Stand: 06.09.2022 20:53
Das Feuer setzte sich unbemerkt im Untergrund fort. Wie sich am Dienstag herausstellte, waren statt 150 Hektar bereits 160 Hektar betroffen. Die Brandbekämpfung aus der Luft geht weiter.
Das teilte die Region Harz am Dienstagnachmittag mit. „Nach Auswertung der neuesten Wärmebilder des Aufklärungshubschraubers hat sich das Feuer auf 160 Hektar ausgebreitet“, sagte ein Sprecher. Zuvor hatte der Landkreis mitgeteilt, dass sich die vom Brand betroffene Fläche nicht weiter vergrößert habe. Das Feuer habe sich inzwischen unerkannt im Untergrund ausgebreitet, sagte der Sprecher. Die Behauptung, das Feuer sei unter Kontrolle, bleibt jedoch bestehen.
Die Löscharbeiten werden voraussichtlich mehrere Tage dauern
Bereits am Dienstagmorgen wurden die Löscharbeiten mit sieben Hubschraubern aus der Luft wieder aufgenommen. Vor Ort versucht ein Feuerwehrteam, sich den Weg in den Wald zu bahnen. Ein weiterer soll per Helikopter in den undurchdringlichen Sumpf geflogen werden, der ebenfalls betroffen ist. Auch die beiden Löschflugzeuge sind noch im Einsatz. Auch wenn der Brand weitgehend unter Kontrolle ist, werden die Löscharbeiten voraussichtlich noch mehrere Tage andauern, so Landesbrandmeister Kai-Uwe Lohse. Er glaubt, dass es nächste Woche dauern könnte, da sich die Glut weiter erhitzt.
Der Umweltminister: Brandschneisen im Nationalpark sind ausgeschlossen
Umweltminister Olaf Lees (links) erfährt im Gespräch mit Nationalpark-Direktor Wurmberg Roland Pietsch (rechts) vom Waldbrand am Brocken.
Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) war am Dienstag im Harz. Dort könne es nicht darum gehen, Brandschneisen durch den geschützten Wald zu schlagen. Die Regeln des Nationalparks ließen dies nicht zu. Es muss jedoch ein Zugang geschaffen werden, damit Rettungsdienste bei zukünftigen Bränden auf betroffene Bereiche zugreifen können. Immer mehr Stimmen aus Sachsen-Anhalt fordern, das Totholz aus dem Park zu entfernen. Die Lügen sagten, das würde nicht funktionieren – dafür gab es zu viel totes Holz. Außerdem gibt es im Nationalpark Harz inzwischen breite Pufferstreifen um die Dörfer herum. Ähnlich sieht das auch der Leiter des Nationalparks, Roland Pietsch.
Bessere Wasseraufnahme: Arbeiter lockern den Boden
Landrat Thomas Balcerowski (CDU) hat am Sonntag den Katastrophenfall für die Harzregion ausgerufen. Damit ist es zum Beispiel möglich, zusätzliche Kräfte anzufordern und bedrohte Gebiete zu evakuieren. Polizisten haben das für Besucher gesperrte Gebiet rund um den Brocken gesichert. Unter den 160 Hektar, die betroffen sind, befindet sich ein Moor von etwa 60 Quadratmetern. Dort sind übrigens Nationalparkbeamte unterwegs, um den Boden mit Handhacken zu lockern. Aus der Luft freigesetztes Löschwasser kann laut Nationalpark-Manager Pietsch besser in den Boden eindringen. Anfangs gab es im Moor keine offenen Feuer, aber es bestand die Gefahr, dass sich die Brände unterirdisch ausbreiten würden.
Internationale Hilfeleistung mit Löschflugzeugen
Die beiden von Italien angeforderten Löschflugzeuge sind seit Montagmorgen am Brocken. Die Maschinen liefern alle 20 Minuten Wasser aus dem Concordiasee am Fuße des Harzes in Sachsen-Anhalt. Die Harzwasserwerke gaben die Talsperren von Oker und Oder zur Wasserentnahme frei. Die Koordination in der Luft übernahm ein Team der weltweit tätigen Zivilschutzorganisation @fire. Nach Angaben der Region Harz sind rund 300 Feuerwehrleute im Einsatz. Ein Feuerwehrmann wurde schwer verletzt. Ein technisches Gerät sei explodiert, sagte ein Sprecher des Landkreises Harz am Montagabend. Der Feuerwehrmann wurde mit einem Rettungshubschrauber in das Brandzentrum Bergmannstrost Halle (Sachsen-Anhalt) gebracht.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes hieß es, dass Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) derzeit die Arbeit der Harzer Bergfeuerwehr kritisiert. Diese Aussage ist falsch. Wir haben den Fehler behoben.
VIDEO: Ein Löschflugzeug füllt 6000 Liter Wasser in zwölf Sekunden (1 Minute)
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Hallo Niedersachsen | 06.09.2022 | 19:30 Uhr
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