursachen, aber “es ist normalerweise nicht bekannt, dass es bei ansonsten gesunden Kindern Hepatitis verursacht”, sagte die CDC.
170 Fälle in elf Ländern
Daher schloss die Falluntersuchung in Alabama andere Möglichkeiten wie Covid, Hepatitis-A-, -B- und -C-Viren oder Morbus Wilson als Ursache aus. Kinder zwischen einem und sechs Jahren leiden unter Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen und Gelbsucht. Drei von ihnen haben ein akutes Leberversagen erlitten, zwei benötigen eine Lebertransplantation.
Seit Ende März haben mehrere Länder solche ungeklärten Fälle von Hepatitis bei Kindern gemeldet. Die ersten Fälle traten im Vereinigten Königreich und weitere in anderen europäischen Ländern, Israel und Japan auf. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bisher 170 Fälle in elf Ländern gezählt.
Im US-Bundesstaat Wisconsin, wo ebenfalls vier Fälle gemeldet wurden, ist ein Kind an den Folgen gestorben. Hepatitis ist eine bei gesunden Kindern seltene Entzündung der Leber.
Auch die EU-Gesundheitsbehörde ECDC zeigte sich am Donnerstag besorgt über ungeklärte Fälle. Auch die EU-Behörden haben eine mögliche Verbindung zu Adenoviren als „Arbeitshypothese“ akzeptiert.
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