Veröffentlicht 15. August 2022, 13:26 Uhr
Ernährung: Verbraucherschutz prangert Betrug bei Fleischersatzprodukten an
Fleischersatz kostet oft etwa so viel wie Fleisch aus dem Laden. Sie seien deutlich günstiger in der Herstellung – die Industrie würde gewinnen, kritisiert der Verbraucherschutz.
aus
Nikolaus der Meister
Daniel Graf
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Veggie-Produkte liegen im Trend.
20 Minuten/Simon Glauser
Laut Verbraucherschutz sind Fleischersatzprodukte deutlich günstiger in der Herstellung.
20 Minuten/Celia Nogler
Allerdings kosten vegane Produkte an der Kasse manchmal genauso viel wie Fleisch- oder Milchprodukte.
20 Minuten/Marco Zanger
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Fleischersatzprodukte liegen im Trend. Auch große Fleischproduzenten setzen auf vegetarische Alternativen und sehen darin großes Potenzial.
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Jetzt kritisiert Verbraucherschutz- und Grünen-Nationalrat Killian Bowman die Betrügereien.
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Diese Produkte sind deutlich günstiger in der Herstellung, kosten an der Kasse aber manchmal so viel wie Fleisch.
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Hersteller sind gedeckt: Sie wollen ihre Margen nicht preisgeben.
Fleischersatzprodukte boomen seit einigen Jahren. Doch trotz hoher Nachfrage müssen Verbraucher tief in die Tasche greifen. Vegetarisches Schnitzel kostet oft genauso viel oder sogar mehr als normales Schweineschnitzel. Das macht den Nutzerschutz suspekt. Betrügen sie uns mit Fleischersatz?
„Teilweise unbedenklich“, sagt Josian Wolpen, Lebensmittelexperte beim Verbraucherschutz. „Warum ein Ersatzprodukt mehr kostet als herkömmliches Fleisch, ist unklar. Es handelt sich zwar um neue Produkte mit noch relativ niedrigen Verkaufszahlen, jedoch lassen sich durch höhere Margen weitere Gewinne abziehen. Das ist doppelt ärgerlich, sagt Wolpen. „Die Verbraucher zahlen zu viel und das hindert uns daran, unseren Fleischkonsum zu reduzieren. Der Umwelt zuliebe müssen wir jedoch deutlich weniger Fleisch essen. Es sei daher „dringend notwendig“, bezahlbaren Fleischersatz anzubieten, so die Verbraucherzentrale.
Hersteller und Händler schweigen über Margen
Es ist jedoch schwer zu sagen, inwieweit die Verbraucher von den Herstellern getäuscht würden. „Wie beim Fleisch legen auch hier die Produzenten ihre Marge nicht offen. Dies bestätigen Anfragen großer Hersteller von Fleischersatzprodukten. Migros und Coop äußerten sich nicht zu den Margen. Der grösste Schweizer Fleischproduzent Bell sagt dazu lediglich: „Der Verkauf von veganen Fleischalternativen hat in den letzten Jahren erfreuliche Wachstumsraten gezeigt und wir sind vom Zukunftspotenzial überzeugt. Auf politische Angelegenheiten und die Preisgestaltung haben wir nur begrenzten Einfluss und können diese daher nicht kommentieren.»
Auch Grünen-Nationalrat und Bio-Bauer Kilian Baumann sieht mehrere Probleme: «Einerseits stammt die Subventions- und Zollpolitik der Schweiz aus einer Zeit, als das Hauptziel der Landwirtschaft darin bestand, möglichst viel Fleisch zu produzieren. Beispielsweise unterliegen Futtermittel deutlich geringeren Zöllen als Getreide für den Menschen oder Rohstoffe für die Herstellung von vegetarischen Ersatzstoffen.
„Fleischlobby in der Bundespfalzbauten-Förderung“
Andererseits kritisierte Bauman auch die hohen Margen der Produzenten: “Ersatzprodukte kosten einen Bruchteil dessen, was Fleischprodukte produzieren.” Sie fordert politischen Druck auf die Industrie, die Margen zu reduzieren und Subventionen von Fleisch auf Ersatzprodukte umzuschichten. „Natürlich hat die Fleischlobby im Bundeshaus etwas dagegen. Aber die Fakten liegen auf dem Tisch: Fleischersatz leistet einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks.“
Preise können laut Bauman auch durch Wettbewerb gesenkt werden. «Durch die Förderung von Start-ups, die in der Schweiz mit lokalen Rohstoffen produzieren, kann das Angebot erweitert werden.»
Vizepräsident Egger kritisiert BAG
SVP-Nationalrat Mike Egger, als Mitglied der St. Meat Association. Gallen und Geschäftsleitungsmitglied einer Metzgerei, selbst Teil der Fleischlobby, sieht das ganz anders: «Es gibt eine starke politische Tendenz, die das BAG zu übernehmen und zu diffamieren versucht. Die Regierung schafft eine Anti-Fleisch-Stimmung, die wissenschaftlich falsch ist. »
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