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Ein Journalist warnte die Deutschen davor, in der Schweiz zu arbeiten

Die Meinung eines Journalisten im «Südkurier» traf den Schweizer mitten ins Herz. Er lässt die Schweiz kaum in Ruhe und zählt mehrere Gründe auf, warum Deutsche hier nicht arbeiten sollten. Sein Beitrag kam in der Schweiz nicht gut an.

«Wer die Schweiz beleidigt, soll zurück nach Deutschland», heisst es in einem der vielen emotionalen Kommentare auf Blick.ch. Trotzdem erhält der Autor manchmal Zuspruch: «Wo er Recht hat, hat er Recht. Aber das wollen die Schweizer gar nicht hören, für die ist hier alles perfekt.»

“Es war nicht böse gemeint”

Verfasst hat den Artikel Journalist Rolf Hall (35). Gegenüber Blick betont er, dass er die Stellungnahme mit einem Augenzwinkern verfasst habe: «Es war nicht schlecht gesagt.»

Hall selbst ist Schweizer, hat in Deutschland studiert und in beiden Ländern gelebt und gearbeitet. „Ich kenne also beide Seiten“, betont er. Momentan lebt er wieder in der Schweiz und arbeitet für den “Südkurier” in Konstanz (Deutschland). “Wir haben viele Leser im deutschen Grenzgebiet, die sich die hohen Löhne in der Schweiz nur vorstellen und etwas mehr über das Land wissen.”

Die Familienplanung muss abgeschlossen sein

Für diese Menschen beginnt eine neue Stelle in der Schweiz oft mit einem Schock. Hall nennt teure Arztbesuche und wenige Urlaubstage. Schweizer Arbeiter würden auch viele Überstunden zahlen, manchmal ohne Bezahlung.

Zu viel Dankbarkeit sollte man in der Schweizer Arbeitswelt nicht erwarten. Sorge bereitet Hall auch die mangelnde Kritik in der Schweiz. Zum Beispiel, wenn es um die Entstehung des Schweizer Wohlstands geht. „Das muss man kritisch hinterfragen können, ohne dass man damit das ganze Land in ein negatives Licht rücken will.

Auch Hall relativiert: «Die Aussagen sind sicherlich übertrieben und wie gesagt nicht ernst gemeint, aber sie sollen Interessenten zeigen, dass man in der Schweiz neben dem Lohn auch einige Stolpersteine ​​in Kauf nimmt in Betracht.”

Die Schweiz ist Europameisterin in Sachen Arbeitszeit

Aber verdient die Kritik des Journalisten eine genauere Prüfung? Ein Blick auf die Arbeitszeiten in europäischen Ländern zeigt, dass die Schweizer in Europa tatsächlich an der Spitze stehen und teilweise unbezahlte Überstunden machen. Aber auch in Deutschland ist nicht alles Gold, was glänzt. Im Schnitt leisten die Deutschen 20 Überstunden im Jahr, ohne einen Cent dafür zu sehen.

Auch für die Kinderbetreuung in der Schweiz muss man deutlich tiefer in die Tasche greifen. Während in Deutschland der Staat den Großteil der Kosten übernimmt, müssen die Eltern in vielen Schweizer Gemeinden zwei Drittel der Kosten selbst tragen.

Vine wird mit Feedback überschwemmt

Beim Abzug der Krankenkassen hat Hall dagegen zu sehr übertrieben: In der Regel würde dieser bei 2000 Franken liegen. Das stimmt nicht, die niedrigste Franchise beträgt 300 Franken, die teuerste 2500 Franken.

Auch Hohl erhielt viel Feedback. „Ich hatte nicht erwartet, dass es so viele sind“, sagt er. Einige stimmten ihm zu, andere waren empört. “Und ich habe auch E-Mails von Grenzgängern erhalten, die die Schweiz ganz anders erleben.”