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Energie und Sicherheit: Strategische Partnerschaft mit Israel

Nehammer erinnerte die Journalisten daran, dass Israel aufgrund seiner geopolitischen Lage und ständigen Bedrohung über eine hohe militärische Kompetenz und eine sehr effiziente Rüstungsindustrie verfüge. Österreich hat bei der militärischen Aufrüstung einen großen Nachholbedarf, daher muss der Verteidigungshaushalt erhöht werden. Im Rüstungsbereich gibt es bereits Kooperationen mit Israel. Die bereits unterzeichnete strategische Partnerschaft wurde bereits von Altkanzler Sebastian Kurz (ÖVP) initiiert. Solche Beziehungen bestehen unter anderem auch mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und der Schweiz.

Nehammer interessierte sich besonders für Drohnen und die Abwehr von Raketen und anderen Projektilen. In diesem Zusammenhang erinnerte die Bundeskanzlerin daran, dass sich 500 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt ein Land im Krieg befindet. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Österreich beispielsweise durch Drohnen bedroht wird. Nun gilt es zu prüfen, welche Systeme für die Armee geeignet sind.

AP/Yedioth Ahronoth/Shaul Golan Zur österreichischen Delegation gehören auch Verteidigungsminister Tanner und Innenminister Karner

Nehamer traf am Nachmittag auch mit dem israelischen Verteidigungsminister Benny Gantz und dem Sicherheitsminister Omer Bar-Lev zusammen. Die Bundeskanzlerin wurde von Verteidigungsministerin Claudia Tanner und Innenminister Gerhard Karner (beide ÖVP) nach Israel begleitet. Karner diskutierte mit Bar-Lev insbesondere über das Thema Cyberkriminalität und betonte laut seinem Sprecher, dass Israel ein wichtiger Partner in Sicherheitsfragen sei.

Gewünschtes israelisches Erdgas

Nehamer diskutierte auch die Möglichkeit zukünftiger Gaskäufe aus Israel – obwohl Erdgas und seine Produktion oder Lieferung in der strategischen Partnerschaft nicht erwähnt werden. Nehamer verwies auf die großen Gasfelder vor der israelischen Küste, die allerdings noch erschlossen werden müssten.

Interesse an israelischer Waffentechnologie

Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) bekundete bei seinem Besuch in Israel Interesse an israelischer Waffentechnik und zukünftigen Gaslieferungen.

Israel gehe laut Nehamer davon aus, in den nächsten zwei Jahren zehn Prozent des Gasbedarfs der EU decken zu können. Die Bundeskanzlerin betonte, dass die durch den Krieg in der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland verursachte Gaskrise auf europäischer Ebene gelöst werden müsse. Allerdings ist hier die Europäische Kommission gefordert. Es geht ihm nun darum, die OMV gut aufzustellen, bis die europäische Plattform läuft.

Die zwischen Nehammer und Lapid vereinbarte strategische Partnerschaft, so die Kanzlerin, müsse mit Leben gefüllt werden. Es umfasst Bereiche wie Wirtschaftsbeziehungen, Sicherheitspolitik, Terrorismusbekämpfung, Klimapolitik, Jugendaustausch und Ehrung der Opfer des Holocaust.

Ehrung der Opfer des Holocaust

Beim Treffen mit Nehamer erzählte Lapid von dem bewegenden Moment, als er bei einem Besuch im KZ Mauthausen im Januar den Namen seines im Außenlager Ebensee ermordeten Großvaters sah. Als Gastgeschenk überreichte Nehammer Lapid ein Foto, das ihn bei diesem Besuch in Mauthausen zeigte. Der Kanzler betonte auch sein gutes persönliches Verständnis mit Lapid.

AP/Maya Alleruzzo Nehammer besuchte auch die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem

Nehamer widmete seinen Besuch in Israel auch dem Gedenken an die Opfer des Holocaust. Er empfing am Dienstagmorgen ältere Österreicher in Jerusalem und besuchte anschließend die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. In der Gedenkhalle entzündete er das Feuer für die von den Nazis getöteten Juden und entschuldigte sich in einer anschließenden Rede für die Rolle der österreichischen Nazi-Täter. Die damals begangenen Verbrechen dürfen niemals vergessen und niemals wiederholt werden. Österreich werde Jad Vaschem bis 2024 mit 1,5 Millionen Euro unterstützen, erklärte Nehamer.

Am Mittwoch verleiht Nehammer Nachkommen von Opfern des NS-Regimes die österreichische Staatsbürgerschaft. Die Novelle des Staatsbürgerschaftsgesetzes hat bisher 15.000 dieser Personen, darunter viele israelische Staatsbürger, die österreichische Staatsbürgerschaft ermöglicht. Bei seinem Besuch in Israel wurde der Bundeskanzler auch vom Präsidenten der Jüdischen Gemeinde, Oskar Deutsch, begleitet. Als nächstes reiste Nehamer nach Zypern, und in Israel wird bereits der nächste Staatsgast erwartet: US-Präsident Joe Biden.