Der Streit um geschlechtergerechte Sprache bei Audi geht in die nächste Instanz. Der zum Volkswagen Konzern gehörende Automobilhersteller fordert von seinen Mitarbeitern, in der schriftlichen Kommunikation bestimmte Formen der Geschlechtszuschreibung zu verwenden. Dagegen klagte ein Prozessleiter von Volkswagen, wurde aber vom Landgericht Ingolstadt unterlegen und geht nun in Berufung gegen das Urteil. „Das Verfahren ist hier eingegangen und trägt das Aktenzeichen 21 U 5235/22“, teilte das Oberlandesgericht München am Donnerstag mit. Der Anwalt des Klägers äußerte sich zunächst nicht.
Der Kläger sieht sich durch Arbeitsanweisungen mit Formulierungen wie „Der BSM-Experte ist eine qualifizierte Fachkraft“ in seinen allgemeinen Persönlichkeitsrechten verletzt. Das Landgericht Ingolstadt widersprach. Der VW-Mitarbeiter muss die Gender-Richtlinien bei Audi nicht aktiv befolgen, eine passive Einflussnahme reicht nicht aus. Der Vorsitzende des Gerichts hatte erklärt, er habe kein Recht, „in Ruhe gelassen zu werden“. Sprachliche Anforderungen versteht Audi als Zeichen der Gleichberechtigung und als Ausdruck der Geschlechtervielfalt.
Handbuch nach Geschlecht
Konkret geht es der Klägerin um eine im vergangenen März eingeführte Richtlinie von Audi zur geschlechtergerechten Sprache in der internen und externen Kommunikation, um „zu einer größeren Sichtbarkeit der Geschlechtervielfalt beizutragen“. Das gilt zum Beispiel für neutrale Redewendungen wie „Manager“ statt „Chef“ oder für Betonungen zwischen der männlichen und weiblichen Form, zum Beispiel bei Audi-Mitarbeitern. Diese Notation wird als Geschlechtsunterschied bezeichnet. Der Kläger hat darum gebeten, bei schriftlichen Mitteilungen in geschlechtsspezifischer Sprache „in Ruhe gelassen“ zu werden, wie es sein Anwalt im Juni ausdrückte.
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Audi begrüßte das Urteil jedoch und sagte: „Es bestärkt uns in unserer Entscheidung, eine geschlechtersensible Sprache in der internen und externen schriftlichen Kommunikation einzuführen.“ Es sei Ausdruck einer sichtbaren, positiven Haltung zu Vielfalt und Chancengleichheit, so der Ingolstädter Autobauer .
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