Burgenlands Landeshauptmann warnt vor Masseninsolvenzen und Arbeitslosigkeit, wenn die Bundesregierung nicht schnell handelt. Auch die WKÖ drängt auf Unterstützung für Unternehmen.
Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) hat gefordert, die von der Bundesregierung geplante Strompreisobergrenze auf Gewerbebetriebe auszudehnen. „Am Ende profitiert niemand davon, wenn er sich Strom und Gas wieder leisten kann, aber seine Jobs gehen verloren, weil das Unternehmen wegen der Energiekosten in die Insolvenz schlittert“, warnte Doskozil in einer Aussendung. Die Handelskammer bekräftigte am Samstag den Aufruf zur Unterstützung der Unternehmen.
Neben dem Krieg in der Ukraine kam es in den letzten Tagen auch zu Stromausfällen aufgrund von Dürre. Am Freitag kostete eine Megawattstunde 1.000 Euro, mehr als zehnmal so viel wie bisher. Daher muss die Bundesregierung schnell handeln. Andernfalls würden ihnen “Massenpleiten und Massenarbeitslosigkeit” drohen, so der Landeshauptmann des Burgenlandes.
Auch die Handelskammer bittet um Unterstützung
Wirtschaftskammer-Chef Harald Marer (ÖVP) hat am Freitagabend auf „ZiB1“ angesichts der extremen Energiekosten bereits vor einer bevorstehenden Insolvenzwelle in Österreich gewarnt, wenn Unternehmen nicht mehr Entlastung bekommen. „Fakt ist, dass Unternehmen auch finanzielle Unterstützung brauchen. Sie können sich diese Energiekosten einfach nicht mehr leisten“, sagte er, ebenso wie die Gaspreise. Denn „für viele ist die Situation bereits lebensbedrohlich“, betonte Marer.
Konkret fordert die Wirtschaftskammer, dass jetzt die notwendigen Leitlinien für Entlastungsmaßnahmen auf den Weg gebracht werden – etwa die noch ausstehenden Leitlinien zur praktischen Umsetzung der Strompreiskompensation, aber auch eine unbürokratische Ausgestaltung der Leitlinien zur Finanzierung des Energieförderungsgesetzes Kosten von Unternehmen, die es bereits weitergegeben hat. Zudem fehlen auch bei der CO2-Bepreisung entsprechende Regelungen für Hard Cases und Carbon Leakage – „gezielt“ ab 1. Oktober. Bei den anstehenden Tarifverhandlungen pocht die WKÖ darauf, dass einerseits die Kaufkraft gesichert, die Betriebe aber nicht überfordert werden.
Burgenlands ÖVP-Obmann Christian Zagarz bezeichnete Doskozils Forderungen als „heuchlerisches Ablenkungsmanöver von der SPÖ-Blockade im Nationalrat“. Der Gouverneur sollte seine Parteikollegen in der Bundesregierung besser überzeugen. Sagartz bezog sich damit auf die Ablehnung der Erdgas-Kontrollmassnahmen-Verordnung durch den Nationalrat in der vergangenen Woche durch die Opposition.
(APA)
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