Spätestens nach Corona und dem Fernstudium können die meisten Studierenden einen Laptop nutzen, aber das ist noch nicht alles. Sie müssen lernen, wie sie sich im Internet verhalten, was sie senden dürfen und wohin sie ihre Daten oft unbemerkt übermitteln. Digitalisierung ist nicht nur ein Hobby, hier sind auch die Jobs der Zukunft. Darüber hinaus müssen junge Menschen lernen, wie sie ihre Geräte und Inhalte vor Viren oder Malware schützen und Fake News erkennen können.
Für den Wiener Bildungsdirektor Heinrich Himmer (SPÖ) ist die digitale Grundbildung ein wichtiges neues Pflichtfach: „Die Aufgabe der Schule ist es, das zu tun, was heute gebraucht wird, und ohne Digitalisierung geht es einfach nicht, und das ist die Botschaft, die der Staat aussendet, nämlich zu sagen: Hey, wir müssen wirklich gemeinsam daran arbeiten.“ Vierte Formen werden erst ab 2023/24 aufgenommen.
Tabellenkalkulation und Fake News
Themen sind unter anderem die Nutzung von Internet-Suchmaschinen (Note 1), das Sammeln, Filtern, Sortieren, Interpretieren und Präsentieren von Daten (Note 2), das Erklären des Begriffs „Social Media“ und das Verstehen der Interessen des jeweiligen Versorgungsunternehmens (ebenfalls Note 2 ) bzw Schutz von Geräten und Inhalten vor Viren oder Malware/Malware (Klasse 3).
Einerseits müssen die Studierenden lernen, Tabellenkalkulationen zu bedienen oder den Code eines selbst entwickelten Computerprogramms so zu verändern, dass es schneller und stabiler läuft. Andererseits soll auch vermittelt werden, unter welchen Bedingungen man Fotos oder Bilder an andere Personen versenden darf oder wie Fake News erkannt werden können.
Die Lehrer mussten zur Schule gehen
Seit Mai werden Lehrkräfte, die bereits die Pflichtübung Basic Digital Education unterrichtet haben, in einem sogenannten Massive Open Online Course fortgebildet. Im Herbst startet ein Universitätslehrgang für bereits berufstätige Lehrkräfte. Ab 2023/24 ist ein eigenes Lehramtsstudium geplant. In einem nächsten Schritt werden die Informatik-Lehrpläne der Oberstufe überarbeitet, um die Inhalte der digitalen Grundschulbildung daran anzupassen.
Bildungsminister Martin Polášek (ÖVP) nannte die Einführung als Pflichtfach im Rundfunk „einen historischen Moment an österreichischen Schulen“. „Digitale Grundbildung in diesem Fach ist nicht nur die Arbeit am Computer. Studierende müssen früh lernen, sich in der digitalen Welt zurechtzufinden, sie zu gestalten und Informationen daraus zu verarbeiten.“
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