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Extrakte aus Blaubeere und schwarzer Johannisbeere können helfen – eine Heilpraxis

Masern und Herpes: Pflanzenextrakte wirken gegen einige Viren

Heidelbeeren und Johannisbeeren gehören zu den besonders nützlichen Lebensmitteln. Sie sind reich an Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen und können sich unter anderem positiv auf Cholesterin, Blutzucker und Blutdruck auswirken. Extrakte aus diesen Früchten könnten gegen bestimmte Viren helfen, berichten Forscher.

Extrakte aus Heidelbeere und schwarzer Johannisbeere in Zellkulturen schützen die Zellen vor einer Infektion mit Masern- und Herpesviren. Ein Team von Wissenschaftlern aus Würzburg war von diesen Forschungsergebnissen sehr überrascht. Die neuen Erkenntnisse werden in der Fachzeitschrift BMC Complementary Medicine and Therapies veröffentlicht.

Stärkung der Immunität oder sogar Heilung

Laut einer Stellungnahme der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) gelten bestimmte Kräuterextrakte und Naturstoffe seit langem als immunstärkend oder sogar unterstützend bei der Behandlung verschiedener Krankheiten. Dazu gehören Krankheiten, die durch Viren verursacht werden.

Doch wie lassen sich solche Zusammenhänge erforschen? Wie lassen sich mit möglichst geringem Aufwand geeignete Wirkstoffkandidaten für weitere Tests identifizieren?

Dazu nutzen Forscher heute unter anderem Screening-Methoden, die Aussagen über erwünschte oder unerwünschte Wirkungen auf biologische Zellen „in vitro“, d.h. außerhalb eines lebenden Organismus. Damit die Ergebnisse vergleichbar und reproduzierbar sind, werden standardisierte Zellkulturen verwendet.

Die Tests erfordern keine Tierversuche

Eine Vielzahl viraler Infektionssysteme steht den Wissenschaftlern des Fraunhofer-Translationszentrums für Regenerative Therapien des Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung ISC und des Instituts für Virologie und Immunbiologie der JMU zur Verfügung.

Dabei werden Zellen mit verschiedenen Viren infiziert und anschließend analysiert, ob bestimmte Substanzen die Virusvermehrung unterdrücken. Diese Tests können den Angaben zufolge standardisiert werden und kommen ohne Tierversuche aus. Auf diese Weise lassen sich schnell aussagekräftige Ergebnisse erzielen.

Die Zusammenarbeit der beiden Forschungsgruppen führte zur Entwicklung von 3D-Zellkultur-Infektionsmodellen, die sehr patientennahe Untersuchungen von Infektionen mit unterschiedlichen Viren ermöglichen.

Analyse der antiviralen Wirkung von Pflanzenextrakten

Im Rahmen einer Forschungskooperation mit der Innovationsabteilung F&E der Evonik Operations GmbH wurden bereits Analysen zur antiviralen Wirkung der Pflanzenextrakte durchgeführt. Grundlage sind Zelllinien, die zur Untersuchung bestimmter Virusinfektionen angelegt wurden.

„Im ersten Schritt haben wir Toxizitätsanalysen der pflanzlichen Wirkstoffkandidaten durchgeführt, um festzustellen, ob und in welchen Konzentrationen die Substanzen mit Zellkulturen verträglich sind“, erklärt Dr. Maria Steinke, Projektleiterin am Fraunhofer Translationszentrum für Regenerative Therapien.

Für die anschließende Wirksamkeitsprüfung gegen Viren wurden nur die als zellverträglich identifizierten Substanzen und Konzentrationen verwendet.

In der Studie wurden Herpes- und Masernviren verwendet, die so modifiziert wurden, dass infizierte Zellen grün fluoreszieren. Daher führen Substanzen, die eine Virusinfektion hemmen, dazu, dass weniger Zellen unter ultraviolettem Licht grün leuchten. Auf diese Weise kann die Anzahl der infizierten Zellen in den Kulturen automatisiert werden.

Hoher Gehalt an Anthocyanpigmenten

In den antiviralen Experimenten wurden Zellsysteme mit insgesamt neun Wirkstoffkandidaten behandelt und die Wirkung auf den Infektionsverlauf untersucht.

Die von den Forschern gesammelten Daten zeigten, dass eine Mischung aus schwarzen Johannisbeer- und Heidelbeerextrakten mit hohem Anteil an Anthocyanin-Pigmenten (Healthberry® 865) und den jeweiligen Einzelextrakten in vitro antivirale Eigenschaften gegen Masern- und Herpesviren hatte.

„Gemeinsam mit dem Team von Professor Bodem haben wir bereits für viele Unternehmen solche Effizienztests durchgeführt, aber sehr oft lassen sich die eigentlich erwarteten Effekte kaum oder gar nicht nachweisen. Daher kam die nachweisbare antivirale Wirkung der Substanzen in dieser Studie für uns fast überraschend“, sagt Dr. Steinke.

Die Forschungsgruppen konnten auch die aktiven antiviralen Komponenten in den Extrakten identifizieren. Auch für die Entwicklung von Wirk- oder Inhaltsstoffen ist dies ein wichtiger Schritt. Daten zeigen auch, dass Naturstoffe herkömmliche antivirale Therapien ergänzen können.

Masernvirus-Infektion wird gehemmt

„Insgesamt zeigte unsere Studie sehr interessante Ergebnisse zur Wirksamkeit von Pflanzenextrakten auf Viren in vitro“, sagt Professor Bodem. „Denn einige der untersuchten Substanzen unterdrücken die Infektion mit Masernviren, nicht aber das Impfvirus gegen Masern, das zur Impfung verwendet wird“, erklärt der Experte.

„So wäre eine Impfung zusätzlich zur vorbeugenden Behandlung möglich, wenn es gelänge, ein Therapeutikum auf Basis der Pflanzeninhaltsstoffe zu entwickeln.“ Mit der Identifizierung der Wirkstoffe in den Extrakten haben wir einen ersten Schritt in diese Richtung gemacht.

Die Ergebnisse zur Wirksamkeit pflanzlicher Inhaltsstoffe gegen Stämme humanpathogener Viren stimmen uns zuversichtlich, dass neue Anwendungsgebiete von bereits zugelassenen Wirkstoffen mit in-vitro-Testverfahren schneller als bisher identifiziert werden können.

In Zukunft könnten Kräuterextrakte und Wirkstoffe allein oder in Kombination mit gängigen Medikamenten neue Möglichkeiten in antiviralen Therapien eröffnen. (Anzeige)

Autoren- und Quellenangaben

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Dieser Text entspricht den Vorgaben der medizinischen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien und aktuellen Forschungsergebnissen und wurde von medizinischem Fachpersonal überprüft.

Quellen:

  • Julius-Maximilians-Universität Würzburg: Pflanzenextrakte wirken gegen Viren, (Zugriff: 13.08.2022), Julius-Maximilians-Universität Würzburg
  • Sivarajan, R., Oberwinkler, H., Roll, V. et al.: Eine bestimmte Mischung von Anthocyanen aus Heidelbeeren und schwarzer Johannisbeere hemmt Masernvirus und verschiedene Herpesviren; in: BMC Komplementärmedizin und Therapien, (veröffentlicht: 08.07.2022), BMC Komplementärmedizin und Therapien

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und sollte nicht zur Selbstdiagnose oder Behandlung verwendet werden. Sie kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.