Germany

Dreifache Gasrechnungen schließt Habek nicht aus

Das soziale Problem zeichnet sich ab

Die direkte Weitergabe der Gaspreiserhöhung an die Kunden sieht Habek als “zweischneidiges Schwert”. Wenn Preise nicht weitergegeben würden, drohe den Unternehmen ein „Rollover“, sagte Habek dem ZDF „heute-journal“. Auf jeden Fall muss der Dominoeffekt auf dem Energiemarkt verhindert werden. „Ein Werkzeug gibt den Preis an die Kunden weiter. Aber … es ist ein zweischneidiges Schwert und sehr scharf.“ Dies schafft ein ernsthaftes soziales Problem.

Finanzielle Anreize der Regierung zum Spritsparen lehnte der Minister ab: In dieser ernsten gesellschaftspolitischen Lage müsse man sich gegenseitig helfen. “Und wenn jemand sagt, ich mache das nur, wenn ich 50 Euro bekomme, dann sage ich: ‘Das kriegst du nicht, alter Mann.’

Der Bundeswirtschaftsminister hat die nächste Stufe des Gasnotstandsplans angekündigt, die zur Weitergabe der Erhöhungen notwendige Preisanpassungsklausel wurde jedoch noch nicht aktiviert.

Bundesverbraucherministerin Steffi Lemke betonte den Vorrang bestimmter Gesellschaftsschichten bei der Gasversorgung. „Mir ist besonders wichtig, dass in allen Phasen dieses Notfallplans die Versorgung privater Haushalte und sozialer Einrichtungen wie Krankenhäuser sichergestellt und diese besonders geschützt werden“, sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Dafür setze sich die gesamte Bundesregierung ein: „Für die Bundesregierung ist es entscheidend, die Energieversorgung in Deutschland sicher zu halten.“

Der Verdi-Chef pocht auf eine Obergrenze beim Gaspreis

Angesichts der sich verschärfenden Gaskrise haben sich die Grünen im Bundestag und der frühere Verdi-Chef Frank Bsirske für eine Gaspreisdeckelung ausgesprochen. „Wir brauchen zusätzliche Entlastungen, die sich auf die unteren und mittleren Einkommen konzentrieren, weil sie am stärksten von der Preisdynamik betroffen sind“, sagte Bsirske am Freitag der Redaktion des Deutschen Redaktionsnetzwerks (RND). „Eine Begrenzung des Gaspreises wäre sinnvoll, um den Grundbedarf zu decken. Dies würde auch eine Kontrolle des Verbrauchs ermöglichen. Dies wird Umweltauswirkungen auf das Management haben.“

Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, forderte angesichts der Befürchtungen weiter steigender Gaspreise die Bundesregierung auf, unverzüglich mit der “Vorbereitung langfristiger Hilfen” zu beginnen. „Abzuwarten und dann wieder über so etwas wie den Tankrabatt zu reden, ist wirklich absurd“, sagte er dem RND.

Der Präsident des Deutschen Mieterbundes, Lucas Siebenkoten, forderte Entlastungen für Geringverdiener und ein Kündigungsmoratorium. „Es wird staatliche Hilfsprogramme geben müssen“, sagte Zibenkoten gegenüber RND. Zudem müssten Mieter vor Kündigung geschützt werden: „Wir fordern ein Kündigungsmoratorium, das sicherstellt, dass niemand abgemahnt werden kann, der seine Nebenkostenabrechnungen wegen stark gestiegener Heizkosten nicht rechtzeitig bezahlen kann.“

„Lehman-Brothers-Effekt“ auf dem Energiemarkt

Angesichts des drohenden Gästemangels befürchtet Habek, dass der Dominoeffekt zu einer schweren Rezession führen wird. „Das Risiko, dass Energieversorger in eine wirtschaftliche Situation geraten, in der sie sich am Markt kein Geld mehr leihen können, um Gas zu kaufen“, sagte Habek laut Vorabmeldung in den Tagesthemen der ARD. Es muss verhindert werden, dass sie „vom Markt fallen“.